Stadtentwicklung

Stadt verkauft Biebricher Zollspeicher an Traditionsfirma Heckel

Nach über zehn Jahren Stillstand ist die Entscheidung gefallen. Das markante Zollensemble am Biebricher Rheinufer bekommt eine neue Zukunft. Der Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden hat am Dienstag den Verkauf des historischen Zollspeichers an das weltweit renommierte Traditionsunternehmen Wilhelm Heckel GmbH beschlossen. Damit bleibt ein echtes Biebricher Urgestein dem Standort treu und rettet gleichzeitig ein architektonisches Juwel.

Von: |Erschienen am: 27. Januar 2026 13:08|

Archivfoto: Daniel Becker

Es ist das Ende einer unendlichen Geschichte und gleichzeitig ein Paukenschlag für die Wiesbadener Wirtschaftsförderung. Am Dienstag, 27. Januar, gab der Magistrat grünes Licht für den Verkauf des Zollspeichers in Biebrich. Das Gebäude, das seit Jahren leer steht und das Stadtbild am Rheinufer prägt, wechselt in die Hände der Wilhelm Heckel GmbH. Damit zieht musikalische Weltklasse in die historischen Mauern ein.

Ein Biebricher Weltmarktführer sichert seine Zukunft

Die Firma Heckel ist alles andere als ein Unbekannter: Das Familienunternehmen fertigt in mittlerweile siebter Generation weltweit begehrte Holzblasinstrumente auf höchstem Niveau. Seit über 180 Jahren ist der Betrieb in Biebrich verwurzelt. Mit dem Umzug in den Zollspeicher verlegt Heckel nicht nur seinen Firmensitz, sondern auch den kompletten Produktionsstandort an die Rheinschiene.

Für das Unternehmen bedeutet dieser Schritt Planungssicherheit und Platz für modernes Handwerk in historischem Ambiente. Für den Stadtteil ist es ein klares Bekenntnis zum Standort Wiesbaden.

Städtebauliche Aufwertung im Sinne des Ufer-Konzepts

Wiesbadens Bau- und Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne) zeigte sich erleichtert über den Beschluss: „Mit dem Verkauf an ein traditionsreiches Biebricher Unternehmen schaffen wir eine zukunftsfähige Perspektive für das Rheinufer.“ Laut Kowol verbindet diese Lösung den Erhalt der wertvollen Bausubstanz mit einer städtebaulichen Aufwertung, die genau in das Rhein-Main-Ufer-Konzept der Stadt passt. „Ich sehe darin eine große Chance, diesen besonderen Ort wieder mit Leben zu füllen“, so der Dezernent weiter.

Zollamt bleibt städtisch – Fokus auf öffentliche Nutzung

Wichtig für die Bürgerinnen und Bürger: Das angrenzende, ebenfalls denkmalgeschützte Zollamt bleibt im Eigentum der Stadt. Während der Speicher privatwirtschaftlich durch Heckel genutzt wird, soll für das Zollamt nun zeitnah ein eigenständiges Nutzungskonzept entwickelt werden.

Das Ziel ist klar: Das Zollamt soll einer öffentlich wirksamen Nutzung zugeführt werden. Besonders erfreulich ist die Finanzierung: Die Erlöse aus dem Verkauf des Zollspeichers fließen direkt in die Sanierung und Entwicklung des Zollamtsgebäudes.

Nachhaltige Lösung für Biebrich

Mit diesem Deal schlägt die Stadt zwei Fliegen mit einer Klappe: Die jahrelange „Hängepartie“ um die leerstehende Immobilie ist beendet, und ein hochspezialisierter Industriebetrieb wird langfristig in Wiesbaden gehalten. Die Kombination aus Handwerk, Kultur (Musikinstrumentenbau) und Denkmalpflege verspricht eine nachhaltige Belebung der Biebricher Uferpromenade.

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