Quartiersarbeit
Kampf dem Leerstand und frische Farbe: So will der Ortsbeirat das Westend umkrempeln
Im Wiesbadener Westend stehen tiefgreifende Veränderungen an. Ob die heiß diskutierte Neuaufteilung der Grundschulbezirke, ein harter Kurs gegen spekulativen Wohnungsleerstand oder die kreative Umgestaltung historisch belasteter Straßen, der Ortsbeirat hat in seiner jüngsten Sitzung gleich mehrere wegweisende Entscheidungen getroffen.
Foto: Die Linke Wiesbaden
Gleich zu Beginn ihrer jüngsten Zusammenkunft beschäftigten sich die Mitglieder des Ortsbeirats mit der Neuordnung der Einzugsgebiete für die lokalen Bildungsstätten. Für Familien im Westend bedeutet dies konkret, dass die künftigen Schulanfänger nach einem veränderten Schlüssel auf die Blücherschule, die Anton-Gruner-Schule sowie die Riederbergschule verteilt werden.
Während der Sitzung äußerten sich mehrere anwesende Vertreter der Schulleitungen zu diesem Thema und gaben dem Gremium ihre inhaltlichen Standpunkte weiter. Als direkte Reaktion darauf formulierte die Stadtteilvertretung einen schriftlichen Vermerk, der die Ausweitung der städtischen Schulsozialarbeit auf die Blücherschule fordert.
Kampf gegen leere Wohnungen
Ein weiterer zentraler Punkt der Agenda war ein Vorstoß der SPD-Fraktion. Die Sozialdemokraten forderten, eine bereits für die Gesamtstadt in Vorbereitung befindliche Satzung gegen Wohnungsleerstand zumindest für das Westend sofort zu verabschieden und in die Praxis umzusetzen.
Die Lokalpolitikerin Karina Matheis (SPD) begründete diesen Schritt damit, dass das Quartier wegen seiner dichten Bebauung und der hohen Einwohnerzahl ganz besonders von dieser Problematik betroffen sei. Aus diesem Grund sei es zwingend erforderlich, schnellstmöglich Handlungsspielräume zu schaffen, um spekulativem Leerstand konsequent entgegenzuwirken.
Umgang mit belasteten Straßennamen
Darüber hinaus fand ein Antrag der Fraktion Die Linke die Zustimmung des Gremiums, welcher die historische Einordnung des sogenannten Feldherrnviertels zum Ziel hat. Durch diesen Beschluss sollen die historisch vorbelasteten Bezeichnungen der Straßen im äußeren Bereich des Westends eine konzeptionelle und gestalterische Aufarbeitung erfahren.
Um die Ergebnisse dieser historischen Einordnung der Öffentlichkeit angemessen zugänglich zu machen, wurde bereits ein erster Ansatz diskutiert. Als möglicher Ausstellungsort für das Projekt wurde hierbei der Elsässer Park ins Spiel gebracht.
Mehr Platz für Graffiti
Zum Abschluss der inhaltlichen Debatten präsentierte der Ortsvorsteher Daniel Winter eine Initiative, die sich mit der optischen Aufwertung des Elsässer Parks befasst. Konkret geht es um die künstlerische Gestaltung sowohl des bereits bestehenden als auch des geplanten neuen Mehrzweckgebäudes auf dem Areal.
Nach einer kurzen Erläuterung nahm der Ortsbeirat diesen Vorschlag an, der in enger Zusammenarbeit mit dem Künstlerkollektiv des „Labors Westend“ umgesetzt werden soll. Künftig werden an den Fassaden der Gebäude ausgewiesene öffentliche Flächen zur Verfügung stehen, auf denen gemeinwohlorientierte Graffiti-Kunst legal angebracht werden darf.
Einigkeit bei allen Beschlüssen
Die Abstimmungsergebnisse der Sitzung zeigten ein klares und geschlossenes Bild der politischen Vertreter. Sämtliche der eingebrachten politischen Anträge, wie zu Schulbezirken, Graffiti und Leerstand wurden von den Mitgliedern des Ortsbeirats Wiesbaden-Westend ohne Gegenstimmen und somit einstimmig verabschiedet.
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