Mobilität

Radverkehr-Offensive 2026: Wiesbaden beschließt fünf Großprojekte für Pendler und Stadtviertel

Wiesbaden macht ernst bei der Verkehrswende. Der Magistrat hat in seiner Sitzung am Dienstag den Weg für fünf zentrale Radverkehrsprojekte freigemacht. Von neuen Radschnellverbindungen nach Mainz und Frankfurt bis hin zu sichereren Wegen im Rheingauviertel – die hessische Landeshauptstadt investiert massiv in die Infrastruktur für Radfahrer.

Von: |Erschienen am: 13. Januar 2026 13:33|

Foto: KI-Visualisierung: Landeshauptstadt Wiesbaden

Die Landeshauptstadt Wiesbaden setzt ein deutliches Signal für eine fahrradfreundliche Zukunft. Um das Ziel einer sicheren und alltagstauglichen Radinfrastruktur zu erreichen, hat der Magistrat gleich fünf wichtige Vorhaben auf den Weg gebracht. Die Projekte verbessern nicht nur die innerstädtische Sicherheit, sondern stärken vor allem die Anbindung an die Nachbarstädte Mainz und Frankfurt sowie die umliegenden Ortsteile.

„Das Fahrrad wird immer wichtiger als Alltagsverkehrsmittel und hilft dabei, unsere Straßen zu entlasten“, betont Wiesbadens Verkehrsdezernent Andreas Kowol am Dienstag, 13. Januar, in der aktuellen Sitzung des Magistrats. Besonders der Zuwachs bei längeren Pendlerstrecken durch E-Bikes mache den Ausbau leistungsfähiger Verbindungen notwendig.

Radschnellweg Wiesbaden–Mainz

Eines der Leuchtturmprojekte ist die künftige Radschnellverbindung zwischen Wiesbaden und Mainz. Der erste Bauabschnitt soll zwischen der Klingholzstraße und dem Theodor-Heuss-Ring entstehen. Die geschätzten Kosten von rund 900.000 Euro werden voraussichtlich zu 70 Prozent durch Landesmittel gefördert. Besonders effizient: Die Bauarbeiten werden mit den Maßnahmen der ELW am neuen Hauptsammler abgestimmt, sodass ein geplanter Wartungsweg direkt als asphaltierte Radtrasse mitgenutzt werden kann.

Per Schnellroute nach Frankfurt und Erbenheim

Auch in Richtung Osten geht es voran: Für die Radschnellverbindung Wiesbaden–Frankfurt wurde die Vorzugsvariante beschlossen. Die Route soll über Hofheim und Hattersheim führen und Fahrzeiten um bis zu 26 Prozent verkürzen.

Ein Teil dieser Strecke wird über eine stillgelegte Bahntrasse in Erbenheim (zwischen „An der Käßmühle“ und dem „Mittelpfad“) geführt. Mit einem Investitionsvolumen von 712.000 Euro entsteht hier eine direkte Verbindung abseits des Straßenverkehrs, welche die Berliner Straße entlasten soll.

Neue Fahrradstraße für das Rheingauviertel

Innerstädtisch wird die Rüdesheimer Straße (zwischen Kaiser-Friedrich-Ring und Loreleiring) zur Fahrradstraße umgestaltet. Diese Maßnahme schließt eine wichtige Lücke im Radnetz und schafft einen sicheren Anschluss an die ebenfalls geplante Fahrradstraße in der Adelheidstraße. Das Projekt wurde eng mit dem „Super-Block Rheingauviertel“ abgestimmt und soll den Durchgangsverkehr im Viertel spürbar reduzieren.

Sicherheit am Theodor-Heuss-Ring

Am Theodor-Heuss-Ring, einer der wichtigsten Verbindungen zwischen Biebrich, Erbenheim und Südost, wird der Straßenraum neu aufgeteilt. Für rund 192.000 Euro werden zusätzliche Radfahrstreifen, Schutzstreifen oder verbreiterte Gehwege geschaffen, um die Überquerung der Gleisanlagen für Radfahrer sicherer zu machen.

Weitere geplante Radverkehrsprojekte 2026

Das Verkehrsdezernat gibt zudem einen Ausblick auf weitere Radverkehrsprojekte, die bereits beschlossen wurden und im Laufe des Jahres 2026 zur Umsetzung anstehen. Größtes Projekt ist die Auffahrtsspindel an der Kaiserbrücke („Kaiserspindel“) in Amöneburg, mit der erstmals eine stufenlose Verbindung über den Rhein nach Mainz ermöglicht wird.

In der Seerobenstraße werden, als Verlängerung der Radverbindung auf dem 1. Ring, Radstreifen stadtauswärts markiert. In der Adelheidstraße im Bezirk Mitte wird eine Fahrradstraße eingerichtet, wobei der Knotenpunkt mit der Wörthstraße zu einem Minikreisel umgebaut wird.

Mit diesen Investitionen in den sogenannten Umweltverbund möchte Wiesbaden den CO2-Ausstoß senken und die Lebensqualität in der Stadt nachhaltig steigern.

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