Ermittlungen

Schlag gegen Kindesmissbrauch: Landesweite Razzia in Hessen – Durchsuchungen auch in Wiesbaden

Die hessischen Strafverfolgungsbehörden setzen ein massives Zeichen im Kampf gegen sexualisierte Gewalt an Kindern. Bei einer großangelegten Schwerpunktmaßnahme wurden in der vergangenen Woche 68 Objekte durchsucht. Auch in Wiesbaden schlugen die Ermittler zu: Gegen einen 40-Jährigen und einen Jugendlichen wird wegen schwerwiegender Delikte ermittelt.

Von: |Erschienen am: 21. Januar 2026 11:20|

Symbolfoto

Der Schutz der Schwächsten steht im Fokus der hessischen Polizei, In der ersten großen konzentrierten Aktion des Jahres 2026 haben Ermittler landesweit konsequent gegen die Verbreitung von Kinderpornografie und sexuellen Missbrauch interveniert. Zwischen dem 12. und 16. Januar wurden insgesamt 65 Beschuldigte ins Visier genommen. Koordiniert wurde der Einsatz durch das Hessische Landeskriminalamt (HLKA) unter Beteiligung der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt.

Zwei Fälle in Wiesbaden – Jugendlicher im Visier

Auch in der Landeshauptstadt Wiesbaden gab es gezielte Zugriffe. Nach Informationen des LKA fanden im Stadtgebiet zwei Durchsuchungen statt, die die Schwere der Problematik verdeutlichen. Ein 40-jähriger Wiesbadener steht im dringenden Verdacht, kinderpornografisches Material besessen und verbreitet zu haben. Bei ihm wurden Beweismittel sichergestellt, die nun ausgewertet werden.

Ein schwerer Vorwurf wird einem 15-Jährigen gemacht. In einem weiteren Fall richten sich die Ermittlungen gegen einen erst 15 Jahre alten Jugendlichen. Hier steht der schreckliche Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Kindern im Raum.

Landesweite Bilanz – Über 400 Datenträger sichergestellt

Die Razzia erstreckte sich über ganz Hessen – von Kassel bis Darmstadt. Die Bilanz der Ermittler ist erschütternd. Es fanden 68 Durchsuchungen in Privatwohnungen und Häusern bei 65 Beschuldigte, allesamt Männer im Alter zwischen 14 und 72 Jahren, statt.

Die Ermittler haben 405 Speichermedien sichergestellt, darunter Laptops, Handys und Festplatten.

In 15 Fällen steht der direkte sexuelle Missbrauch unter 18-Jährigen im Fokus – wie bei dem Jugendlichen Wiesbadener.

Ein Beschuldigter wurde direkt per Haftbefehl festgenommen, zehn weitere mussten zur Vernehmung auf die Dienststellen. Laut jetzigem Ermittlungsstand agierten die Männer als Einzeltäter und standen nicht in organisierten Netzwerken untereinander im Austausch.

Einheit „FOKUS“ – Mit Hochdruck gegen das Dunkelfeld

Hinter dem Erfolg steht die Spezialeinheit „FOKUS“ (Fallübergreifende Organisationsstruktur gegen Kinderpornografie Und Sexuellen Missbrauch von Kindern). Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 wurde die Einheit auf über 300 Mitarbeiter aufgestockt.

Ein Großteil der Hinweise erreicht die hessischen Beamten über die US-Organisation NCMEC. Internetdienstleister sind dort verpflichtet, verdächtige Inhalte zu melden. Allein im vergangenen Jahr gingen in Hessen über 4.290 solcher Meldungen ein. Die Experten prüfen dabei in Echtzeit, ob ein Kind akut gefährdet ist, um sofortige Rettungsmaßnahmen einzuleiten.

Auswertung der Beweise dauert an

Die sichergestellten 405 Datenträger werden nun in langwieriger Kleinarbeit kriminalistisch bewertet. Ziel ist es, nicht nur die Schuld der Verdächtigen zu beweisen, sondern auch bisher unbekannte Opfer zu identifizieren und aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Die hessischen Staatsanwaltschaften haben hierfür spezialisierte Sonderdezernate eingerichtet.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von Wiesbadenaktuell.de und folgen Sie uns auch auf Instagram sowie auf Threads!