Dialog
Zwischen Gaming und Demokratie: Arbeitskreis „Sicherheit für Alle“ diskutiert über digitale Jugendwelten
Wie stark prägen Games, Social Media und digitale Plattformen den Alltag junger Menschen? Und wie lassen sich Heranwachsende wirksam vor Desinformation, Online-Hetze und extremistischer Einflussnahme schützen? Mit diesen drängenden Zukunftsfragen befasste sich am Dienstagabend der Arbeitskreis „Sicherheit für Alle“ in Wiesbaden-Dotzheim. Vertreter der Polizei Westhessen, migrantischer Organisationen und Fachreferenten diskutierten intensiv über Medienkompetenz und den Schutz demokratischer Werte. Warum Polizeivizepräsidentin Thaler den Schulterschluss im digitalen Raum als unverzichtbar einstuft, lesen Sie in unserem Artikel.
Fotos: Polizeipräsidium Westhessen
Digitale Medien, Gaming-Communitys und soziale Netzwerke sind aus dem Alltag von Kindern und Jugendlichen längst nicht mehr wegzudenken. Doch wo virtuelle Freiräume, Kreativität und Vernetzung blühen, lauern auch Schattenseiten: Radikalisierungsdynamiken, Fake News und gezielte extremistische Rekrutierungsversuche finden heute vermehrt im digitalen Raum statt.
Wie Heranwachsende gestärkt und befähigt werden können, sich souverän und reflektiert in diesen Welten zu bewegen, stand am Dienstagabend, 27. Oktober, im Mittelpunkt im Haus der Vereine in Wiesbaden-Dotzheim, einer hochkarätig besetzten Fachveranstaltung des Arbeitskreises „Sicherheit für Alle“ (AK-SifA). Unter dem Leitmotiv „Digitale Lebenswelten verstehen – Zwischen Gaming, Medienkompetenz und Demokratie“ kamen im Wiesbadener Haus der Vereine Vertreterinnen und Vertreter der Polizei, migrantischer Gemeinschaften, Vereine und Institutionen zu einem intensiven Austausch zusammen.
Fachvorträge – Chancen und Gefahren von Gaming und Netzkultur
Die Organisatoren konnten für den Abend zwei profilierte Experten gewinnen, die den Teilnehmenden wertvolle Einblicke in die Lebensrealität der jüngeren Generation vermittelten:
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Günter Steppich, erfahrener Pädagoge sowie Fachmann für Medienkompetenz und digitale Jugendkultur, beleuchtete die Mechanismen moderner Mediennutzung und zeigte auf, wie wichtig ein geschärftes Urteilsvermögen gegenüber Online-Inhalten ist.
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Lars Wiegold, spezialisierter Referent für Gamingkultur und digitale Radikalisierungsdynamiken, zeigte detailliert auf, wie extremistische Akteure Gaming-Plattformen, Chats und Memes zweckentfremden, um subtil Hass zu säen und junge Nutzer zu manipulieren.
Im Fokus der Debatten standen gleichermaßen die immensen kreativen Potenziale digitaler Räume wie auch die praktischen Gegenstrategien zur Abwehr von Desinformation und Ausgrenzung.
„Vertrauen und Prävention gelingen gemeinsam“
Die Vizepräsidentin des Polizeipräsidiums Westhessen, Katrin Thaler, unterstrich in ihrem Redebeitrag die strategische Bedeutung eines engen gesellschaftlichen Netzwerks: „Digitale Lebenswelten zu verstehen, ist eine wichtige Voraussetzung, um junge Menschen zu stärken und sie vor extremistischen Einflüssen im Netz zu schützen. Dafür braucht es Medienkompetenz, Aufklärung und einen offenen Dialog zwischen allen gesellschaftlichen Akteuren. Der Arbeitskreis ‚Sicherheit für Alle‘ schafft hierfür eine wertvolle Plattform, denn Vertrauen, Prävention und gesellschaftlicher Zusammenhalt gelingen am besten im gemeinsamen Austausch.“
Feste Säule des Dialogs seit 2010
Seit seiner Gründung im Jahr 2010 verfolgt der Arbeitskreis „Sicherheit für Alle“ ein zentrales Ziel: das gegenseitige Vertrauen zwischen Bürgerinnen und Bürgern mit Migrationsgeschichte und den Sicherheitsbehörden nachhaltig zu vertiefen. Durch regelmäßige Diskussionsrunden, gezielte Präventionsangebote und den direkten, barrierefreien Austausch auf Augenhöhe baut das Bündnis Vorurteile ab und stärkt das demokratische Fundament der Stadtgesellschaft.
Ein besonderer Dank galt am Dienstag den beiden Migrationsbeauftragten des Polizeipräsidiums Westhessen, Samir Bouhmara und Cengiz Colak, die die Veranstaltung im Vorfeld maßgeblich konzipiert und organisiert hatten.
Nach dem offiziellen Ende des Podiums um 20:00 Uhr fand der Abend bei einem gemeinsamen Abendessen einen harmonischen Ausklang, bei dem die Teilnehmenden persönliche Kontakte vertieften und konkrete Kooperationen für die Jugendarbeit in den Stadtteilen anbahnten.
Mehr aktuelle Berichte aus dem gesellschaftlichen Dialog, Präventionsprojekten und der Arbeit der Sicherheitsbehörden in Wiesbaden finden Sie täglich in unseren Rubriken auf wiesbadenaktuell.de.
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