Spatenstich
Grüner Strom auf Abruf: ESWE BioEnergie baut Riesen-Batteriespeicher in Biebrich
Wiesbaden rüstet sich für die Energiezukunft: Mit einem symbolischen Spatenstich in Biebrich fällt der Startschuss für einen hochmodernen Riesen-Batteriespeicher. Direkt neben dem Biomasseheizkraftwerk entsteht eine Anlage mit 30 Megawattstunden Kapazität, die künftig Ökostrom flexibel parkt, Verbrauchsspitzen abfängt und das Stadtnetz krisenfest macht.
Foto: Paul Müller
„Heute ist ein guter Tag für Wiesbaden“, betonte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende sichtlich erfreut auf der Baustelle an der Deponiestraße. Zuvor hatte das Stadtoberhaupt gemeinsam mit Spitzenvertretern der lokalen Energiewirtschaft den symbolischen Spatenstich am 21. August, für ein zukunftsweisendes Großprojekt gesetzt: Auf dem Areal der ESWE BioEnergie GmbH entsteht bis Anfang kommenden Jahres ein leistungsstarker Großbatteriespeicher.
„Die Energiewende ist dann erfolgreich, wenn sie nicht nur mehr erneuerbare Energie hervorbringt, sondern zugleich für eine sichere und verlässliche Versorgung sorgt. Genau dazu leistet dieser Batteriespeicher einen wichtigen Beitrag“, unterstrich Mende die strategische Bedeutung des Vorhabens für die Landeshauptstadt.
Flexibilität für das Stromnetz der Zukunft
Erneuerbare Energien unterliegen wetterbedingt natürlichen Schwankungen. Umso wichtiger ist es, erzeugten Strom zwischenzuspeichern, wenn das Angebot die aktuelle Nachfrage übersteigt – und ihn sekundenschnell wieder einzuspeisen, sobald Spitzenbelastungen auftreten.
„Energiewende bedeutet nicht nur, erneuerbare Energie zu erzeugen, sondern auch, sie flexibel speichern und nutzen zu können“, erklärte Jörg Höhler, Vorstandsvorsitzender der ESWE Versorgungs AG. „Speicher wie dieser schaffen Flexibilität. Sie nehmen Energie auf, wenn sie verfügbar ist, und geben Energie bereit, wenn sie gebraucht wird. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zu einem stabilen und zukunftsfähigen Energiesystem.“
Starke Kenndaten: 11 Megawatt Leistung und 30 Megawattstunden Kapazität
Die technische Dimension des neuen Lithium-Ionen-Systems ist beachtlich:
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Nutzbare Leistung: 11 Megawatt (MW)
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Nutzbare Speicherkapazität: 30 Megawattstunden (MWh)
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Fertigstellung: Geplant für Anfang 2027
Hinter dem Vorhaben steht eine starke Partnerschaft: Bauherrin ist die ESWE BioEnergie GmbH – eine 90-prozentige Tochter der Wiesbadener ESWE Versorgungs AG, an der auch die MBA Wiesbaden GmbH sowie die Knettenbrech + Gurdulic Service GmbH & Co. KG als Anteilseigner beteiligt sind. Realisiert wird das Großprojekt gemeinsam mit dem spezialisierten Batteriespeicheranbieter Intilion sowie dem Bauunternehmen S&V Bau.
Ideale Synergien am Energiestandort Deponiestraße
Der Standort für das Mammut-Batteriesystem ist strategisch gewählt: Durch die direkte Nachbarschaft zum Biomasseheizkraftwerk und dem Müllheizkraftwerk in Biebrich dockt die neue Großbatterie an einen bereits etablierten Energieerzeugungs-Knotenpunkt an. Die bestehende Netzinfrastruktur kann somit optimal genutzt werden.
Gleichzeitig entsteht eine hocheffiziente Verknüpfung aus energetischer Verwertung biogener Brennstoffe, Fernwärmeerzeugung, Stromproduktion und flexibler Stromspeicherung. „Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie bestehende Anlagen erweitert und für die Energiewende eingesetzt werden können“, so Höhler weiter.
Klar ist bereits jetzt: Um die Versorgungssicherheit Wiesbadens auch im Zuge des weiteren Ausbaus erneuerbarer Energien dauerhaft zu garantieren, werden künftig weitere Puffer nötig sein. Der neue Batteriespeicher an der Deponiestraße soll hierfür als richtungsweisender Impuls für Folgeprojekte dienen.
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