Kriminalität
Falsche Handwerker bestehlen Seniorinnen: Trickbetrüger schlagen in Wiesbaden doppelt zu
Skrupellose Masche an der Wohnungstür: Am Freitagnachmittag sind in Wiesbaden zwei Seniorinnen Opfer von dreisten Trickdieben geworden. In Biebrich gaben sich die Täter als Notdienst für Wasseranschlüsse aus und stahlen eine Goldmünze, gut eine Stunde später erbeuteten angebliche Telekommunikations-Mitarbeiter im Stadtteil Nordost Bargeld. Die Wiesbadener Kriminalpolizei warnt eindringlich vor dieser Masche, gibt Verhaltenstipps und bittet um Hinweise zu den flüchtigen Tätern.
Symbolfoto
Dreiste Trickdiebe haben am Freitagnachmittag, 23. Oktober, gezielt ältere Menschen in Wiesbaden ins Visier genommen. Binnen knapp eineinhalb Stunden gelang es unbekannten Tätern in zwei verschiedenen Stadtteilen, sich unter einem Vorwand Zutritt zu Wohnungen von Seniorinnen zu verschaffen und unbemerkt Wertsachen zu entwenden.
Der erste Fall ereignete sich gegen 14:02 Uhr in der Nansenstraße in Biebrich. Zwei Männer klingelten an der Tür einer 84-jährigen Dame und gaben sich als Mitarbeiter eines Notdienstes aus. Sie behaupteten, dringend die Wasseranschlüsse im Gebäude überprüfen zu müssen. Die arglose Frau schöpfte keinen Verdacht und ließ das Duo herein. Erst nachdem die vermeintlichen Installateure die Wohnung wieder verlassen hatten, bemerkte die Seniorin den Diebstahl: Die Männer hatten unbemerkt eine kleine Goldmünze an sich genommen.
Zweite Tat in der Platter Straße – Angeblicher Steckdosen-Check
Nur wenig später, gegen 15:25 Uhr, schlugen Betrüger nach einem ganz ähnlichen Muster im Stadtteil Nordost zu. In der Platter Straße geriet erneut eine 84-jährige Bewohnerin ins Visier zweier Männer. Diesmal traten die Täter als Mitarbeiter eines Telekommunikationsunternehmens auf und gaben vor, die Steckdosen in der Wohnung kontrollieren zu müssen.
Während einer der Männer die Dame geschickt in ein Gespräch verwickelte und ablenkte, durchsuchte sein Komplize unbemerkt die Wohnräume nach Wertgegenständen. Die Beute: rund 30 Euro Bargeld. Anschließend verließen die Unbekannten das Haus unerkannt.
Täterbeschreibungen der Kriminalpolizei
Die Täter aus der Nansenstraße in Biebrich wurden wie folgt beschrieben: Beide von mitteleuropäischer Erscheinung, circa 40 Jahre alt, bekleidet mit dunkler Arbeitskleidung. Täter 1: Etwa 165 Zentimeter groß, kräftige Statur, Brillenträger. Täter 2: Etwa 180 Zentimeter groß, schlanke Statur.
Die Täter aus der Platter Straße in Wiesbaden-Nordost werden beschrieben als: Beide mit dunklen Haaren. Täter 1: Circa 185 Zentimeter groß, trug schwarze Kleidung, einen Mantel und führte ein Tablet mit sich. Täter 2: Circa 170 Zentimeter groß und ebenfalls komplett schwarz gekleidet. Auffällig: er trug löchriges Schuhwerk.
Polizei rät – „Gesunde Skepsis ist keine Unhöflichkeit!“
Die Wiesbadener Polizei warnt nachdrücklich davor, angebliche Handwerker oder Dienstleister in die eigene Wohnung zu lassen, wenn diese nicht zuvor selbst bestellt oder von der Hausverwaltung schriftlich angekündigt wurden.
Selbst bei angeblichen Not- oder Schadensfällen – etwa vermeintlichen Wasserrohrbrüchen – sollte die Tür verschlossen bleiben, um zunächst telefonisch bei der Hausverwaltung, dem Hausmeister oder den Versorgungsbetrieben nachzufragen, ob tatsächlich ein Einsatz vorliegt. Ein seriöser Handwerker hat für diese Vorsichtsmaßnahme stets Verständnis.
Zeuginnen und Zeugen, die am Freitagnachmittag in der Nansenstraße oder der Platter Straße verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich bei der Wiesbadener Kriminalpolizei unter der Rufnummer 0611 / 345-0 zu melden.
Mehr aktuelle Blaulichtmeldungen, Polizeiberichte und Präventionstipps aus der Landeshauptstadt finden Sie täglich in unseren Rubriken auf wiesbadenaktuell.de.
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