Präventionsmaßnahmen
Kampagne „Dunkle Jahreszeit“ startet: Polizei rüstet auch in Wiesbaden im Kampf gegen Einbrecher auf
Wenn die Tage spürbar kürzer werden und die Dämmerung früh hereinbricht, wittern Einbrecherbanden ihre Chance. Am kommenden Montag startet die vom Hessischen Landeskriminalamt koordinierte Offensive „Dunkle Jahreszeit“. Auch in Wiesbaden intensiviert die Polizei seine Kontrollen, Streifenfahrten und Fahndungsmaßnahmen in den Wohngebieten und an Einfallstraßen. Nach einem hessenweiten Fallzahlanstieg im Jahr 2025 setzen Innenminister Roman Poseck und die Ermittler auf länderübergreifende Razzien, moderne Geodaten-Analyse und kostenlose Sicherheitsberatungen für Wiesbadener Haushalte. Alle Hintergründe im Überblick.
Symbolfoto: Canva
Die anstehende Zeitumstellung und die früh einsetzende Dunkelheit bieten Tätern im Schutz der Dämmerung ideale Bedingungen. Die hessische Polizei verstärkt ab kommender Woche im gesamten Bundesland die Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls (WED). Die vom Hessischen Landeskriminalamt (HLKA) koordinierte Kampagne „Dunkle Jahreszeit 2026/2027“ startet am Montag, 26. Oktober, und läuft bis zum Sonntag, 28. März 2027 als tragende Säule der Strategie „Gemeinsam Sicher vor Diebstahl und Einbruch“.
Auch in der Landeshauptstadt werden die Maßnahmen spürbar hochgefahren. Das Polizeipräsidium Westhessen verstärkt im Wiesbadener Stadtgebiet sowie den umliegenden Vororten die sichtbare und zivile Präsenz. Gezielte Fahrzeug- und Personenkontrollen an wichtigen Einfallstraßen, Autobahnzubringern und in dicht besiedelten Wohnquartieren sollen reisenden Tätern den Raum nehmen und Einbrüche bereits im Ansatz verhindern.
„Sehe im Anstieg einen klaren Handlungsauftrag“
Innenminister Roman Poseck stellte zum Auftakt der Kampagne unmissverständlich klar, dass der Schutz des privaten Rückzugsortes höchste Priorität besitzt: „Ein Einbruch bedeutet für die Betroffenen häufig weit mehr als den Verlust von Wertgegenständen. Jemand Fremdes dringt in den Privatbereich ein. Das sorgt bei den Betroffenen nachvollziehbar für Verunsicherung. Deshalb geht die hessische Polizei auch in diesem Herbst und Winter konsequent gegen Wohnungseinbrecher vor. Mit gezielten Kontrollen, einer engen länderübergreifenden Zusammenarbeit und moderner Technik erhöhen wir den Druck auf potenzielle Täter. Gleichzeitig ist Prävention wichtig, damit Einbrüche möglichst gar nicht erst passieren.“
Zwar zeigt die Kriminalstatistik im Zehnjahresvergleich zwischen 2015 und 2025 einen Rückgang der Einbrüche um 42 Prozent, doch das Jahr 2025 brachte eine unerfreuliche Wende: Hessenweit kletterten die Fallzahlen um 910 Taten auf 6.777 Einbrüche.
„Diese Entwicklung nehmen wir sehr ernst; ich sehe in ihr einen Handlungsauftrag; wir wollen diesem Trend von Anfang an entgegentreten und uns ausdrücklich nicht auf dem mittelfristigen Rückgang der Fallzahlen ausruhen. Unser Anspruch ist es, die Sicherheit der Bürger in ihren eigenen vier Wänden bestmöglich zu gewährleisten“, so Poseck weiter.
Wiesbaden im Fokus – Geodaten-Analyse und länderübergreifende Riegel
Wiesbaden liegt als Landeshauptstadt an der Schnittstelle zu Rheinland-Pfalz und im Zentrum dichter Verkehrsachsen – ein Umstand, den auch überregionale Tätergruppen nutzen. Deshalb kooperiert die hessische Polizei im Rahmen der Aktion eng mit den Nachbarbundesländern Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg.
Modernste Geoinformations- und Analysesysteme ermöglichen es den Wiesbadener Ermittlern, aktuelle Tatortmuster, Uhrzeiten und Einbruchsserien unmittelbar abzugleichen. So können Schwerpunktstreifen tagesaktuell dorthin entsandt werden, wo die Gefahr statistisch am größten ist. Dass dieser Fahndungsdruck Wirkung zeigt, untermauerte die vorangegangene Sommerkampagne: Bei mehr als 6.000 Kontrollen sammelten die Einsatzkräfte wichtige Daten über organisierte Bandenstrukturen.
HLKA-Präsident Daniel Muth setzt neben den polizeilichen Maßnahmen auf die Wachsamkeit vor Ort: „Unser Ziel ist klar: Wir wollen Wohnungseinbrüche verhindern, Täter überführen und kriminellen Strukturen konsequent begegnen. Dafür bündeln wir unsere Kräfte, nutzen aktuelle Lageerkenntnisse und stimmen unsere Maßnahmen gezielt auf die jeweiligen Schwerpunkte ab. Auch die Bevölkerung kann einen wichtigen Beitrag leisten – denn wer aufmerksam ist und verdächtige Beobachtungen meldet, hilft dabei, Straftaten aufzuklären und weitere Einbrüche zu verhindern.“
Kostenlose Sicherheitsberatung direkt im Polizeipräsidium Westhessen
Mechanischer Einbruchschutz zahlt sich nachweislich aus: Ein Großteil aller Einbruchsversuche bricht bereits nach wenigen Minuten an gesicherten Fenstern oder Türen ab.
Wiesbadener Bürgerinnen und Bürger, die ihr Eigenheim oder ihre Wohnung sicherer machen möchten, können sich direkt an die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle des Polizeipräsidiums Westhessen am Konrad-Adenauer-Ring wenden. Die Fachberater bieten eine völlig kostenfreie, firmenunabhängige Beratung an – auf Wunsch auch direkt bei einer Begehung vor Ort.
Broschüren, Tipps und Ansprechpartner finden sich auf dem Landesportal unter www.polizei.hessen.de. Verdächtige Wahrnehmungen in der Nachbarschaft – ob fremde Personen auf Grundstücken oder langsam fahrende Autos mit auswärtigen Kennzeichen – sollten Bürger jederzeit sofort über den Notruf 110 an die Polizei weitergeben.
Mehr aktuelle Sicherheitsberichte, Blaulichtmeldungen und Präventionstipps für Wiesbaden und die Region finden Sie täglich in unseren Rubriken auf wiesbadenaktuell.de.
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von Wiesbadenaktuell.de und folgen Sie uns auch auf Instagram sowie auf Threads!

In mehreren Wiesbadener Stadtteilen kam es zwischen Sonntag und Montag zu gescheiterten Einbruchsversuchen. Drei […]

