Einweihung / Fotostrecke
Mehr Platz für Bierstadts Grundschüler: Moderner Erweiterungsbau mit Mensa und Sporthalle eröffnet
Die Grundschule Bierstadt hat am Freitag ihren modernen Erweiterungsbau offiziell in Betrieb genommen. Das architektonisch anspruchsvolle Gebäude schafft dringend benötigten Raum für zwei komplette Klassenzüge, eine großzügige Mensa und eine ins Erdreich eingelassene Einfeldsporthalle. Mit konsequenter Brettsperrholzbauweise, moderner Wärmepumpentechnik und zukunftsweisenden Lernclustern setzt die städtische Entwicklungsgesellschaft WiBau neue Maßstäbe für Wiesbadener Schulen. Alle Eindrücke und Details der Eröffnungsfeier in unserem Artikel.
Fotos: Paul Müller
Ein Freudentag für Bierstadts Schulfamilie! Am Freitag, 30. Oktober, feierte die Grundschule Bierstadt, Poststraße 37, die feierliche Einweihung ihres neuen Erweiterungsbaus. Das Gebäude reagiert auf die kontinuierlich steigenden Schülerzahlen im östlichen Stadtteil und ergänzt den Traditionsstandort um dringend erforderliche Flächen für zwei Klassenzüge, eine moderne Mensa mit eigener Küche sowie eine vollwertige Einfeldsporthalle.
Gemeinsam mit den Kindern und dem Lehrerkollegium begingen Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD), Bürgermeisterin Christiane Hinninger (Die Grünen), Schuldezernentin Dr. Patricia Becher (SPD), WiBau-Geschäftsführer Christoph Golla und Schulleiter Christoph Steuer den feierlichen Moment. Die musikalische Umrahmung übernahmen die engagierten Schulchöre im Verbund mit der Schulband. Das eigens für die Schule komponierte Schullied, begleitet von schwungvollen Tanzeinlagen der Grundschüler, sorgte für große Begeisterung unter den geladenen Gästen.
Investition in die Bildungsinfrastruktur
Oberbürgermeister Mende unterstrich bei der Schlüsselübergabe die gesamtstädtische Bedeutung des Bauprojekts: „Der Erweiterungsbau ist von großer Bedeutung für den Standort Bierstadt und eine Investition in die Zukunft unserer Stadt. Er schafft die räumlichen Voraussetzungen dafür, dass die Grundschule ihre pädagogischen Aufgaben auch künftig gut erfüllen kann und Kinder die besten Bedingungen für erfolgreiches Lernen bekommen. Der Neu- und Ausbau von Schulen kommt in Wiesbaden weiter gut voran – die Stadt investiert viele hundert Millionen in die Zukunft unserer Kinder.“
Raffinierte Architektur auf engstem Raum
Planerisch stellte das Bauvorhaben die städtische Baugesellschaft WiBau vor anspruchsvolle Aufgaben: Das neue Gebäude steht mitten im bestehenden Schulhof und wird an gleich zwei Seiten von Bestandsbauten eingerahmt.
Um das Quartier bestmöglich zu schonen, fand im Vorfeld ein enger Dialog mit den Anwohnerinnen und Anwohnern statt. Das Gebäude wurde bewusst von der östlichen Grundstücksgrenze abgerückt, sodass es sich harmonisch einfügt und von der benachbarten Poststraße aus optisch kaum in Erscheinung tritt.
Die Raumaufteilung nutzt das Areal optimal aus:
-
Erdgeschoss mit Mensa: Der Haupteingang führt direkt in die neue Schulmensa, die die stark überlastete bisherige Einrichtung ablöst. Sie öffnet sich großzügig zum Schulhof und lässt sich bei schönem Wetter teilweise öffnen.
-
Untergeschoss mit Sporthalle: Die Einfeldsporthalle wurde um ein komplettes Stockwerk tief in das Erdreich eingegraben. Durch Verglasungen ermöglicht sie von der Mensa aus spannende Einblicke in den Sportbetrieb. Neben der Halle befinden sich im Untergeschoss auch die Umkleidekabinen, Sanitär- und Technikräume.
-
Obergeschosse in Brettsperrholzbauweise: Die beiden oberen Etagen bestehen komplett aus Holz – von den Stützen über die Unterzüge bis hin zu den Decken und Wandverkleidungen. Lediglich die Fluchttreppenhäuser wurden aus Brandschutzgründen in massivem Stahlbeton ausgeführt.
Vorzeigeprojekt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit
Auch in ökologischer Hinsicht setzt der Neubau Maßstäbe, wie Umweltdezernentin und Bürgermeisterin Christiane Hinninger hervorhob: „Der Neubau wurde konsequent nachhaltig entwickelt. Die Obergeschosse wurden vollständig in Holzbauweise errichtet, das Holz prägt zugleich die Atmosphäre der Lernräume. Zudem verfügt das Gebäude über eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, eine Kombination aus Luft-Wasser-Wärmepumpe und Gas-Brennwertkessel, die die Wärme überwiegend über eine Fußbodenheizung abgeben, sowie einen unterirdischen Wasserspeicher. Dieser entlastet bei Starkregen das öffentliche Kanalnetz und kann zugleich zur Bewässerung der Außenanlagen genutzt werden. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Bestandsgebäudes ist geplant und ergänzt das Konzept.“
Zeitgemäße Lerncluster statt klassischer Flurschule
Pädagogisch folgt die Schule dem Konzept moderner Cluster: Klassen- und Gruppenräume sind zusammen mit Loggien als eigenständige Lernlandschaften jeweils einer Jahrgangsstufe zugeordnet. Dieser Ansatz ist im Neubau bereits perfekt realisiert und soll im Rahmen der nun anstehenden Sanierungs- und Umbauarbeiten Schritt für Schritt auch im Bestandsgebäude verankert werden.
Schuldezernentin Becher betonte den Stellenwert für den Stadtteil: „Eine gute Lernumgebung ist eine entscheidende Voraussetzung für erfolgreiches Lernen und die bestmögliche Entwicklung unserer Schülerinnen und Schüler. Mit der Einweihung des Erweiterungsbaus führen wir die fast 120-jährige Geschichte dieses Schulstandortes fort. Gemeinsam mit den anstehenden Umbauten im Bestand und dem neuen Schulcampus Bierstadt-Nord entsteht im Stadtteil eine moderne Bildungsinfrastruktur, die den Anforderungen an zeitgemäße Schule gerecht wird.“
Auch WiBau-Geschäftsführer Golla zog eine positive Bilanz: Nach dem Bau der Mehrzweckhalle im Jahr 2010 und dem Ausbau des „Künstlernests“ im Dachgeschoss 2013 sei der Erweiterungsbau das dritte große Etappenziel, das die Schule für die kommenden Jahrzehnte komplettiert.
Mehr aktuelle Berichte über Bildungspolitik, Schulneubauten und das Stadtteilleben in Bierstadt finden Sie täglich in unseren Rubriken auf wiesbadenaktuell.de.
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von Wiesbadenaktuell.de und folgen Sie uns auch auf Instagram sowie auf Threads!


