Großübung / Fotostrecke
400 Einsatzkräfte trainieren Katastrophenfall im Realmodus – Von der Alarmierung bis zur Klinikversorgung
Was im Ernstfall zählt, muss im Training sitzen: Bei der Katastrophenschutz-Großübung „Phoenix" haben am Samstag etwa 400 Einsatzkräfte und Mitwirkende mit über 50 Fahrzeugen in Wiesbaden erfolgreich das gemeinsame Vorgehen bei einer komplexen Schadenslage trainiert. Im Mittelpunkt standen der Aufbau und Betrieb eines Behandlungsplatzes für bis zu 50 Verletzte sowie die Bewältigung eines Verkehrsunfalls mit vielen Betroffenen.
Foto: Daniel Becker
Sirenen heulen, Dutzende Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht bahnen sich ihren Weg und ein Rettungshubschrauber kreist über Dotzheim. Am Samstag, 12. September, fand in Wiesbaden die großangelegte Katastrophenschutzübung „Phoenix“ statt. Rund 400 Einsatzkräfte und Mitwirkende mit mehr als 50 Einsatzfahrzeugen probten über viele Stunden hinweg den Ernstfall einer komplexen Großschadenslage. Im Zentrum standen die Errichtung und der Betrieb eines mobilen Behandlungsplatzes (BHP 50) für bis zu 50 Schwerstverletzte sowie die Bewältigung eines schweren Verkehrsunfalls mit einem Massenanfall von Verletzten (MANV).
Das gesamte Geschehen spielte sich auf dem Gelände der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit (HöMS) an der Schönbergstraße in Dotzheim ab und wurde durch Aktivitäten in den drei Wiesbadener Notfallkliniken, der Zentralen Leitstelle sowie den Auskunftsstellen der Hilfsorganisationen nahtlos ergänzt.
Dramatisches Szenario – Hitzewelle trifft auf schweren Massencrash
Das von den Übungsplanern ausgearbeitete Ausgangsszenario forderte den Rettern alles ab. Eine angenommene, langanhaltende Hitzewelle hatte die örtlichen Kliniken und den Regelrettungsdienst bereits tagelang an die Belastungsgrenze gebracht. Um das Gesundheitssystem zu stützen, bauten die Katastrophenschützer der Wiesbadener Hilfsorganisationen – Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH), Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Malteser Hilfsdienst (MHD), Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) auf dem HöMS-Areal einen vollwertigen Behandlungsplatz für 50 Patienten auf.
Mitten in diesem logistischen Großeinsatz spitzte sich die Lage dramatisch zu. Ein schwerer Verkehrsunfall mit zahlreichen eingeklemmten Personen ereignete sich. Vor Ort bot sich den ersten Kräften ein unübersichtliches Trümmerfeld.
Rettungskette in Echtzeit – Vom Unfallwrack über den BHP bis zur Klinik
Unter den wachsamen Augen der Übungsleitung liefen die Maßnahmen streng nach Protokoll und absolut synchron in Realzeit ab: Die Alarmierungswege, Führungs- und Kommunikationsstrukturen zwischen Polizei, Leitstelle und Rettungskräften funktionierten reibungslos, so das erste Fazit
Während die Einsatzkräfte der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr eingeklemmte Personen mit schwerem hydraulischem Rettungsgerät befreiten, nahmen Notärzte und Sichtungsteams die medizinische Triage vor – die Einteilung der Verletzten nach Schweregrad.
Nach der Erstversorgung vor Ort wurden die Patientinnen und Patienten zum Behandlungsplatz (dem mobilen Krankenhaus -BHP 50) auf dem HöMS-Gelände transportiert, dort medizinisch intensiv weiter stabilisiert und digital den Zielkliniken zugewiesen.
In den beteiligten Kliniken – den Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken (HSK), dem St. Josefs-Hospital (JoHo) und der Asklepios Paulinen Klinik (APK) – griffen die internen Katastrophen- und Alarmpläne. Die Verletzten wurden im Schockraum nachuntersucht und direkt den Diagnostik- und OP-Kapazitäten zugeführt und weiter behandelt.
Parallel erfasste die Personenauskunftsstelle des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) alle Betroffenendaten, während die Teams der Psychosozialen Notfallversorgung (Seelsorge in Notfällen „SiN“) die Betreuung von Betroffenen und Angehörigen sicherstellten.
Für maximale Authentizität sorgten rund 50 Verletztendarstellerinnen und -darsteller, die von einer Schminkgruppe mit täuschend echten Platzwunden, Knochenbrüchen und Verbrennungen versehen worden waren und ihre Rollen lautstark und überzeugend ausfüllten.
Auch ein Rettungshubschrauber – Christoph 2 aus Frankfurt – nahm an der Übung teil. Der Heli landet auf einem Sportplatz in der Siedlung Kohlheck und übernahm einen Patienten.
Lob von Oberbürgermeister Mende und Übungsleitung
Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) machte sich vor Ort selbst ein Bild von der Leistungsfähigkeit der Rettungskräfte: „Ein leistungsfähiger Katastrophenschutz lebt von guter Vorbereitung und von Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Besonders beeindruckend ist, dass ein großer Teil der heute eingesetzten Kräfte ehrenamtlich tätig ist. Dieses Engagement ist für die Sicherheit unserer Stadt von unschätzbarem Wert und ergänzt die beruflichen Kräfte optimal.“
Übungsleiter Brandoberamtsrat Rainer Schremmer zog am Samstagnachmittag nach dem planmäßigen Ende ein rundum positives Fazit: „Eine Übung dieser Größenordnung macht deutlich, wie wichtig abgestimmte Strukturen und das persönliche Zusammenspiel aller Beteiligten sind. Die Einsatzkräfte haben die anspruchsvollen Aufgaben engagiert, ruhig und absolut professionell bewältigt. Gleichzeitig haben wir wertvolle Erkenntnisse gewonnen, die nun ausgewertet werden und in künftige Einsatzkonzepte einfließen.“
Auch von den Einsatzkräften selbst hieß es einhellig: Selten wurde eine Übung derart detailgetreu, realitätsnah und diszipliniert von der Minute der Alarmierung bis zur finalen Übergabe im Klinikbett durchgezogen.
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Mehr Bilder zu der Übung gibt es in unserer Fotostrecke unter:
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Die Fakten zur Großübung „Phoenix“ im Überblick:
An dem Großeinsatz beteiligten sich zahlreiche Organisationen Hand in Hand:
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Feuerwehr & Rettungsdienst: Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr Wiesbaden, Rettungsdienste aus Wiesbaden sowie Unterstützungseinheiten aus dem Rheingau-Taunus-Kreis, dem Main-Taunus-Kreis, dem Kreis Groß-Gerau und der Landeshauptstadt Mainz.
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Hilfsorganisationen & Sanitätszüge: Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH), der Wasserrettungszug der DLRG sowie die ARGE PSNV.
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Polizei & Luftrettung: Landespolizei und Stadtpolizei Wiesbaden sicherten das Geschehen ab und leiteten den Verkehr; aus der Luft unterstützte der Zivilschutzhubschrauber Christoph 2.
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Kliniken & HöMS: Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken, St. Josefs-Hospital, Asklepios Paulinen Klinik sowie die Hessische Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit als Gastgeber und Logistikpartner.
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Einsatz: Großangelegte Katastrophenschutzübung „Phoenix“.
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Zeitpunkt: Samstag, 12. September 2026 (ganztägig bis in den Nachmittag).
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Kräfte: Rund 400 Einsatzkräfte, über 50 Einsatzfahrzeuge, Zivilschutzhubschrauber Christoph 2.
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Kernübungsorte: HöMS Wiesbaden (Schönbergstraße), Zentrale Leitstelle, HSK, St. Josefs-Hospital, Asklepios Paulinen Klinik.
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Szenario: Hitzenotstand mit Aufbau eines mobilen Behandlungsplatzes (BHP 50) in Kombination mit Massenanfall von Verletzten nach Verkehrsunfall.
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Beteiligte: Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehren, DRK, ASB, Johanniter, DLRG, Notfallseelsorge (PSNV), Landes- und Stadtpolizei, Nachbarkreise (RTK, MTK, GG, MZ).
Bürger-Service: Wo gibt es Infos im Ernstfall?
Sollte in Wiesbaden tatsächlich eine Großschadenslage oder Katastrophe eintreten, finden Bürgerinnen und Bürger verlässliche Warnungen und Hinweise unter wiesbaden.de/krisenfall. Praktische Tipps zur persönlichen Vorsorge bei Stromausfällen, Stürmen oder Bränden bietet die Stadt unter wiesbaden.de/notfallvorsorge.



