Menschenrechte

Dokumentarfilm und Experteneinblick: Genitalverstümmelung im Fokus

Ein Film, ein bewegender Erfahrungsbericht und ein Thema, das weltweit Millionen betrifft: Im Februar lädt die Stadt Wiesbaden zu einem Abend ein, der nicht nur informiert, sondern berührt. Wer wissen möchte, wie Betroffene in Deutschland Unterstützung finden und welche Initiativen Hoffnung geben, sollte sich diese besondere Veranstaltung nicht entgehen lassen.

Von: |Erschienen am: 26. Januar 2026 13:39|

Symbolfoto: Canva

Zum Internationalen Aktionstag gegen weibliche Genitalverstümmelung lädt der Wiesbadener Arbeitskreis FGM/C am Freitag, 6. Februar, zu einer öffentlichen Veranstaltung ins Murnau Filmtheater ein.

Um 17:00 Uhr wird dort der Dokumentarfilm des Bayerischen Rundfunks „Grausames Ritual – beschnittene Mädchen suchen Hilfe in Deutschland“ gezeigt. Im Anschluss berichtet San. Rat. Dr. Werner Halfinger über seine Arbeit im Rahmen der Stiftung Safe Mothers und über die Einweihung einer neuen Geburtsstation in Burkina Faso.

Kooperation Wiesbadener Institutionen

Die Veranstaltung wird gemeinsam vom Arbeitskreis FGM/C, der Landeshauptstadt Wiesbaden, der Kommunalen Frauenbeauftragten und dem Murnau Filmtheater organisiert.

Nach Film und Vortrag besteht die Möglichkeit zum Austausch. Der Eintritt ist frei, Tickets können über die Website des Filmtheaters reserviert werden.

Weltweite Betroffenheit

Nach aktuellen Schätzungen sind weltweit mindestens 230 Millionen Mädchen und Frauen in über 90 Ländern von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Weitere vier Millionen gelten als gefährdet. Auch in Deutschland leben rund 50.000 betroffene Mädchen und Frauen, bis zu 10.000 weitere sind bedroht.

FGM/C gilt als schwere Verletzung der Menschenrechte und führt häufig zu lebenslangen körperlichen und psychischen Folgen. Die Veranstaltenden möchten mit dem Aktionstag dazu beitragen, das Thema stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Arbeitskreis für Schutz und Beratung

Der Wiesbadener Arbeitskreis FGM/C wurde am 6. Februar 2023 gegründet. Er verfolgt das Ziel, Mädchen und Frauen in Wiesbaden vor FGM/C zu schützen, Betroffene zu unterstützen und Beratungsangebote sichtbar zu machen. Langfristig soll eine spezialisierte Fachberatungsstelle in Wiesbaden aufgebaut werden.

Hintergrund des Aktionstages

Der Tag gegen Genitalverstümmelung geht auf eine Initiative von Stella Obasanjo aus dem Jahr 2003 zurück. 2012 wurde er von der UN-Menschenrechtskommission als internationaler Gedenk- und Aktionstag anerkannt.

Seitdem wird er jährlich am 6. Februar begangen, um auf das Schicksal betroffener und gefährdeter Mädchen und Frauen aufmerksam zu machen. Die Geschäftsführung des Wiesbadener Arbeitskreises liegt beim Sozialdienst katholischer Frauen e.V. (SkF) Wiesbaden.

Beratung und weitere Informationen

Wer selbst betroffen ist oder Hinweise auf gefährdete Personen hat, kann sich über das Sekretariat des SkF unter der Telefonnummer 0611 / 952870 an die Fachberatung wenden.

Weitere Informationen zum Thema Gewalt gegen Mädchen und Frauen stehen unter www.wiesbaden-gewaltfrei.de zur Verfügung. Der Flyer zur Versanstaltung steht hier zum Download zur Verfügung.

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