Feuerwehreinsatz

Kohlenmonoxid-Alarm in Mehrfamilienhaus – Sieben Personen, darunter drei Kinder, evakuiert

Am späten Samstagabend kam es in Wiesbadener Ortsteil Kostheim zu einem Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Seelsorgekräften, nachdem in einem Mehrfamilienhaus eine gefährlich hohe Kohlenmonoxid-Konzentration festgestellt wurde. Zwei Personen erlitten eine Kohlenmonoxidvergiftung und mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Das Gebäude wurde evakuiert.

Von: |Erschienen am: 9. November 2025 10:55|

Symbolfoto

Weil es einer Person nicht gut ging wurde der Rettungsdienst um etwa 22:00 Uhr am Samstag, 8. November, zu einem medizinischen Notfall in die Hochheimer Straße nach Mainz-Kostheim gerufen. Beim Betreten der betroffenen Wohnung löste der mitgeführte Kohlenmonoxid-Warner der Rettungskräfte aus – ein Hinweis auf eine gefährliche CO-Belastung.

Die Rettungskräfte reagierten sofort. Sie brachten die beiden Bewohner ins Freie, leiteten die Erstversorgung ein und alarmierten die Feuerwehr Wiesbaden. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte zeigten beide Bewohner bereits deutliche Symptome einer Kohlenmonoxidvergiftung.

Feuerwehr evakuiert sieben Personen – darunter drei Kinder

Unter Atemschutz erkundeten Feuerwehrleute das Wohn- und Geschäftshaus und stellten eine hohe CO-Konzentration fest. Daraufhin wurde das gesamte Gebäude vorsorglich geräumt. Insgesamt mussten sieben Menschen, darunter drei Kinder, ihre Wohnungen verlassen.

Während der weiteren Messungen wurden in mehreren Wohnungen erhöhte CO-Werte festgestellt. Nur die Bewohner der zuerst betroffenen Wohnung wiesen im Blut auffällige Kohlenmonoxidwerte auf. Sie wurden in eine Wiesbadener Klinik transportiert.

Ursache war vermutlich defekte Gastherme

Nach intensiver Suche fanden die Einsatzkräfte schließlich die zentrale Gastherme des Hauses als vermutliche Ursache der gefährlichen Gaskonzentration. Offenbar hatte sich das Kohlenmonoxid über Wände und Schächte im gesamten Gebäude verteilt.

Die Feuerwehr schaltete die Anlage außer Betrieb, belüftete das Gebäude intensiv und führte abschließend Sicherheitsmessungen durch. Danach konnten keine erhöhten CO-Werte mehr festgestellt werden.

Betreuung und Nachsorge durch ASB und Notfallseelsorge

Während des Einsatzes wurden die evakuierten Bewohner durch die Schnelleinsatzgruppe Betreuung des Arbeiter-Samariter-Bundes Wiesbaden (ASB) und die Seelsorge in Notfällen (SIN) betreut. Dank eines bereitgestellten ESWE-Busses konnten sie dort Schutz und Wärme finden, bis die Feuerwehr Entwarnung gab.

Nach Abschluss aller Arbeiten durften die Bewohner in ihre Wohnungen zurückkehren – allerdings bleibt die Heizungsanlage bis zur Überprüfung durch eine Fachfirma außer Betrieb.

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Feuerwehr warnt vor der unsichtbaren Gefahr Kohlenmonoxid

Kohlenmonoxid (CO) ist farb-, geruchs- und geschmacklos – und damit besonders heimtückisch. Schon geringe Mengen können Kopfschmerzen, Übelkeit und Bewusstlosigkeit verursachen, höhere Konzentrationen führen oft tödlich.

Die Feuerwehr Wiesbaden mahnt daher zur Vorsicht und Prävention:

  • Heizungs- und Abgasanlagen regelmäßig durch Fachbetriebe warten lassen

  • Kohlenmonoxid-Warner installieren – vor allem in Wohnungen mit Gasthermen, Kaminöfen oder offenen Feuerstellen

  • Bei Verdacht auf CO-Vergiftung (z. B. Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerz): Sofort ins Freie gehen und Notruf 112 wählen