Aktionstag

Aufklärung statt Verbote: „CannabisCheck“ an der Friedrich-Ebert-Schule bringt Klarheit für Jugendliche

Ob in sozialen Netzwerken, auf dem Pausenhof oder im Freundeskreis: Jugendliche kommen heute unweigerlich mit dem Thema Cannabis in Berührung. Um Mythen aufzuklären und Risiken sachlich einzuordnen, fand an der Wiesbadener Friedrich-Ebert-Schule der interaktive Aktionstag „CannabisCheck – Wissen. Einordnen. Entscheiden.“ statt. Gemeinsam mit der Fachstelle für Suchtprävention, dem städtischen Gesundheitsamt und der Schulsozialarbeit setzten sich fünf Klassen in einem Parcours intensiv mit Konsum, Gesetzeslage und Alternativen auseinander.

Von: |Erschienen am: 8. Oktober 2026 12:21|

Foto: Stadt Wiesbaden

Seit der Teil-Legalisierung ist Cannabis noch präsenter im Alltag geworden – und begegnet Jugendlichen und jungen Erwachsenen fast täglich: in Instagram- und TikTok-Feeds, bei Partys oder im Bekanntenkreis. Doch welche Gefahren birgt der Konsum wirklich? Was besagt die aktuelle Gesetzeslage und wie trifft man eigenverantwortliche Entscheidungen?

Antworten auf diese Fragen erhielten die Jugendlichen an der Friedrich-Ebert-Schule Wiesbaden. Fünf Klassen zum Übergang in die Ausbildung (BÜA-Klassen) beteiligten sich am Aktionstag „CannabisCheck – Wissen. Einordnen. Entscheiden.“. Organisiert wurde die Initiative von der Fachstelle für Suchtprävention des Suchthilfezentrums Wiesbaden (JJ e.V.) und dem Gesundheitsamt Wiesbaden in enger Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit.

Interaktiver Parcours statt trockener Frontalunterricht

Im Zentrum des zweistündigen Aktionstags stand ein abwechslungsreicher Stationenlauf. In Kleingruppen durchliefen die Schülerinnen und Schüler drei interaktive Stationen:

  • Wirkung & Risiken: Sachliche Aufklärung über physische und psychische Auswirkungen des Konsums.

  • Rechtlicher Rahmen: Vermittlung der aktuell geltenden Gesetze und Bestimmungen rund um Cannabis.

  • Safer Use & Alternativen: Methoden zur Schadensminimierung sowie das Aufzeigen von gesunden Alternativen im Alltag.

Den Abschluss bildete die fiktive Fallgeschichte „Wenn Finn kifft“: In lebhaften Debatten beleuchteten die Jugendlichen Vor- und Nachteile möglicher Verhaltensweisen und entschieden gemeinsam, welchen Weg Finn einschlagen könnte. Auf diese Weise reflektierten die Teilnehmenden praxisnah, wie weitreichend Konsumentscheidungen den Alltag und die Zukunft beeinflussen können.

Offener Austausch ohne Vorurteile

Die Rückmeldungen aus Schülerschaft, Lehrerkollegium und Schulsozialarbeit fielen durchweg positiv aus. „Wir können Jugendlichen die Entscheidung nicht abnehmen, ob und wie sie mit Cannabis umgehen. Unser Ziel ist es deshalb, ihnen verlässliche Informationen zu geben, Risiken sichtbar zu machen und sie darin zu bestärken, selbstbestimmte und für sie passende Entscheidungen zu treffen“, betonen Melanie Zeinali von der Fachstelle für Suchtprävention und Teresa Müller vom Gesundheitsamt Wiesbaden.

Auch Schulsozialarbeiterin Sarah Theresa Gallas unterstreicht den hohen Wert des geschützten Raums: „Jugendliche brauchen keine vorgefertigten Antworten, sondern verlässliche Informationen, Raum für Fragen und die Möglichkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden. Der ‚CannabisCheck‘ hat genau diesen Raum geschaffen. Für mich als Schulsozialarbeiterin ist es wichtig, Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, offen und ohne Vorurteile über Cannabis zu sprechen.“

Angebot für weitere Wiesbadener Schulen

Der Aktionstag soll keine Eintagsfliege bleiben: Interessierte Wiesbadener Berufsschulen, die den „CannabisCheck“ ebenfalls an ihrer Schule durchführen möchten, können sich direkt an die Organisatoren wenden:

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