Sicherheit
Neuer General in Wiesbaden: Boris Rhein fordert starke Verteidigung
Feierliche Kommandoübergabe in Wiesbaden: Das Landeskommando Hessen hat mit Brigadegeneral Markus Reinhardt einen neuen Chef. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein nutzte den Wachwechsel für eine klare Ansage zur aktuellen Sicherheitslage. Welche Schlüsselrolle unsere Region künftig im Ernstfall spielt und mit welcher besonderen Auszeichnung der scheidende Kommandeur verabschiedet wurde, erfahren Sie im Artikel.
Foto: Pressestelle Landeskommando Hessen
Vor dem Hintergrund wachsender globaler Risiken hat der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) die Notwendigkeit einer schlagkräftigen Truppe sowie eines engen Schulterschlusses zwischen militärischen und zivilen Akteuren unterstrichen. Anlass für diese Äußerungen war der offizielle Führungswechsel an der Spitze des Landeskommandos Hessen, der am Dienstag in der Landeshauptstadt stattfand.
In seiner Ansprache machte der Regierungschef auf die veränderte Sicherheitslage aufmerksam. Er erklärte: „Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert an. Hybride Angriffe sind längst kein abstraktes Szenario mehr. Sie verlangen Wachsamkeit und Verteidigungsbereitschaft.“
Fokus auf Bündnisverteidigung
Der Ministerpräsident führte diesen Gedanken weiter aus und betonte: „Klar ist deshalb: Der wichtigste Auftrag der Bundeswehr ist die Landes- und Bündnisverteidigung. Und Hessen spielt als verlässlicher Partner dabei eine entscheidende Rolle“.
In diesem sicherheitspolitischen Gefüge fungiert das Landeskommando als zentrale Schnittstelle. Die Behörde ist dafür verantwortlich, die Zusammenarbeit zwischen den Streitkräften, der Landesregierung sowie den zivilen Institutionen reibungslos zu koordinieren.
Zentrale Lage in Europa
Darüber hinaus verwies der Landesvater auf die geografische und strategische Schlüsselposition Hessens, die für die gesamte Verteidigungsstruktur von hohem Wert sei. Rhein verdeutlichte dies mit den Worten:
„Hessen liegt im Herzen der deutschen und europäischen Sicherheitsarchitektur. Die Division Schnelle Kräfte in Stadtallendorf, das Kampfhubschrauberregiment in Fritzlar und das Jägerbataillon in Schwarzenborn stehen für militärische Exzellenz.“
Stärkung der Rüstungsindustrie
Im Hinblick auf künftige Projekte und die wirtschaftliche Verzahnung ergänzte der Regierungschef: „Gemeinsam mit der Sicherheitsindustrie errichten wir außerdem den ,Defence Hub Nordhessen‘ und stärken den regionalen Innovations- und Verteidigungsstandort. Wir leisten damit unseren Beitrag zu mehr Wirtschaftskraft, Verteidigungsfähigkeit und Sicherheit in Deutschland.“
Höchste Ehrung zum Abschied
Ein zentraler Moment der Veranstaltung war die Verabschiedung des bisherigen Kommandeurs, Brigadegeneral Holger Radmann. Während seiner Amtszeit hatte dieser maßgeblich daran gearbeitet, das Bundesland für mögliche Krisenszenarien sowie für die Vorgaben des sogenannten Operationsplans Deutschland zu wappnen. Für diese Verdienste zeichnete Boris Rhein den scheidenden Offizier mit dem Hessischen Verdienstorden aus.
Rhein würdigte diese Leistung und sagte: „Brigadegeneral Holger Radmann hat an der Spitze des Landeskommandos Hessen Spuren hinterlassen. Er hat mit strategischem Weitblick, klarem Fokus und trockenem Humor geführt.“
Dank für großes Engagement
Der Regierungschef hob in seiner Lobrede zusätzlich die menschlichen Qualitäten des scheidenden Generals hervor: „Vor allem aber ist er den Menschen zugewandt geblieben, hat zugehört und Vertrauen geschaffen. Für sein großes Engagement in der zivil-militärischen Zusammenarbeit und der zivilen Verteidigung in Hessen danke ich ihm.“
Neuer Kommandeur übernimmt
Die Nachfolge Radmanns im Landeskommando der Bundeswehr tritt Brigadegeneral Markus Reinhardt an. Er war vor seiner Versetzung nach Wiesbaden als Verteidigungsattaché an der Deutschen Botschaft in der französischen Hauptstadt Paris tätig gewesen.
Dem neuen Befehlshaber sicherte der Ministerpräsident die volle Rückendeckung der hessischen Landesregierung zu. Das Bundesland werde ein verlässlicher Partner der Truppe bleiben und den Ausbau der deutschen Fähigkeit zur Verteidigung auch künftig tatkräftig unterstützen. „Ich freue mich auf eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit“, schloss Rhein.
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