Konzert

Gegen das Vergessen: Wiesbaden lädt zur zentralen Gedenkveranstaltung für die Opfer des Holocaust

Zum Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz setzt die Landeshauptstadt Wiesbaden am Dienstag, 27. Januar, ein starkes Zeichen für Humanität und Erinnerungskultur. Im Kulturforum erwartet die Bürgerinnen und Bürger ein bewegender Abend, der durch politische Reden und ein besonderes Konzert der Wiesbadener Musikakademie die Schicksale verfolgter Künstler in den Fokus rückt.

Von: |Erschienen am: 22. Januar 2026 15:15|

Symbolfoto

Der 27. Januar ist als Holocaust-Gedenktag ein fester Ankerpunkt im deutschen Gedenkkalender. In Wiesbaden findet die zentrale Gedenkveranstaltung in diesem Jahr im Kulturforum in der Friedrichstraße statt. Ab 19:00 Uhr am Dienstag erinnern die Stadtspitze und junge Musiker gemeinsam an die Millionen Opfer des Nationalsozialismus und mahnen zur Wachsamkeit gegenüber Hass und Ausgrenzung in der heutigen Zeit.

Gedenken an verfolgte Künstler des NS-Regimes

Den offiziellen Teil der Veranstaltung eröffnen Wiesbadens Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerhard Obermayr und Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende. Ihre Reden werden nicht nur den historischen Rückblick umfassen, sondern auch die Brücke zur Gegenwart schlagen. Das Gedenken an die Gräueltaten des NS-Regimes bleibt für die Landeshauptstadt eine moralische Verpflichtung, um die demokratischen Werte für die Zukunft zu festigen.

Konzert gegen das Vergessen

Ein besonderes Highlight der diesjährigen Feierstunde ist das Gedenkkonzert, das von Studierenden der Wiesbadener Musikakademie (WMA) gestaltet wird. In einer intensiven Masterclass haben sich die jungen Musiker mit Werken von Künstlerinnen und Künstlern auseinandergesetzt, die vom NS-Regime als „entartet“ diffamiert, verfolgt und aus dem Kulturbetrieb gedrängt wurden.

Die Nationalsozialisten verboten nicht nur moderne kulturelle Strömungen, sondern belegten nach ihrer Rassenlehre insbesondere jüdische Komponisten mit einem Berufsverbot. Während einige Künstler im Exil internationale Erfolge feiern konnten, gerieten viele andere in Vergessenheit.

Den „Verfemten“ eine Stimme geben

Die Studierenden der WMA haben bewusst Stücke ausgewählt, die die Vielfalt der damals unterdrückten Musik widerspiegeln. Das Konzert ehrt dabei nicht nur die prominenten Emigranten, sondern rückt auch jene Komponisten wieder ins Bewusstsein, denen nach 1945 eine Rückkehr in die Kulturszene verwehrt blieb. Es ist eine musikalische Verneigung vor den Menschen, deren Karrieren und Leben durch die Diktatur zerstört wurden.

Anmeldung erforderlich

Aufgrund der begrenzten Kapazitäten im Kulturforum bittet das Stadtarchiv Wiesbaden um eine vorherige Anmeldung. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich per E-Mail unter veranstaltung-stadtarchiv@wiesbaden.de für die Teilnahme registrieren.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von Wiesbadenaktuell.de und folgen Sie uns auch auf Instagram sowie auf Threads!


InfoBox

Die Veranstaltungsdetails im Überblick:

  • Termin: Dienstag, 27. Januar 2026

  • Uhrzeit: 19:00 Uhr

  • Ort: Kulturforum Wiesbaden, Friedrichstraße 16, 65185 Wiesbaden

  • Mitwirkende: Dr. Gerhard Obermayr, Gert-Uwe Mende, Studierende der WMA