Gedenkkultur

Kurzvortrag zu antisemitischer Kunst an Kirchenräumen

In vielen Kirchen schlummern Werke, deren Motive heute kritischer betrachtet werden. Eine Initiative aus Berlin-Brandenburg geht diesen Spuren systematisch nach und sorgt bundesweit für Aufmerksamkeit. Nun wird in Wiesbaden erläutert, warum diese Recherche so bedeutsam ist und welche Fragen sie für die Gegenwart aufwirft.

Von: |Erschienen am: 15. Januar 2026 14:51|

Foto: Wikimedia Commons / EKBO

Immer wieder geraten christliche Kirchenräume in die Diskussion, wenn dort antisemitische oder antijudaistische Darstellungen entdeckt werden.

Die Evangelische Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz (EKBO) hat deshalb ein umfassendes Projekt gestartet, um Kunstwerke mit antisemitischen oder NS-bezogenen Motiven systematisch zu identifizieren und einzuordnen.

Initiative mit bundesweiter Aufmerksamkeit

Über dieses Vorhaben berichtet Pfarrerin Marion Gardei, Beauftragte für Erinnerungskultur der EKBO, am Donnerstag, 22. Januar, um 19:00 Uhr im Haus an der Marktkirche in Wiesbaden.

Die Initiative gilt bundesweit als beispielhaft, da sie erstmals eine strukturierte und flächendeckende Prüfung kirchlicher Kunstwerke vorsieht.

Vortrag und anschließende Diskussion

Im Anschluss an den Impulsvortrag diskutieren Pfarrer Markus Zink, Kunstbeauftragter der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, sowie Pfarrer Peter Noss, Experte für interreligiösen Dialog im Zentrum Ökumene, über den Umgang mit belasteten Darstellungen und die Bedeutung für die heutige kirchliche Praxis.

Teil der städtischen Gedenkreihe

Die Veranstaltung ist eingebettet in die Wiesbadener Reihe „27. Januar – Erinnern an die Opfer“, die jährlich anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktags stattfindet.

Ziel ist es, historische Verantwortung sichtbar zu machen und aktuelle Debatten über Erinnerungskultur zu fördern.

Offen für alle Interessenten

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Veranstalter sind das Evangelische Dekanat Wiesbaden, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, die Jüdische Gemeinde Wiesbaden sowie die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Wiesbaden.

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