Umweltprogramm
Sandarium, Käferkeller und Steinhaufen: ESWE Verkehr schafft neue Biotope auf dem Betriebshof
Wo sonst schwere Gelenkbusse rangieren und asphaltierte Parkflächen dominieren, summt und krabbelt es künftig: Der Wiesbadener Mobilitätsdienstleister ESWE Verkehr hat gemeinsam mit dem NABU Wiesbaden Teile seines Betriebsgeländes in wertvolle Biotope verwandelt. Mit Sandarium, Käferkeller, Steinhaufen und heimischer Bepflanzung entstand auf kleinem Raum ein Paradies für Wildbienen, Eidechsen und Insekten. Wie das Projekt im Rahmen des europäischen Umweltzertifikats EMAS funktioniert, lesen Sie in unserem Artikel.
Fotos: NABU Wiesbaden | ESWE Verkehr
Auf den ersten Blick wirkt ein hochfrequentierter Busbetriebshof zwischen der Gartenfeld- und Mainzer Straße in Wiesbaden wie das genaue Gegenteil eines Naturparadieses: Asphalt, Werkstatthallen, Fahrleitungen und enge Taktzeiten prägen das Bild. Dass sich gewerbliche Infrastruktur und gelebter Naturschutz keineswegs ausschließen müssen, beweist jetzt eine gemeinsame Initiative von ESWE Verkehr und dem Naturschutzbund Wiesbaden e.V. (NABU).
Gemeinsam haben die Partner einen Teil der Grünflächen des Omnibusbetriebshofs ökologisch umgestaltet und damit maßgeschneiderte Rückzugs- und Nahrungsräume für gefährdete Insekten und Kleintiere geschaffen. Die Maßnahme ist fester Bestandteil des betriebseigenen Umweltprogramms im Rahmen des nach dem anspruchsvollen EU-Standard EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) validierten Umweltmanagementsystems.
Mosaik der Lebensräume: Vom Sandarium bis zum Käferkeller
Das vom NABU Wiesbaden entwickelte Fachkonzept beweist, wie auf überschaubarer Fläche maximale Strukturvielfalt entstehen kann.
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Sandarium für Erdbienen: Zahlreiche heimische Wildbienenarten bauen ihre Brutröhren nicht in Holz, sondern im offenen Sand- und Erdreich. Eine eigens aufgeschüttete Sandfläche bietet ihnen ideale Nistbedingungen.
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Wärmespeichernder Steinhaufen: Aufgeschichtete Steine fangen die Sonnenwärme ein und bieten Eidechsen sowie wärmeliebenden Krabbeltieren sichere Unterschlüpfe.
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Käferkeller aus Totholz und Laub: Verrottendes Holz und Laubschichten dienen Totholzkäfern und Mikroorganismen als lebenswichtige Nahrungs- und Überwinterungsstätte.
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Heimische Blütenpracht: Um das Nahrungsangebot abzurunden, wurden standortangepasste mehrjährige Stauden gepflanzt und Freiflächen mit samenfestem, heimischem Saatgut eingesät.
Praktischer Naturschutz und Wissenstransfer
Die Fachleute des NABU standen dem Team von ESWE Verkehr bei der praktischen Umsetzung mit Rat und Tat zur Seite. Neben der handwerklichen Arbeit vermittelte die Aktion den Teilnehmenden wertvolles Praxiswissen darüber, mit welch einfachen Mitteln sich städtische Randflächen in wertvolle ökologische Trittsteine verwandeln lassen.
ESWE-Verkehr-Geschäftsführerin Marion Hebding zeigte sich begeistert vom Engagement aller Beteiligten: „Auch auf einem stark genutzten Betriebshof können wir Raum für Artenvielfalt schaffen. Mein Dank gilt den Fachleuten des NABU und allen, die mit angepackt haben. Die Aktion zeigt, wie wir die Ziele unseres Umweltprogramms ganz praktisch umsetzen.“
Zeichen gegen Flächenversiegelung
Angesichts des zwangsläufig hohen Versiegelungsgrads auf dem Betriebshofgelände und der benachbarten Parkplatzanlage an der Salzbachaue misst das Unternehmen der Begrünung verbleibender Randstreifen einen hohen Stellenwert bei. Da Biodiversität ein Kernaspekt des europäischen EMAS-Prüfsiegels darstellt, soll das Projekt als Vorbild für weitere standorteigene Initiativen dienen.
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