Ehrung
Festakt der etwas anderen Art: Kreativfabrik mit Kulturpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden ausgezeichnet
Laut, bunt, unangepasst und unverzichtbar für die Stadt. Die Kreativfabrik Wiesbaden ist mit dem renommierten Kulturpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden ausgezeichnet worden. Dass die Krea kein Ort für steife Empfänge ist, bewies schon der Festakt am vergangenen Freitag. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, Kulturdezernentin Dr. Patricia Becher und Laudator Dirk Fellinghauer würdigten das ehrenamtliche Engagement, die gelebte Vielfalt und den Stellenwert des Kulturzentrums als Freiraum für junge Menschen.
Fotos: Stadt Wiesbaden
Wenn auf den Stühlen der geladenen Ehrengäste bunte Schaumstoff-Ohrstöpsel bereitliegen und das Bühnenbild von Schlagzeugbecken und Verstärkertürmen dominiert wird, ist klar: Hier wird kein gewöhnlicher städtischer Festakt zelebriert. Die Kreativfabrik Wiesbaden e.V. feiert eben auf ihre ganz eigene Art – und durfte am Freitag, 30. Oktober, eine der höchsten Auszeichnungen der Landeshauptstadt entgegennehmen: den Kulturpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden.
Den passenden, energiegeladenen Auftakt und die Begleitung des Abends lieferte die fünfköpfige Krea-Haus-Hardcore-Band „Negative Peace“, die dem Publikum von der ersten Minute an lautstark klarmachte, wofür die Krea seit jeher steht: Eigensinn, Energie und gelebte Subkultur.
Jury-Entscheidung – Diversität, Mut und nachhaltige Prägung
In seiner Ansprache hob Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) die tragenden Säulen hervor, die die Jury zur Vergabe des Preises an den Verein bewogen haben. Die Krea stehe wie kaum eine andere Institution für Gelebte Diversität – ein offenes Miteinander ohne Vorurteile.
Zudem wird ein innovativer und experimenteller Ansatz verfolgt. In der Krea gibt es Raum für künstlerische Experimente jenseits des Mainstreams.
„Seit vielen Jahren bereichert der Verein das kulturelle Leben der Landeshauptstadt unverzichtbar“, so Mende. Zudem betonte er, den Ausnahmecharakter der Auszeichnung. Der Wiesbadener Kulturpreis sei eine echte Besonderheit – ein Preis ohne Gegenleistung, der gezielt lokalen Kulturträgern vorbehalten ist, die fest im städtischen Gefüge verwurzelt sind.
Treffpunkt und kreativer Freiraum für die Jugend
Auch Wiesbaden Kulturdezernentin Dr. Patricia Becher (SPD) unterstrich die unverzichtbare Rolle des Kulturzentrums. Die Krea habe von Beginn an eine klare Haltung bewiesen und eine Idee von Kultur verteidigt, die es heute mehr denn je zu schützen gelte. „Als größtenteils ehrenamtlich getragener Verein ist die Krea weit mehr als eine reine Veranstaltungsstätte: Sie ist ein zentraler Treffpunkt und insbesondere für junge Menschen ein unverzichtbarer Ort der Begegnung, der Kreativität und des offenen Austauschs.“
Gemeinsam dankten Mende und Becher der Vereinsvorsitzenden Jenny Müller sowie dem gesamten Krea-Team für den unermüdlichen Einsatz und das niedrigschwellige, offene Kulturprogramm. Für die kommenden Jahre sicherten Stadtspitze und Kulturdezernat dem Verein ihre fortlaufende Unterstützung zu.
Laudator Dirk Fellinghauer – „Die Krea ist ein echter Safe Space“
Welch enormer Ideenreichtum und welche Ausdauer hinter der Vereinsarbeit stecken, rief Journalist und Laudator Dirk Fellinghauer in Erinnerung. Anhand eindrucksvoller Zahlen und persönlicher Anekdoten zeichnete er die Entwicklungsgeschichte der Kreativfabrik nach.
Nicht nur die Krea habe allen Grund zum Feiern, so Fellinghauer, sondern vor allem die Landeshauptstadt selbst: Wiesbaden könne sich glücklich schätzen, ein derartiges Zentrum in seinen Mauern zu wissen. Die Kreativfabrik sei ein elementarer „Safe Space“ – ein geschützter Raum, in dem Menschen respektiert, willkommen geheißen und mit ihren Ideen ernst genommen werden.
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