Smart City
Wiesbaden startet Projekt zur Register-Digitalisierung
Wiesbaden stellt seine Personenstandsregister neu auf und setzt dabei auf ein umfassendes Digitalprojekt. Die neue Stabstelle DiRegiSta soll dafür sorgen, dass zentrale Dokumente künftig schneller verfügbar sind und Behörden effizienter arbeiten können. Welche Schritte jetzt folgen und warum das Projekt für die Stadt so wichtig ist, zeigt ein Blick auf die Planungen.
Foto: Stadt Wiesbaden
Geburtsurkunden, Eheurkunden und Sterbeeinträge zählen zu den zentralen Unterlagen im Leben vieler Menschen.
In Wiesbaden liegen zahlreiche dieser Dokumente aus der Zeit vor 2009 noch ausschließlich in Papierform vor. Dies soll sich nun grundlegend ändern.
Neue Stabstelle übernimmt Digitalisierung
Die neu eingerichtete Stabstelle DiRegiSta digitalisiert die alten Register nach und nach. Ziel ist es, Geburten und Eheschließungen elektronisch zu erfassen und für den Austausch zwischen Behörden nutzbar zu machen. V
iele Verwaltungsprozesse wie Elterngeld, Rentenangelegenheiten, Namensänderungen oder Eheschließungen basieren auf diesen Daten. Liegen sie digital vor, können sie schneller übermittelt werden und Bürger müssen Nachweise seltener erneut einreichen.
Verwaltung soll spürbar entlastet werden
„Mit der Stabstelle DiRegiSta sorgen wir dafür, dass wichtige Daten endlich zuverlässig digital verfügbar sind. Das ist eine Voraussetzung dafür, dass Verwaltung einfacher, schneller und für die Menschen spürbar entlastend funktioniert.
Gute Lösungen aus anderen Städten wie Berlin übernehmen wir gezielt, wenn sie den Alltag in Wiesbaden konkret verbessern“, betont die zuständige Dezernentin für Smart City, Europa und Ordnung, Maral Koohestanian (VOLT).
Einbindung aller Ortsverwaltungen
Das Projekt umfasst nicht nur das Standesamt in der Innenstadt. Auch die Ortsverwaltungen mit eigenen Registerbeständen sind beteiligt, sodass die Daten aus dem gesamten Stadtgebiet gemeinsam digitalisiert werden. Die Geburtenregister ab dem Jahr 1958 liegen in der Innenstadt bereits als Scans vor.
In den Ortsverwaltungen beginnt das Scannen in Kürze. Eine spezielle Software liest die Einträge aus, die anschließend geprüft, ergänzt und in das elektronische Personenstandsregister übertragen werden.
Fortschritt und Umfang der Arbeiten
Derzeit sind etwa 25 Prozent der Register digital erfasst. Rund 107.000 Einträge müssen noch bearbeitet werden. Die Stabstelle im Dezernat VII arbeitet seit Jahresbeginn an der Umsetzung.
Nutzen für Verwaltung und Bevölkerung
„Mit DiRegiSta stellen wir sicher, dass die Register nicht nur digital, sondern auch vollständig und zuverlässig nutzbar sind. Das hilft den Behörden im Alltag und macht viele Anliegen für Bürgerinnen und Bürger einfacher“, erklärt die Projektkoordinatorin Monika Rubbel.
Orientierung an Berliner Erfahrungen
Wiesbaden nutzt bei DiRegiSta Erkenntnisse aus Berlin, wo ein vergleichbares Projekt bereits erfolgreich läuft. Bewährte Strukturen wurden übernommen und an die lokalen Gegebenheiten angepasst. Die Projektkoordinatorin steht zudem im regelmäßigen Austausch mit der Berliner Projektleiterin Simone Kleeberg.
Die vollständige Integration der digitalen Register in die bundesweite Registermodernisierung ist für Ende 2027 vorgesehen. Wiesbaden schafft mit DiRegiSta bereits jetzt die notwendigen Grundlagen. Langfristig bedeutet die Digitalisierung weniger Papier, weniger Wege und eine spürbare Vereinfachung vieler Behördengänge.
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