Gesundheitswesen
Kurzer Weg zur Schicht: Richtfest für neue Klinikapartments
Der Personalmangel in der Pflege ist groß, bezahlbarer Raum zum Leben in Wiesbaden knapp. Ein ambitioniertes Bauprojekt schlägt nun zwei Fliegen mit einer Klappe und schafft direkt neben den Klinikstationen neue Perspektiven für medizinische Angestellte. Welche Besonderheiten die modernen Gebäude bieten und wann die ersten Mieter einziehen können, lesen Sie hier.
Fotos: GWW Wiesbadener Wohnbaugesellschaft mbH
Ein Jahr nach dem feierlichen ersten Spatenstich im September 2025 haben die Wiesbadener Wohnbaugesellschaft (GWW) und die Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken (HSK) am Freitag, 25. September, einen wichtigen Etappensieg gefeiert. Der Rohbau für die künftigen Mitarbeiterwohnungen ist fertiggestellt, weshalb nun das traditionelle Richtfest abgehalten wurde.
An der Zeremonie für das umfangreiche Bauprojekt mit insgesamt 168 neuen Wohneinheiten nahmen zahlreiche geladene Gäste teil. Darunter befanden sich Repräsentanten aus der Kommunalpolitik, der städtischen Verwaltung sowie Vertreter der Helios HSK und der Gesellschaft „ein gesundes Wiesbaden“ (EGW).
Nachhaltiger und moderner Wohnraum
Auf dem Klinikgelände wachsen derzeit zehn Gebäude in ressourcenschonender Holzhybridbauweise in die Höhe, die zusammen eine Wohnfläche von rund 12.500 Quadratmetern umfassen werden. Das Angebot ist breit gefächert und reicht von kompakten Ein-Zimmer-Apartments mit 38 Quadratmetern bis zu großzügigen Sechs-Zimmer-Wohnungen auf 131 Quadratmetern, welche sich auch ideal für Wohngemeinschaften eignen.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der ökologischen und komfortablen Ausstattung des Neubauprojekts. Die Wärmeversorgung ist an das Fernwärmenetz angeschlossen, während die Dächer eine Begrünung sowie Photovoltaik-Module erhalten. Den künftigen Bewohnern stehen zudem Fußbodenheizungen, moderne Lüftungsanlagen, eigene Balkone sowie ein neu geschaffener Quartiersplatz, ein Kinderspielplatz und weitere grüne Außenanlagen zur Verfügung.
Antwort auf aktuelle Herausforderungen
Die Anlage ist exklusiv für die Belegschaft der Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden konzipiert, für die das Bauunternehmen GWW eine Gesamtinvestition von circa 50 Millionen Euro stemmt.
Thomas Keller, Geschäftsführer der GWW, erläuterte hierzu: „Mit den HSK-Betriebswohnungen gehen wir gleich zwei aktuelle Herausforderungen an: Mangel an bezahlbaren Wohnraum und den Fachkräftemangel im medizinischen Bereich. Es freut mich sehr, dass das Projekt so gut voranschreitet und wir fast genau ein Jahr nach dem Spatenstich nun das Richtfest feiern können. Und nächstes Jahr im September steht die geplante Fertigstellung auf dem Programm.“
Gesundheits- und Sozialpolitik vereint
Auch Andreas Kowol (Bündnis 90/Die Grünen), der als neuer Aufsichtsratsvorsitzender der GWW und gleichzeitiger Wiesbadener Gesundheits- und Sozialdezernent fungiert, ordnete das Bauvorhaben in seiner Ansprache umfassend ein.
Er erklärte: „Die HSK sind ein zentraler Pfeiler der Gesundheitsversorgung in Wiesbaden. Gute Gesundheitsversorgung hängt aber auch davon ab, unter welchen Bedingungen die Menschen arbeiten können, die sie jeden Tag sicherstellen. Genau hier gehören Gesundheits- und Sozialpolitik zusammen: Dazu zählen kurze Wege, bezahlbarer Wohnraum und eine Kinderbetreuung, die auch zu Schichtdienst und frühem Dienstbeginn passt.“
Entlastung für Familien schaffen
Der Dezernent führte seinen Gedanken bezüglich der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Klinikalltag im Anschluss weiter aus: „Dass wir die neuen Betriebswohnungen deshalb mit einer betrieblichen Kindertagespflege verbinden, ist ein ganz konkreter Beitrag dazu, Familien zu entlasten und gute Rahmenbedingungen für Beschäftigte im Gesundheitswesen zu schaffen.“
Starkes Signal der Stadt
Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) griff das drängende Thema Wohnraummangel in seiner Ansprache ebenfalls auf und unterstrich die Relevanz der Baumaßnahme für die Stadt.
Der Rathauschef betonte in seiner Rede: „Dieses Projekt ist ein starkes Signal. Der Fokus bei dem Neubau der Betriebswohnungen an der HSK liegt in der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Wer in einem der modernsten Krankenhäuser arbeitet, sollte auch guten und finanziell tragbaren Wohnraum finden können.“
Bedeutung für den Standort
Der Oberbürgermeister verdeutlichte zudem, warum das Gelingen dieses Vorhabens eine so große Auswirkung auf die gesamte Landeshauptstadt hat.
Mende fügte hinzu: „Hier werden viele Menschen ein neues und bezahlbares Zuhause finden. Bezahlbarer Wohnraum ist in Wiesbaden nur schwer zu finden, daher ist dieses Bauprojekt von besonderer Bedeutung für die Mitarbeitenden und den Gesundheitsstandort Wiesbaden.“
Fachkräfte in Wiesbaden binden
Die Realisierung dieses Vorhabens ist das Ergebnis einer engen Kooperation verschiedener städtischer und medizinischer Akteure, was auch Angela Tausendpfund, Geschäftsführerin der EGW (ein gesundes Wiesbaden), lobend hervorhob. Sie erklärte den anwesenden Gästen:
„Ich freue mich sehr, dass wir mit dieser Initiative gemeinsam mit Helios, GWW, EGW und der Landeshauptstadt Wiesbaden ein strategisch wichtiges Projekt für den Gesundheitsstandort realisieren konnten. Attraktiver Wohnraum und die Möglichkeit zur Kindertagespflege vor Ort schaffen ideale Rahmenbedingungen, um Gesundheitsfachkräfte für Wiesbaden zu gewinnen und langfristig zu binden und verbinden dabei Wohnen, Arbeiten und Kinderbetreuung an einem Ort.“
Moderner Gesundheitscampus entsteht hier
Für die HSK Kliniken selbst ordnete Thorsten Sleifir, Repräsentant der Geschäftsführung, den enormen Mehrwert des Bauprojekts für Wohnraum und Betriebswohnungen für das eigene Klinikpersonal abschließend ein. Sleifir war vor Ort und erklärte:
„Die neuen Betriebswohnungen sind weit mehr als Wohnraum. Wir schaffen damit ein attraktives Angebot für unsere Mitarbeitenden und unterstützen die Gewinnung neuer Fachkräfte. Die Nähe von Wohnen und Arbeiten stärkt die Attraktivität der Helios HSK Wiesbaden und damit auch die Gesundheitsversorgung in der Region. Insgesamt entsteht hier ein moderner, trägerübergreifender Gesundheitscampus, der in dieser Form seinesgleichen sucht.“
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