Massiver Widerstand

Protest in Dotzheim: Bürger wehren sich gegen Schulmensastandort und Parkplatz-Wegfall

Die Pläne der Stadt, Hunderte Kinder samt neuer Mensa in Wiesbaden-Dotzheim vorübergehend in Containern auf dem Lassalleplatz unterzubringen, schlagen hohe Wellen. Um den Verlust wichtiger Infrastruktur abzuwenden, hat eine Bürgerinitiative nun im Ortsbeirat Unterschriften übergeben. Doch ein entscheidender Akteur ließ den brisanten Termin einfach platzen. Die Initiatoren erhöhen den Druck auf die Politik jetzt.

Von: |Erschienen am: 18. September 2026 11:48|

Symbolfoto

Im Wiesbadener Ortsteil Dotzheim formiert sich deutliche Kritik an dem Vorhaben der Stadtverwaltung, auf dem Lassalleplatz eine temporäre Schul- und Mensaanlage zu errichten. Geplant ist, dort mehrstöckige Container für rund 450 Schüler der Grundschule Schelmengraben aufzustellen.

Aus diesem Anlass überreichte die „Anwohnerinitiative ERHALT Lassalleplatz“ im Rahmen der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats eine offizielle Bürgeranfrage. Begleitet wurde diese Einreichung von 146 Unterschriften der Menschen aus der Nachbarschaft, die sich gegen das aktuelle Vorhaben aussprechen.

Schulamt ließ Sitzung aus

Für erheblichen Unmut unter den anwesenden Gästen sorgte das Fernbleiben der zuständigen städtischen Behörden. Obwohl das Thema im Vorfeld als äußerst brisant eingestuft wurde, erschien kein Abgesandter des Schulamtes zu dem Termin im Ortsbeirat.

Dadurch erhielten die zahlreich erschienenen Anwohner, Lehrkräfte, Vereinsvertreter sowie Mitglieder der beiden Kirchengemeinden keinerlei neue Erkenntnisse zum derzeitigen Planungsstatus. Die erhofften Auskünfte seitens der Verwaltung blieben an diesem Abend komplett aus.

Verkehrschaos durch Parkplatz-Wegfall

Grundsätzlich befürworten die Bürger die dringend notwendige Sanierung der Grundschule Schelmengraben ausdrücklich. Den Lassalleplatz als Ausweichquartier zu nutzen, betrachten sie jedoch als völlige Fehlentscheidung, weshalb sich die Kritik vor allem auf zwei wesentliche Aspekte fokussiert.

Zum einen dient der dortige Parkplatz als unverzichtbare Fläche für Berufspendler, Anwohner sowie für die ansässigen Vereine. Sollte dieses Areal für mehrere Jahre gesperrt und zweckentfremdet werden, befürchtet die Initiative ein massives Verkehrsaufkommen in den angrenzenden Wohnstraßen, zumal aktuell weder ein fundiertes Verkehrskonzept noch ein entsprechender politischer Beschluss für diese Maßnahme vorliege.

Mensa am falschen Ort

Zum anderen stößt auch der geplante Bau einer Schulmensa auf dem Platz auf strikte Ablehnung. Nach Ansicht der Kritiker eigne sich dieser Standort überhaupt nicht für eine derartige Einrichtung.

Die Initiative plädiert stattdessen dafür, die Essensausgabe auf dem rückwärtigen Bereich des ursprünglichen Schulgeländes zu realisieren. Dies sei bereits in einer früheren städtischen Machbarkeitsstudie als sinnvolle Alternative benannt worden, was den Schülern zudem einen gefährlichen Fußweg ersparen und den öffentlichen Raum im Stadtteil schonen würde.

Forderung nach mehr Transparenz

In einer offiziellen Stellungnahme macht die Bürgerinitiative ihren Standpunkt noch einmal sehr deutlich: „Wir fordern endlich lückenlose Transparenz und Prüfung der veralteten und fehlerhaften Machbarkeitsstudie aus 2022“, erklärt die Gruppierung.

Kritik an der Stadtverwaltung

Die Vertreter der Initiative fügen bezüglich des Vorgehens der Behörden zudem kritisch hinzu: „Es kann nicht sein, dass die Verwaltung bei solchen Terminen einfach durch Abwesenheit glänzt, während bereits Aufträge vergeben, funktionierende Parkflächen vernichtet und ungeeignete Standorte für eine Mensa erzwungen werden sollen.“

Druck auf Politik bleibt

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, wurde die Anfrage parallel direkt an das zuständige Schuldezernat sowie an das Schulamt übermittelt. Die Bürger pochen mit ihrem Protest nun auf eine offizielle Akteneinsicht sowie auf schriftlich ausformulierte Antworten der Wiesbadener Stadtverwaltung.

Die Verantwortlichen der Initiative Lassalleplatz in Dotzheim haben bereits angekündigt, dass sie nicht nachgeben wollen. Der politische Druck soll so lange aufrechterhalten bleiben, bis eine verträgliche Kompromisslösung gefunden ist, die sowohl den Schulkindern als auch der Nachbarschaft gerecht wird. Der Fragen- und Forderungskatalog der Initiative steht hier als Download zur Verfügung.

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