Auszeichnung

175 Jahre im Dienst der Bürger – Freiwillige Feuerwehr Biebrich feiert stolzes Jubiläum

Einsatzbereitschaft, Mut und gelebte Kameradschaft! Die Freiwillige Feuerwehr Wiesbaden-Biebrich feiert ihr großes Jubiläum. Gegründet im Jahr 1851, zählt sie zu den traditionsreichsten Wehren in ganz Hessen. Bei einer feierlichen Akademischen Feier würdigte Hessens Innenminister Roman Poseck die unermüdliche Arbeit der Brandschützer und überreichte die Ehrenplakette des Landes. Neben beeindruckenden Einsatzzahlen und starker Nachwuchsarbeit fand der Minister auch deutliche Worte zu Respekt und härteren Strafen bei Angriffen auf Einsatzkräfte.

Von: |Erschienen am: 7. November 2026 15:10|

Foto: Klaus Mendrzick / HMdI

Ein Notruf fragt nicht nach Feierabend, Plänen fürs Wochenende oder Familienfeiern: Wenn die Sirenen und Meldeempfänger schrillen, lassen Frauen und Männer alles stehen und liegen, um anderen Menschen in Not beizustehen – oft mitten in der Nacht und unter Einsatz der eigenen Gesundheit. Was heute wie selbstverständlich zum Sicherheitsnetz der Landeshauptstadt gehört, hat in Wiesbaden-Biebrich eine beeindruckende Geschichte. Die Freiwillige Feuerwehr Biebrich feiert ihr 175-jähriges Bestehen.

Im Rahmen einer feierlichen Akademischen Feier am Samstag, 7. November, im Schloss Bierbrich gratulierte Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) den Floriansjüngern im Namen der Landesregierung und überreichte der traditionsreichen Wehr die offizielle Ehrenplakette des Landes Hessen. Die 1851 gegründete Einheit gehört zu den ältesten und geschichtsträchtigsten Feuerwehren des Bundeslandes und ist fest im sozialen Gefüge des Rheinstadtteils verwurzelt.

Seit Generationen ein verlässlicher Anker

In seiner Festrede fand Innenminister Poseck bewegende Worte des Dankes für das ehrenamtliche Engagement: „Ein Notruf nimmt keine Rücksicht auf Feierabend oder Familienzeit. Wenn die Feuerwehr alarmiert wird, verlassen die Einsatzkräfte ihren Arbeitsplatz, unterbrechen das gemeinsame Abendessen oder stehen mitten in der Nacht auf, um anderen zu helfen. Oft wissen sie nicht, was sie am Einsatzort erwartet. Dennoch sind sie zur Stelle. Die Freiwillige Feuerwehr Biebrich ist seit Generationen ein verlässlicher Anker für Sicherheit und Zusammenhalt. Ihre Mitglieder haben schwierige Zeiten gemeistert, Erfahrungen weitergegeben und eine Kameradschaft entwickelt, auf die sie sich im Ernstfall verlassen können. Darauf dürfen sie stolz sein.“

Besonderen Dank richtete der Minister auch an die Familien und Partner der Feuerwehrleute: Ein solches Ehrenamt funktioniere nur, wenn Menschen im Hintergrund Verständnis aufbringen, Rückhalt geben und auf gemeinsame Zeit verzichten.

Deutliche Worte gegen Gewalt an Einsatzkräften

Mit ernstem Nachdruck thematisierte Poseck den zunehmenden Mangel an Respekt gegenüber Rettungskräften. Mit Blick auf vergangene Großdemonstrationen und Ausschreitungen in Hessen, bei denen zahlreiche Einsatzkräfte verletzt wurden, forderte er harte Konsequenzen: „Einsatz verdient Respekt. Es ist unerträglich, dass Einsatzkräfte immer häufiger angegriffen werden. Übergriffe auf Einsatzkräfte müssen streng bestraft werden, denn sie sind besonders verwerfliches Unrecht.“

Hessen habe sich erst in dieser Woche im Innenausschuss des Bundesrates erneut mit Nachdruck für eine spürbare Anhebung des Strafrahmens bei Attacken auf Rettungs- und Sicherheitskräfte eingesetzt.

Starke Bilanz – 147 Einsätze und exzellente Jugendarbeit

Wie unverzichtbar die Biebricher Wehr im Alltag ist, belegen die Einsatzstatistiken.

  • Aktive Truppe: 38 Feuerwehrangehörige (darunter fünf Frauen) mit einem erfreulich jungen Durchschnittsalter von rund 33 Jahren versehen ihren Dienst im aktiven Löschzug.

  • Einsatzgeschehen 2025: Insgesamt 147 Alarmierungen galt es abzuarbeiten – darunter 96 Brandeinsätze, 18 technische Hilfeleistungen und 33 Fehlalarme.

  • Tausende Stunden Ehrenamt: Mehr als 1.600 Stunden brachten die Helferinnen und Helfer direkt im Einsatz zu, weitere rund 1.185 Stunden investierten sie in anspruchsvolle Lehrgänge und Weiterbildungen.

  • Starke Nachwuchssäule: Die Zukunft der Wehr ist gesichert. 19 Jugendliche (davon acht Mädchen) lernen in der Jugendfeuerwehr Teamgeist und Technik; weitere 16 Kinder toben und forschen in der Kindergruppe. Die Alters- und Ehrenabteilung hält mit zwölf verdienten Kameraden die Tradition lebendig.

Millioneninvestitionen in den hessischen Brandschutz

Die Landeshauptstadt Wiesbaden profitiert spürbar von gezielten Landesprogrammen: Zwischen 2021 und 2025 flossen über 430.000 Euro an Landeszuwendungen für den Brandschutz nach Wiesbaden, darunter allein rund 285.500 Euro zur Co-Finanzierung moderner Einsatzfahrzeuge.

Landesweit investiert Hessen massiv in Ausbildung und Infrastruktur: So flossen rund 26 Millionen Euro in den Ausbau des Kinder- und Jugendfeuerwehrausbildungszentrums in Marburg-Cappel, während die Landesfeuerwehrschule in Kassel für rund 80 Millionen Euro ausgebaut wird, um die Lehrgangskapazitäten von 240 auf 390 Plätze zu steigern. Allein für 2025 und 2026 stehen landesweit jeweils über 21 Millionen Euro für den Brandschutz bereit.

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