Bildungsinfrastruktur
Wickerbach-Grundschule erhält hochmoderne Doppelsporthalle
Der Platz reicht längst nicht mehr aus, und eine Sanierung lohnt sich nicht: Für den Osten Wiesbadens bahnt sich ein großes Bauvorhaben an, das Schulkindern und lokalen Sportlern völlig neue Möglichkeiten eröffnen wird. Neben mehr Kapazitäten für Bewegung setzen die Planer dabei auf clevere Architektur und grüne Energie. Was genau auf dem Gelände entstehen soll und ab wann die Bagger rollen, erfahren Sie in diesem Artikel.
Archivfoto
Der Ausschuss für Schule, Kultur und Städtepartnerschaft hat am Donnerstag, 17. September, eine wichtige Weichenstellung für die Wickerbach-Grundschule in Naurod vor den Toren Wiesbadens vorgenommen. Geplant ist die Errichtung einer zeitgemäßen Zwei-Feld-Sporthalle auf dem Gelände der Bildungsstätte.
Dieser Schritt steht aktuell noch unter dem Vorbehalt, dass die Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung dem Vorhaben in ihrer Sitzung am Mittwoch, 30. September, endgültig zustimmt. Die Baumaßnahme ist dringend notwendig, da die bisherige Ein-Feld-Halle den Platzbedarf für den Schulbetrieb der vierzügigen Ganztagsschule nicht mehr decken kann.
Mehr Platz für alle
Im Vorfeld der Planungen hatte sich schnell gezeigt, dass eine Instandsetzung der alten Sportstätte inklusive eines Anbaus aus wirtschaftlicher Sicht nicht tragbar gewesen wäre. Aus diesem Grund fiel die Entscheidung auf einen kompletten Ersatzneubau.
Von der neuen Anlage profitieren künftig nicht nur die Grundschulkinder aus den Ortsteilen Naurod, Auringen und Medenbach, sondern auch die hiesigen Sportvereine. Darüber hinaus entstehen ideale räumliche Voraussetzungen für verschiedene Talentaufbaugruppen, wie etwa die bestehende Volleyball-Förderung, welche in Kooperation mit der Elly-Heuss-Schule betrieben wird.
Barrierefrei in die Zukunft
„Mit der neuen Zwei-Feld-Sporthalle schaffen wir für die Schülerinnen und Schüler der Wickerbach-Grundschule sowie für den Vereinssport in den östlichen Vororten ein zukunftsfähiges, vollkommen barrierefreies Sport- und Bewegungsangebot“, betont Schuldezernentin Dr. Patricia Becher (SPD).
Die Sotialdemokratin führte zu dem Projekt weiter aus: „Der Ersatzneubau ist die wirtschaftlichste und pädagogisch sinnvollste Lösung, um den Anforderungen einer vierzügigen Ganztagsschule gerecht zu werden und zugleich hervorragende Bedingungen für die regionale Talentförderung zu bieten.“
Ökologisches Konzept aus Holz
Das Bauprojekt zeichnet sich besonders durch eine klimaangepasste und nachhaltige Architektur aus. Während für das teilweise in den Hang eingelassene Erdgeschoss robuster Stahlbeton verwendet wird, ist das obere Stockwerk als eine vorgefertigte Holzkonstruktion konzipiert.
Um sowohl bei den Bauinvestitionen als auch bei den späteren Unterhaltskosten zu sparen, verzichten die Planer auf eine maschinelle Lüftungsanlage im Hallenbereich. Stattdessen sorgen Lamellenfenster, die mit einer blendfreien Isolierverglasung ausgestattet sind, für eine natürliche Luftzirkulation.
Sonnenstrom und neue Freiflächen
Auf dem Hallendach wird eine Photovoltaikanlage installiert, die den Grundbedarf der Grundschule an Strom deckt und als Teilprojekt des Wiesbadener Klimaplans aktiv zur Einsparung von CO₂ beiträgt. Da das Gebäude geschickt in die Hanglage integriert wird, kann die Dachfläche der unterirdischen Nebenräume als zusätzliche Fläche für den Schulhof genutzt werden.
Zudem bietet ein Vordach den Schulkindern zukünftig einen schattigen und wettergeschützten Bereich während der Pausen. Um das Mikroklima weiter zu verbessern, erhält das Gebäude weitreichende Begrünungen an der Fassade sowie auf dem Dach.
Außenanlagen und geplante Kosten
Auch das dazugehörige Außengelände wird im Zuge des Projekts vollständig neu gestaltet und aufgewertet. Geplant sind unter anderem ein kleines Spielfeld mit modernem Kunststoffuntergrund, ein Fahrradparcours sowie ein „Grünes Klassenzimmer“, das mit stufenförmigen Sitzgelegenheiten ausgestattet wird.
Für die Realisierung inklusive der Neugestaltung der kompletten Außenbereiche kalkuliert die Stadt mit einem Gesamtbudget von etwa 12,8 Millionen Euro für den Neubau der Sporthalle bei der Grundschule in Wiesbaden-Naurod. Der erste Spatenstich für das umfangreiche Bauvorhaben ist für den Frühsommer des Jahres 2027 angesetzt.
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