Naturschutz

Zukunft des Westfelds: Warum der neue Flächennutzungsplan noch keine Bau-Fakten schafft

Die Stadtverordnetenversammlung hat den ersten vorbereitendenden Bauleitplan durchgewunken. Sofort kochen in Schierstein und Dotzheim die Sorgen hoch: Fällt ein beliebtes Naherholungsgebiet nun doch Baumaschinen zum Opfer? Die lokale Politik-Spitze bezieht jetzt unmissverständlich Stellung und macht klar, warum für die wichtige Kaltluft-Zone das letzte Wort noch lange nicht gesprochen ist und Bürger nun gefragt sind.

Von: |Erschienen am: 1. Oktober 2026 16:11|

Foto: WISEK 2030+

Kürzlich hat die Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung den ersten Entwurf zum künftigen Flächennutzungsplan 2040 verabschiedet. Für die örtlichen CDU-Verbände aus Schierstein und Dotzheim markiert dieser formelle Beschluss den eigentlichen Beginn der anstehenden Bürgerbeteiligungsphase.

Die beiden Parteiverbände betonen nachdrücklich, dass mit diesem Votum noch keinerlei endgültige bauliche Entscheidungen über spezifische Grundstücke gefallen sind. Dies gelte insbesondere für das intensiv diskutierte Westfeld.

Überprüfung aller Planungsflächen

Insgesamt beinhaltet das vorläufige Konzept der Stadt 70 verschiedene Areale, die zusammen ein Gebiet von rund 591 Hektar umfassen. Im weiteren Verlauf des baurechtlichen Verfahrens müsse jedes einzelne dieser Grundstücke gesondert diskutiert und abschließend bewertet werden.

Dennis Friedrich, der als Stadtverordneter und Chef der Schiersteiner Christdemokraten agiert, tritt aufkommenden Spekulationen entschieden entgegen: „Wer jetzt behauptet, das Westfeld sei mit diesem Beschluss verplant, verunsichert die Menschen in unseren Stadtteilen“.

Keine vorschnellen Fakten

Der Lokalpolitiker konkretisiert das weitere Vorgehen in Bezug auf den langfristigen Planungsprozess: „Der Vorentwurf ist die Grundlage für die Beteiligung. Entschieden wird später, Fläche für Fläche.“

Auch Björn Guderjahn, Stadtverordneter und Dotzheimer CDU-Vorsitzender, untermauert diese Haltung und verweist auf bindende Absprachen des Regierungsbündnisses im Wiesbadener Rathaus: „Die Maracuja-Koalition, der wir angehören, hat im Koalitionsvertrag ganz klar festgehalten, dass das Westfeld in den kommenden fünf Jahren durch diese Koalition nicht weiterverfolgt wird. Dazu stehen wir.“

Langfristiger Erhalt als Ziel

In einer gemeinsamen Erklärung machen Friedrich und Guderjahn zudem deutlich, dass ihr Engagement für das Areal weit über die Laufzeit des aktuellen Koalitionsvertrags hinausreicht: „Als Stadtverordnete und Vertreter der betroffenen Ortsverbände setzen wir uns gemeinsam mit unserem Schiersteiner Magistratsmitglied Eberhard Seidensticker im gesamten Verfahren dafür ein, das Westfeld auch darüber hinaus zu erhalten.“

Die hohe Bedeutung der Fläche für die beiden westlichen Vororte ist ökologisch belegt. Laut offizieller Einstufung des Umweltamtes fungiert das Gebiet als wichtige Kalt- und Frischluftschneise, die derzeit primär für landwirtschaftliche Zwecke, Gartenbau und Kleingartenanlagen genutzt wird.

Aufruf zur Bürgerbeteiligung

Die formelle Einbindung der Wesbadener Öffentlichkeit in Form einer Bürgerbeteiligung in die weiteren städtischen Planungen ist für den kommenden Dezember vorgesehen.

Um eine breite Unterstützung zu generieren, richten Friedrich und Guderjahn abschließend einen Appell an die Lokalbevölkerung in Dotzheim und Schierstein: „Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich einzubringen und gemeinsam mit uns für das Westfeld einzustehen“.

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