Infrastrukturthema
SPD Wiesbaden kritisiert Baustopp der Wallauer Spange
Ein zentrales Verkehrsprojekt für Wiesbaden steht plötzlich auf der Kippe. Während der Bund den Start verschiebt, wächst in der Stadt die Sorge um Pendler, Wirtschaft und Zukunftsfähigkeit. Warum der Baustopp so viel Sprengkraft hat und welche Erwartungen nun an die Politik gestellt werden zeigt die Stellungnahme der SPD-Fraktion.
Foto: Logo SPD Wiesbaden
Die geplante Bahnverbindung Wallauer Spange wird vorerst nicht gebaut. Nach Informationen des Tagesspiegels hat die Bundesregierung entschieden, den Projektstart zu verschieben.
Die Entscheidung trifft in Wiesbaden auf deutliche Kritik, insbesondere von der SPD-Rathausfraktion, die das Vorhaben weiterhin unterstützt.
Fehlende Mittel bremsen Infrastrukturprojekt
Hintergrund des Baustopps sind fehlende Gelder im Bundesverkehrshaushalt. Trotz des Infrastruktur-Sondervermögens fehlen dem Bundesverkehrsministerium bis 2029 rund zwei Milliarden Euro.
Mehrere bereits geplante Bahnprojekte kommen deshalb nicht voran, darunter auch die Wallauer Spange.
SPD spricht von herber Enttäuschung
Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Rathaus, Silas Gottwald, reagiert mit scharfen Worten auf die Entscheidung: „Das ist ein Schlag ins Gesicht für die Menschen in Wiesbaden – vor allem für die Berufspendlerinnen und Berufspendler aus dem Wiesbadener Osten.
Sie haben sich darauf verlassen, dass dieses zentrale Infrastrukturprojekt endlich umgesetzt wird.“ Die SPD bekräftigt, dass Stadt und Fraktion weiterhin geschlossen hinter dem Projekt stehen.
Bedeutung für den Wirtschaftsstandort
Gottwald verweist zudem auf die strategische Relevanz der Verbindung: „Eine schnelle, direkte Schienenanbindung an den Frankfurter Flughafen stärkt Wiesbaden als Wirtschaftsstandort, erleichtert Unternehmen die Fachkräftegewinnung und verbessert die Erreichbarkeit für nationale wie internationale Geschäftspartner.“
Die Wallauer Spange gilt als wichtiger Standortfaktor für die gesamte Region.
Forderung nach politischem Einsatz
Die SPD sieht nun den Bund in der Verantwortung, das Projekt wieder in Bewegung zu bringen. „Wir als SPD und die Stadt stehen voll hinter der Wallauer Spange. Die Verantwortung für dieses Aussetzen liegt beim Bundesverkehrsminister der CDU, der die zugesagte Umsetzung baureifer Bahnprojekte offenbar nicht zu sichern vermag.
Wir sehen daher den Wiesbadener CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Stefan Korbach in der Pflicht, sich für das Projekt, das für seinen Wahlkreis Wiesbaden so wichtig ist, stark zu machen“, fordert Gottwald.
Warum die Spange so wichtig ist
Die Wallauer Spange soll eine direkte Schienenverbindung von Wiesbaden zum Frankfurter Flughafen ermöglichen, ohne Umwege über Mainz oder den Frankfurter Hauptbahnhof. Die Fahrzeit würde sich von derzeit rund 35 bis 40 Minuten auf etwa 13 bis 15 Minuten verkürzen.
Davon profitieren insbesondere Pendler aus dem Wiesbadener Osten. Zudem würde der Regional- und S-Bahn-Verkehr im Rhein-Main-Gebiet entlastet. Für Unternehmen verspricht die Verbindung eine bessere internationale Anbindung und Vorteile für den Messe- und Kongressstandort Wiesbaden.
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