Ermittlungen / Video

Wohnungsbrand in Klarenthal vorsätzlich gelegt – 46-jährige Bewohnerin festgenommen

Wende nach dem verheerenden Wohnungsbrand in Wiesbaden-Klarenthal. Nachdem in der Nacht zum Sonntag rund 100 Einsatzkräfte zu einem dramatischen Feuer in der Goerdelerstraße ausrücken mussten und 15 Menschen gerettet wurden, hat die Wiesbadener Kriminalpolizei nun eine Tatverdächtige ermittelt und festgenommen. Eine Mieterin steht im dringenden Verdacht, ihre eigene Wohnung vorsätzlich angezündet und dabei eine Katastrophe für das gesamte Mehrfamilienhaus billigend in Kauf genommen zu haben.

Von: |Erschienen am: 2. November 2026 14:50|

Symbolfoto

Nach dem dramatischen Feuer in einem Mehrfamilienhaus in der Goerdelerstraße in Wiesbaden-Klarenthal am frühen Sonntagmorgen, 1. November, gibt es eine schwerwiegende Entwicklung bei den polizeilichen Ermittlungen. Das Feuer, das gegen 03:20 Uhr im Erdgeschoss ausbrach, war nach Erkenntnissen der Ermittler kein tragischer Unfall, sondern wurde vorsätzlich gelegt.

Die Wiesbadener Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft ermitteln mit Hochdruck gegen eine 46 Jahre alte Hausbewohnerin. Sie wurde festgenommen und befindet sich im Polizeigewahrsam.

Brandstiftung im Ausnahmezustand

Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand geht die Polizei davon aus, dass die 46-Jährige ihre Erdgeschosswohnung im Zuge eines akuten psychischen Ausnahmezustandes eigenhändig in Brand gesteckt hat.

Dabei nahm die Tatverdächtige offenbar skrupellos in Kauf, dass sich die lodernden Flammen und der hochgiftige Brandrauch rasend schnell auf die darüberliegenden Etagen und weitere Wohneinheiten ausbreiten und das Leben zahlreicher Nachbarn gefährden würden.

Wohnung komplett zerstört – Mehrere Verletzte

Die Folgen der Tat waren verheerend. Mindestens eine Wohnungseinheit wurde durch die Flammen und die enorme Hitzeeinwirkung vollständig zerstört. Dichter Rauch schnitt dutzenden Menschen mitten in der Nacht den Fluchtweg ab.

Rund 15 Personen, darunter auch mehrere Kinder, mussten von der Berufsfeuerwehr und freiwilligen Einheiten unter Lebensgefahr über Drehleitern, tragbare Leitern und mit Fluchthauben gerettet werden.

Mehrere Bewohner erlitten Rauchgasvergiftungen und mussten nach einer Erstversorgung vor Ort in umliegende Krankenhäuser eingeliefert werden.

Rund 100 Rettungskräfte kämpften stundenlang gegen das Flammenmeer und verhinderten ein Übergreifen auf das gesamte Gebäude.

Vorführung beim Haftrichter

Polizeikräfte nahmen die 46-jährige Tatverdächtige noch am Sonntag fest. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wiesbaden wird die Frau nun einem Haftrichter vorgeführt, der über die weiteren Maßnahmen – wie den Erlass eines Untersuchungshaftbefehls oder eine Unterbringung in einer psychiatrischen Fachklinik – entscheidet.

Die Wiesbadener Kriminalpolizei hat vor Ort umfangreiche Spurensicherungsmaßnahmen durchgeführt und führt die Vernehmungen zu den genauen Hintergründen und dem detaillierten Geschehensablauf fort.

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