Casino-Vergabe

Ausschreibung für den Betrieb der Wiesbadener Spielbank erfolgreich beendet

Nach einem europaweiten Vergabeverfahren steht fest, wer den traditionsreichen Spielbetrieb im Wiesbadener Kurhaus künftig verantwortet. Die Entscheidung bringt Kontinuität, klare Perspektiven und einige bemerkenswerte Zusagen für die Stadt, doch auch hohe Erwartungen an den künftigen Betreiber. Ein Blick auf das Ergebnis und seine Bedeutung für Wiesbaden.

Von: |Erschienen am: 12. Dezember 2025 18:20|

Foto: Stadt Wiesbaden

Nach einem umfangreichen Ausschreibungsprozess und intensiven Gesprächen steht nun fest, wer den Spielbetrieb der Spielbank Wiesbaden künftig verantwortet.

Ab dem 1. Januar 2026 führt die bisherige Betreiberin, die „Spielbank Wiesbaden GmbH & Co KG“, den traditionsreichen Standort weiter.

Stadtspitze betont Kontinuität und Planungssicherheit

Bürgermeisterin und Wirtschaftsdezernentin Christiane Hinninger (Bündnis 90/Die Grünen) begrüßt die Entscheidung ausdrücklich: „Ich freue mich, dass wir die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der bisherigen Betreiberin fortsetzen können und auch zukünftig eine verlässliche Partnerin an unserer Seite haben.

Mit der jetzt erteilten Konzession schaffen wir Planungssicherheit für die nächsten zehn bis 15 Jahre. Wir sichern den ordnungsgemäßen Spielbetrieb in öffentlicher Hand im attraktiven historischen Rahmen – das stärkt die Strahlkraft unseres Kurhauses und unserer Stadt, weit über die Region hinaus.“

Spielbank Teil der Stadt-DNA

Auch Oberbürgermeister Gert‑Uwe Mende (SPD) hebt die Bedeutung der erneuten Vergabe hervor. Der traditionsreiche Spielbetrieb bleibe ohne Unterbrechung gewährleistet: „Wir stehen ja auch in einer historischen Verantwortung: Mit dem Beginn des Roulette-Spielbetriebs im Jahr 1771 gilt die Wiesbadener Spielbank als eine der ältesten in Deutschland.

Viele Berühmtheiten haben im Laufe der Geschichte in Wiesbaden ihr Glück versucht – man denke nur an den russischen Schriftsteller Fjodor Dostojewski, der 1866 seine Erfahrungen im bekannten Roman ‚Der Spieler‘ verarbeitete. Die Spielbank im Kurhaus und den Kolonnaden gehört zur Wiesbadener ‚DNA‘ und macht uns auch im einzigartig im internationalen Wettbewerb.“

Betreiber setzt auf Stabilität

Auch seitens der Betreiberin wird die erneute Konzession als wichtiges Signal gewertet. Geschäftsführer Andreas Krautwald erklärt: „Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, die erfolgreiche Zusammenarbeit fortsetzen zu können.“

Die bisherige Konzession endet zum Jahreswechsel. Die neue Genehmigung gilt für zehn Jahre und kann einmalig um weitere fünf Jahre verlängert werden. Bereits im Frühjahr 2024 hatte die Stadt die ersten Schritte des europaweiten Auswahlprozesses eingeleitet.

Spielbank-Konzept und Klassisches Spiel

Ein zentraler Bestandteil der Anforderungen war die Fortführung des bestehenden Spielkonzepts. Besonders das Klassische Spiel mit seinem repräsentativen Ambiente soll weiterhin ein prägendes Element bleiben.

Damit wird auch die starke Marktposition des Hauses langfristig gesichert. Die Spielbank zählt zu den fünf führenden Casinos in Deutschlan:

Gemeinwohl profitiert weiterhin

Die Stadt betont zudem die Bedeutung der Spielbank für das Gemeinwohl. Hinninger erklärt: „Auch die Stadtgesellschaft profitiert vom Spielbankbetrieb. Wir haben uns in den Verhandlungen darauf geeinigt, dass die jährlichen Abgaben der Spielbank zur Förderung gemeinwohlorientierter Projekte in vollem Umfang erhalten bleiben.

Dazu gehören unter anderem die Förderung innovativer medizinischer Entwicklungen mit dem Rheumapreis, im kulturellen Bereich mit dem Jawlensky-Preis, mit der ‚Preis der Spielbank Wiesbaden‘ für das Pfingstturnier sowie die Förderung für die Sporthilfe. Zusätzlich wird es künftig einen namhaften Betrag für ökologische Maßnahmen und Projekte des Klima- und Artenschutzes geben. Anliegen, die in der heutigen Zeit bekanntlich besonders wichtig sind.“

Spielerschutz und Prävention im Fokus

Ein weiterer Schwerpunkt der neuen Konzession liegt auf dem Spielerschutz. Stadt und Betreiber haben ein Konzept entwickelt, das den Vorgaben des Hessischen Glücksspielstaatsvertrags umfassend entspricht und Maßnahmen zur Suchtprävention stärkt.

Enge Abstimmung mit der Glücksspielaufsicht

Alle Schritte des Vergabeprozesses erfolgten in enger Zusammenarbeit mit der Glücksspielaufsicht des Hessischen Ministeriums des Inneren, für Sicherheit und Heimatschutz. Bürgermeisterin Hinninger dankte der Behörde ausdrücklich für die konstruktive Unterstützung.

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