Kriminalität

Game Over in Wiesbaden: Fahnder ziehen bei illegalen Spielautomaten die Stecker

In einigen Wiesbadener Kiosken und Gaststätten ist das Glücksspiel vorbei. Nach einem langen Katz-und-Maus-Spiel haben Ermittler nun die digitalen Tresore beschlagnahmter Automaten geknackt mit verblüffendem Ergebnis. Was im Inneren der Geräte zum Vorschein kam, bringt nicht nur die Steuerfahndung auf den Plan, sondern besiegelt auch das Ende der illegalen Geldspielmaschinen.

Von: |Erschienen am: 21. Januar 2026 19:15|

Fotos: Stadt Wiesbaden

Die Landeshauptstadt zieht eine erfolgreiche Bilanz im Kampf gegen das nicht konzessionierte Glücksspiel. Über einen Zeitraum von zwei Jahren stellten die Wiesbadener Stadtpolizei und die Gewerbeaufsicht bei gemeinsamen Kontrollen insgesamt rund 40 illegale Spielgeräte sicher.

Die konfiszierten Automaten, die vorwiegend in Gastronomiebetrieben und Verkaufsstellen wie Kiosken entdeckt wurden, lieferten den Ermittlern nun tiefere Einblicke in ein lukratives illegales Geschäft.

Hohe Umsätze und sichergestellte Bargeldbestände

In der Betriebswerkstatt des Hochbauamtes wurden die Geräte unter behördlicher Aufsicht geöffnet. Dabei kam ein Bargeldbetrag in Höhe von 7.456 Euro zum Vorschein, der unmittelbar gesichert und vom Kassen- und Steueramt verbucht wurde. Weit aufschlussreicher als das gefundene Bargeld erwiesen sich jedoch die digitalen Daten der Apparate.

Durch das Auslesen der Software und der internen Buchhaltungsregister konnten die Ermittler die tatsächlichen Dimensionen des Betriebs rekonstruieren. In Spitzenzeiten generierten einzelne Automaten monatliche Umsätze im mittleren fünfstelligen Bereich.

Steuerfahndung übernimmt weitere Ermittlungen

Der Fund hat für die betroffenen Betreiber weitreichende juristische Konsequenzen. Da die Einnahmen an den offiziellen Stellen vorbeigeschleust wurden, steht neben dem Vorwurf des illegalen Glücksspiels nun auch der Tatbestand der Steuerhinterziehung im Raum.

Die Stadtverwaltung arbeitet hierzu eng mit der Steuerfahndung zusammen, um die fälligen Nachversteuerungen für die ermittelten Zeiträume geltend zu machen. Für die beschlagnahmte Hardware gibt es indes keine Verwendung mehr: Nach Abschluss der Verfahren werden sämtliche Geräte vernichtet.

Stadt kündigt Fortsetzung der Kontrollen an

Der Wiesbadener Stadtkämmerer zeigte sich mit dem Ergebnis der behördenübergreifenden Zusammenarbeit zufrieden. „Mein Dank gilt der Stadtpolizei, der Gewerbeaufsicht und den Mitarbeitern des Betriebshofes.

Natürlich werden wir auch weiterhin gegen illegales Glücksspiel auf dem Stadtgebiet vorgehen“, so Stadtkämmerer, Dr. Hendrik Schmehl (SPD). Die Kooperation zwischen Ordnungskräften und Finanzbehörden soll auch künftig sicherstellen, dass illegale Angebote von Spielgeräten konsequent vom Markt genommen werden.

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