Tag der Technik

Casting an der Werkbank: Wiesbadens Schüler zeigen ihr Können

Ob hochsensible Anlagen reparieren oder chemische Spezialmassen anmischen, für Hunderte Jugendliche aus Wiesbaden und dem Taunus verwandelten sich die Schulgebäude für einen Tag in riesige Hightech-Experimentierfelder. Unternehmen öffneten ihre Werkzeugkisten, um die dringend gesuchten Macher von morgen in der Praxis zu testen.

Von: |Erschienen am: 21. September 2026 14:50|

Foto: Paul Müller / IHK Wiesbaden

Aussichtsreiche Karrierewege, krisenfeste Perspektiven und ein hoher Grad an Abwechslung kennzeichnen sämtliche Tätigkeitsfelder rund um Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Allein innerhalb des Bundeslandes Hessen gehen schätzungsweise 600.000 Menschen einer Beschäftigung in diesen MINT-Berufe nach. Angesichts eines zunehmend spürbaren demografischen Wandels in den Betrieben bleibt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften konstant hoch.

Bedeutung der Nachwuchsförderung

Um dem Nachwuchs die Relevanz dieser Branchen aufzuzeigen, fand kürzlich das bewährte Veranstaltungsformat statt. Dazu äußerte sich die IHK-Vertreterin folgendermaßen:

„Der Tag der Technik zeigt jungen Menschen, wie vielfältig technische und digitale Berufe sind und dass sie Zukunft haben“, erklärte Christine Lutz, Geschäftsführerin Bildung der IHK Wiesbaden.

Praxisnahe Berufsfelder entdecken

Im weiteren Verlauf ihrer Ausführungen erläuterte die Expertin die konkreten Effekte des Angebots für die Teilnehmer: „Wer hier Maschinen bedient, programmiert, misst oder experimentiert, merkt schnell, ob diese Welt zu den eigenen Interessen und Talenten passt und erhält bei Interesse hilfreiche Hinweise für den Berufseinstieg.“

Experimente an Schulen

Bereits seit dem Jahr 2018 wird dieses Konzept erfolgreich durchgeführt, wobei sich im Zuge der aktuellen Auflage sowohl die Werkstätten als auch die Aufenthaltsbereiche der Friedrich-Ebert-Schule in Wiesbaden sowie der Beruflichen Schulen Untertaunus in Taunusstein in ein riesiges Experimentiergelände verwandelten.

Etwa zwanzig Unternehmen hatten dort interaktive Stationen eingerichtet, an denen Jugendliche unter fachkundiger Begleitung Werkzeuge, computergesteuerte Apparaturen sowie Maschinen erproben konnten. Insgesamt standen mehr als dreißig verschiedene Berufs- und Karrierebilder im Fokus, darunter Fachinformatiker, Industriemechaniker sowie Mechatroniker. Zu den beteiligten Betrieben zählten unter anderem Unternehmen wie InfraServ, Kopp Umwelt, FFG Werke und Rheinhütte Pumpen.

Handfeste Einblicke vor Ort

Vor Ort standen Ausbilder und Auszubildende Rede und Antwort, berichteten aus ihrem täglichen Berufsleben und stellten praxisbezogene Aufgaben. Bei DOW ließ sich beispielsweise erfahren, wie vielseitig Silikon im alltäglichen Leben Verwendung findet. Nach einem instruktiven Erklärvideo mixten die Schüler eigenhändig gleichmäßige Silikonmassen an.

Der fünfzehnjährige Viacheslav zeigte sich davon äußerst angetan: „Ich könnte mir vorstellen, Chemikant zu werden. “Sein sechzehnjähriger Kumpel Andrii widmete sich hingegen mit großer Begeisterung der Instandsetzung eines Bediengeräts, was am Stand von Topcon Electronics ermöglicht wurde.

Fachkräfte von morgen

Das Event an beiden Standorten bot nicht nur Schülern von zwanzig verschiedenen Bildungseinrichtungen wertvolle Ersteindrücke, sondern diente gleichzeitig regionalen Ausbildern als Plattform, um die potenziellen Arbeitskräfte von morgen persönlich kennenzulernen. Viele Unternehmen befinden sich gegenwärtig in einem tiefgreifenden Prozess der Digitalisierung und Technisierung, was nicht zuletzt durch den Einsatz künstlicher Intelligenz an Dynamik gewinnt.

Hinzu kommt, dass in den kommenden zehn Jahren schätzungsweise 630.000 Fachkräfte aus verschiedensten Branchen in Hessen den Ruhestand antreten werden, weshalb qualifizierter Nachwuchs zu einem zentralen Erfolgsfaktor mutiert.

Besuch aus Südkorea

Neben Schülern und Unternehmensvertretern zog das Event in Wiesbaden in diesem Jahr zudem internationale Aufmerksamkeit auf sich, worüber sich das IHK-Organisationsteam besonders erfreute. Eine vierköpfige Delegation aus Südkorea, bestehend aus Vertretern des Ministry of Intellectual Property sowie der Korea Invention Promotion Association, stattete der Friedrich-Ebert-Schule einen Besuch ab, begutachtete die Mitmachstationen und kam mit den Firmenvertretern ins Gespräch.

Die Gäste aus Ostasien nutzten die Gelegenheit, um sich detailliert über die praktische Berufsorientierung sowie das deutsche duale System der Ausbildung zu informieren. Möglicherweise entsteht durch diese Eindrücke künftig auch in Südkorea ein vergleichbarer Tag der Technik.

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