Sicherheit / Fotostrecke

Gegen Gewalt und Drogenszene auf dem Luisenplatz – Stadt und Polizei rüsten mit drei mobilen Videoschutzanhängern auf

Die Landeshauptstadt Wiesbaden und das Polizeipräsidium Westhessen ziehen die Zügel bei der Kriminalitätsbekämpfung weiter an. Um gegen Rohheitsdelikte, Straßenkriminalität und die offene Drogenszene vorzugehen, werden im Bereich des belebten Luisenplatzes ab sofort drei mobile Videoschutzanhänger eingesetzt. Bei einem gemeinsamen Ortstermin am Mittwoch stellten Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, Ordnungsdezernentin Daniela Georgi und Polizeipräsident Björn Gutzeit die neue Überwachungstechnik vor. Hintergrund sind die anhaltend hohen Fallzahlen auf dem zentralen Innenstadtplatz.

Von: |Erschienen am: 30. September 2026 14:01|

Fotos: Daniel Becker

Der Luisenplatz gehört zu den am stärksten frequentierten Knotenpunkten der Wiesbadener Fußgängerzone – doch das Sicherheitsgefühl vieler Passanten, Geschäftsleute und Anwohner litt in den vergangenen Jahren spürbar unter aggressiven Gruppen, Pöbeleien und offener Betäubungsmittelkriminalität. Um dem entschieden entgegenzuwirken, bauen die Landeshauptstadt Wiesbaden und das Polizeipräsidium Westhessen ihre vernetzte Sicherheitsarchitektur weiter aus: Ab sofort überwachen drei hochmoderne, mobile Videoschutzanhänger temporär das Areal rund um den Platz.

Vertreter von Kommune und Polizei präsentierten die auffälligen, autarken Kamera-Türme am Mittwoch, 30. September, der Öffentlichkeit und erläuterten die Hintergründe der verschärften Maßnahmen.

Rohheitsdelikte dominieren – Kriminalitätsanstieg erfordert Reaktion

Die Entscheidung zum Einsatz der mobilen Überwachungstechnik basiert auf einer detaillierten polizeilichen Lageauswertung. Seit dem Jahr 2023 verzeichneten die Behörden auf dem Areal jährlich mindestens 68 Delikte. Nachdem im Jahr 2024 exakt 68 Straftaten aktenkundig wurden, kletterte die Gesamtzahl im Jahr 2025 auf 73 registrierte Fälle.

Besonders besorgniserregend für Ermittler und Kommunalpolitik ist die Deliktsstruktur: Fast die Hälfte aller Taten (36 von 73 Fällen im Jahr 2025) entfiel auf sogenannte Rohheitsdelikte – darunter Körperverletzungen, Bedrohungen und Nötigungen.

„Wir reagieren dort, wo die polizeiliche Lage und die örtlichen Gegebenheiten entsprechenden Handlungsbedarf erkennen lassen“, stellte Polizeipräsident Björn Gutzeit klar. Videoschutz sei dabei kein isoliertes Allheilmittel, sondern ein flexibler Baustein in der gemeinsamen Strategie mit der Stadtverwaltung, um situativ auf Schwerpunkte zu reagieren.

Verdrängung der Szene – Klare Kante gegen Drogenhandel

Bereits im Laufe des Jahres 2025 sammelten die Behörden erste positive Erfahrungen mit einem einzelnen mobilen Anhänger auf dem Platz. Durch die Aufstockung auf nun drei Einheiten lässt sich das verwinkelte Areal samt den angrenzenden Fußgängerbereichen lückenlos erfassen.

Wiesbadens neue Ordnungsdezernentin Daniela Georgi (CDU) betonte die Notwendigkeit harter Präsenz: „Wir wollen, dass der Luisenplatz ein Ort bleibt, an dem sich Menschen gerne und sicher aufhalten. Drogenhandel und offener Konsum dürfen das Bild eines zentralen Platzes unserer Stadt nicht bestimmen. Sicherheit braucht Sichtbarkeit, Aufmerksamkeit und konsequentes Handeln.“ Die Kameras ergänzen dabei das bestehende Konzept „Sicheres Wiesbaden“ und den städtischen 10-Punkte-Plan.

Auch Wiesbaden Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) hob den Dreiklang hervor: „Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Präsenz, Prävention und moderner technischer Unterstützung. Die Bürgerinnen und Bürger müssen sich auf diesem zentralen Platz sicher bewegen und wohlfühlen können.“

Abschreckung und schnellere Täterermittlung

Die gut sichtbaren Kamerasysteme verfolgen eine doppelte Funktion:

  1. Prävention & Abschreckung: Das spürbar erhöhte Entdeckungsrisiko soll potenzielle Straftäter vor Ort davon abhalten, Gewalt anzuwenden oder mit Betäubungsmitteln zu handeln.

  2. Repression & Beweissicherung: Kommt es dennoch zu Vorfällen, liefern die hochauflösenden Videoaufzeichnungen im Rahmen der rechtlichen Bestimmungen unverzichtbare Beweismittel, um Täter rasch zu identifizieren und gerichtsverwertbar zu überführen.

Für den Leiter der Polizeidirektion Wiesbaden, Alexander Jaza, und den Leiter des 1. Polizeireviers, Thomas Wichter, ist die Technik ein wichtiger Hebel im Schichtalltag: Kameras ersetzen zwar keine Streifenbeamten, erlauben es der Polizei aber, Einsatzkräfte bei erkannten Brennpunkten noch zielgerichteter und schneller vor Ort zu bündeln.

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InfoBox

Die Fakten zum erweiterten Videoschutz im Überblick:

  • Standort: Luisenplatz, Wiesbaden-Mitte.

  • Maßnahme: Zeitweiser Einsatz von drei mobilen, autarken Videoschutzanhängern.

  • Hintergrund / Fallzahlen: Anstieg von 68 Straftaten (2024) auf 73 Fälle (2025) – davon allein 36 Rohheitsdelikte (Körperverletzungen etc.).

  • Ziele: Erhöhung des Entdeckungsrisikos, Eindämmung der Drogen- und Gewaltszene, Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls und gezielte Beweissicherung.

  • Strategischer Rahmen: Baustein des Konzepts „Sicheres Wiesbaden“, des städtischen 10-Punkte-Plans sowie enge Verzahnung von Stadtpolizei und Polizeipräsidium Westhessen.