Prävention / Hilfe
Gewalt in den eigenen vier Wänden – Feiertage als Brennglas für familiäre Konflikte
Die Weihnachtszeit und der Jahreswechsel gelten als Zeit der Harmonie, doch die Realität sieht oft anders aus. Das Polizeipräsidium Westhessen meldet für Wiesbaden und die Region ein erhöhtes Einsatzaufkommen bei häuslicher Gewalt. Erfahren Sie hier, warum Konflikte gerade jetzt eskalieren und wo Betroffene in Wiesbaden schnelle Hilfe finden.
Symbolfoto: Canva
Zwischen Lichterglanz und Neujahrsstimmung bleibt eine dunkle Seite der Feiertage oft verborgen: häusliche Gewalt. Rund um Weihnachten und Silvester muss die Polizei Westhessen jedes Jahr vermehrt einschreiten. Die Botschaft der Beamtinnen und Beamten ist klar – niemand muss schweigen oder Angst haben, Hilfe zu suchen.
Wenn Harmonie in Streit umschlägt
Weihnachten, Silvester, Familienzeit – für viele die schönste Zeit des Jahres. Doch hinter geschlossenen Türen endet die ersehnte Besinnlichkeit nicht selten in Streit, Angst und Gewalt. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Westhessen, zu dem auch Wiesbaden gehört, waren die Einsatzkräfte über die Feiertage im Dauereinsatz.
„Gerade an Weihnachten und zum Jahreswechsel verzeichnen wir regelmäßig mehr Fälle von häuslicher Gewalt“, so ein Sprecher der Polizei. Gründe gibt es viele: hohe Erwartungen, enge Wohnverhältnisse, Alkohol, emotionale Spannungen oder finanzielle Sorgen. Wenn dann noch alte Konflikte aufbrechen, kann ein Streit schnell eskalieren.
Häusliche Gewalt kennt keine Grenzen
Betroffen sind Menschen aller Altersgruppen – Frauen, Männer, Kinder und ältere Angehörige. Gewalt in der Familie ist kein Randproblem, sondern traurige Realität mitten in unserer Gesellschaft. „Gewalt in Partnerschaften und Familien ist keine Privatsache“, betont die Polizei Westhessen. „Wir reagieren konsequent, sobald wir Hinweise auf Übergriffe erhalten.“
Im Mittelpunkt steht immer der Schutz der Opfer: Sie werden nicht allein gelassen, bekommen Beratung, Unterstützung und – wenn nötig – sofortigen Schutz vor weiteren Angriffen.
Hilfe holen ist kein Zeichen von Schwäche
Viele Betroffene schämen sich oder fürchten, dass eine Anzeige alles noch schlimmer macht. Doch die Polizei ermutigt: Hilfe anzunehmen ist der erste Schritt aus der Gewaltspirale.
Wer bedroht oder verletzt wird, sollte sich sofort über den Notruf 110 melden – rund um die Uhr, auch an Feiertagen.
Aber auch ohne akute Gefahr können sich Betroffene an jede Polizeidienststelle wenden. Die Beamtinnen und Beamten beraten vertraulich, informieren über Schutzmöglichkeiten und vermitteln auf Wunsch an geeignete Beratungsstellen in Wiesbaden und Umgebung.
Hilfsangebote in Wiesbaden
In der Landeshauptstadt stehen eine Reihe von lokalen Hilfsangeboten zur Verfügung, die auch „zwischen den Jahren“ erreichbar sind:
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Frauenhaus Wiesbaden
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Sozialdienst katholischer Frauen (SkF)
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Beratungsstellen der Stadt Wiesbaden für Familien und Gewaltopfer
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Telefonische Hilfe über das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter 08000 / 116 016
Diese Einrichtungen bieten Schutzräume, rechtliche Beratung und emotionale Unterstützung – für Frauen, Männer und Kinder.
Schweigen schützt die Falschen
Die Polizei Westhessen appelliert an Nachbarn, Freunde und Angehörige, nicht wegzusehen. Wer Hilferufe hört oder Gewalt bemerkt, sollte Unterstützung holen oder direkt die Polizei informieren. Häusliche Gewalt kann nur verhindert werden, wenn sie nicht verborgen bleibt.
Zum Jahresende richtet das Polizeipräsidium Westhessen einen klaren Appell an alle: „Niemand ist allein. Hilfe ist da – auch an den Feiertagen.“
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InfoBox
Unter www.polizei-beratung.de/infos-fuer-betroffene/haeusliche-gewalt finden sich wichtige Informationen, Tipps und Kontaktadressen.


