Ratgeber
Wiesbaden präsentiert praxisnahe Finanzhilfe-Broschüre für Frauen
Viele Frauen jonglieren täglich mit finanziellen Herausforderungen, oft ohne das nötige Rüstzeug. Eine neue Broschüre aus Wiesbaden will jetzt genau hier ansetzen und zeigt, wie Wissen Sicherheit schaffen kann. Hinter dem kompakten Heft steckt ein ungewöhnlich breites Bündnis, das die Lebensrealität von Frauen genau im Blick hat. Welche Themen darin stecken und warum das Projekt so viel Rückenwind bekommt, verrät der Artikel.
Symbolfoto: Canva
Ein neues Informationsangebot soll Frauen in Wiesbaden dabei unterstützen, finanzielle Entscheidungen sicherer zu treffen. Die Broschüre „Rund ums Geld“ wurde am Donnerstag, 22. Januar, von Bürgermeisterin Christiane Hinninger (Bündnis 90/Die Grünen) präsentiert.
Das mehr als dreißig Seiten umfassende Heft entstand in Zusammenarbeit verschiedener Institutionen, darunter die SCHUFA Holding AG, die R+V Versicherung AG, der Sozialdienst katholischer Frauen, das Amt für Soziale Arbeit, das Sozialleistungs- und Jobcenter sowie die Kommunale Frauenbeauftragte.
Herausforderungen im Finanzalltag von Frauen
Hinninger betonte bei der Vorstellung, dass finanzielle Ungleichheiten weiterhin Realität seien. „Die Erwerbsbiografien von Frauen führen noch immer dazu, dass sie oft über weniger Geld verfügen und eine geringere Altersversorgung erwerben als Männer. Um die gesellschaftspolitischen Ursachen, zum Beispiel Gender Pay Gaps oder einseitige Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit, zu ändern, braucht es einen langen Atem“, sagte sie.
Gleichzeitig sei es wichtig, Frauen durch verständliche Informationen zu stärken: „Gleichzeitig ist es aber notwendig, das Wissen über Geld zu verbessern, um gerade Frauen in finanziellen Fragen zu stärken.“
Inhalte der Broschüre
Das Heft vermittelt Grundlagen rund um Finanzen und erklärt zentrale Zusammenhänge in kompakter Form. Neben Themen wie Familienleistungen und Wohnen werden auch Schulden, Kredite und gängige Betrugsmaschen im Internet erläutert.
Die Inhalte wurden so aufbereitet, dass sie sich an der Lebenswirklichkeit unterschiedlicher Frauengruppen orientieren. „Durch die Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen mit ihrem Know-how aus verschiedenen Perspektiven konnten die Informationen gezielt an der Lebenswirklichkeit von Frauen, zum Beispiel Alleinerziehenden, angepasst werden“, so Hinninger.
Perspektive der SCHUFA
Dr. Kai-Friedrich Donau, Leiter des CSR-Teams der SCHUFA Holding AG, hob die Bedeutung der Kooperation hervor. „Dieses Projekt ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie die Zusammenarbeit unterschiedlicher Partner vor Ort hilft, gesellschaftliche Herausforderungen zu lösen. Die SCHUFA setzt sich seit vielen Jahren für eine transparentere Finanzkultur und Überschuldungsvorsorge im Rahmen verschiedener Initiativen ein – auch lokal.“
Die Idee zur Broschüre sei aus Workshops entstanden, die im Rahmen der Aktionswoche „Wiesbaden engagiert!“ angeboten werden. Donau verwies zudem auf den SCHUFA Finanz-Inklusionsindex, der zeige, dass Frauen in schwierigen finanziellen Situationen seltener am Finanzleben teilnehmen.
Erste Rückmeldungen aus der Praxis
Dr. Marina Schmitt vom Sozialdienst katholischer Frauen e.V. berichtete über die Entstehung des Hefts und die ersten Reaktionen. „Täglich sind wir in der Beratung oder den Elternbildungsangeboten mit den finanziellen Sorgen und Belastungen unserer Klientinnen konfrontiert. Eine wichtige Herausforderung für uns ist es deshalb, fachliches Wissen wirkungsvoll zu vermitteln, entsprechende Hilfestellungen zu geben und somit langfristig präventiv zu wirken.“
Die Broschüre biete dafür einen niedrigschwelligen Zugang. Erste Nutzerinnen hätten das Angebot positiv bewertet: „Viele wichtige Themen, jede Menge Tipps, worauf ich achten muss“, so eine Klientin. Eine andere lobte die Verständlichkeit und die digitale Verfügbarkeit: „Das ist schon gut, dass es so kurz und verständlich ist – und wenn es das jetzt auch digital gibt.“
Verbreitung und digitale Nutzung
Die Broschüre soll in bestehenden Frauengruppen, Stadtteilangeboten und Beratungsstellen in Wiesbaden aktiv eingesetzt werden. Die beteiligten Institutionen wollen eng zusammenarbeiten, um eine möglichst breite Verteilung zu erreichen. Zusätzlich steht das Heft online und smartphonefreundlich unter www.wiesbaden.de/frauen-rund-ums-geld zur Verfügung.
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