Projekt
42,5 Millionen Euro für Schierstein: Magistrat macht Weg frei für Neubau und Sanierung der Hafenschule
Der Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden hat am Dienstag grünes Licht für die Sanierung und Erweiterung der Hafenschule in Schierstein gegeben. Mit Gesamtbaukosten von rund 42,5 Millionen Euro entsteht eine zukunftsweisende, komplett barrierefreie Grundschule, die dauerhaft dreizügig aufgestellt wird und den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem Schuljahr 2026/27 vollumfänglich absichert.
Grafik: Stadt Wiesbaden
Bedeutende Weichenstellung für die Schullandschaft in Wiesbaden. Der Magistrat der Landeshauptstadt hat am Dienstag, 8. September, die Ausführungsvorlage für die umfassende Sanierung und den Erweiterungsneubau der Schiersteiner Hafenschule auf den Weg gebracht. Stimmen der Ausschuss für Schule, Kultur und Städtepartnerschaften sowie die Stadtverordnetenversammlung am 30. September final zu, startet ein 42,5-Millionen-Euro-Großprojekt (zzgl. 900.000 Euro für die Neuausstattung).
Ziel des Mammutvorhabens ist es, die traditionsreiche Grundschule dauerhaft dreizügig aufzustellen und den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung räumlich wie pädagogisch abzusichern.
Neubau statt Flicken – Alte Turnhalle wird zur Schul-Mensa
Da der in den 1950er-Jahren errichtete Klassen- und Verwaltungstrakt erhebliche bauliche Mängel aufwies und keine flexiblen Raumkonzepte zuließ, fiel die Entscheidung gegen das bloße Flicken des Bestands. Es entsteht ein funktionaler Neubau mit flexiblen Raumzuschnitten für zeitgemäße Unterrichts- und Betreuungsformen.
Das denkmalgeschützte Original-Schulhaus aus dem 19. Jahrhundert bleibt erhalten, wird denkmalgerecht saniert und fungiert künftig als modernes Verwaltungsgebäude.
Die bisherige Schulturnhalle wird komplett entkernt und zu einer hellen Schulmensa umgebaut. Der Schulsport weicht dauerhaft in die neu errichtete Sporthalle der nahegelegenen Erich-Kästner-Schule aus.
Wiesbadens neue Schuldezernentin Dr. Patricia Becher (SPD) betont die Tragweite des Beschlusses: „Die heutige Entscheidung des Magistrats ist ein entscheidender Meilenstein für die Schullandschaft in Schierstein. Mit der Sanierung und der gezielten Erweiterung schaffen wir eine zeitgemäße, komplett barrierefreie Lehr- und Lernumgebung für unsere Grundschülerinnen und Grundschüler. Besonders stolz bin ich auf die Verknüpfung von moderner Bildungsinfrastruktur mit ökologischer Nachhaltigkeit sowie Hochwasserschutz vor Ort.“
Genialer Kniff – Tiefgarage dient als Rückhaltebecken bei Lindenbach-Flut
Auch technisch setzt das Bauprojekt im Rheingau-Viertel neue Standards. Auf dem Neubau wird eine leistungsstarke Photovoltaikanlage installiert, die als Baustein des Wiesbadener Klimaplans zur CO2-Reduzierung beiträgt.
Eine echte Innovation betrifft den benachbarten Lindenbach. Der Neubau erhält eine unterirdische Parkebene. Im Alltag dient sie als normale Stellfläche – bei extremen Starkregen- und Hochwasserereignissen kann die Tiefgarage jedoch kontrolliert geflutet werden. Dadurch dient sie als technisches Rückhaltebecken, um den Bach zu entlasten und umliegende Wohngebäude vor Überflutungen zu bewahren.
Umzug ins Container-Interim an der Saarbrücker Allee
Damit der Unterricht während der rund 28-monatigen Bauphase ungestört weitergehen kann, weicht die Schulgemeinschaft komplett aus. An der Saarbrücker Allee wird eine großzügige Containeranlage errichtet, deren Fertigstellung für Mai 2027 anvisiert ist.
In den Sommerferien 2027 zieht die Schule um, sodass das Schuljahr 2027/28 pünktlich im Interim beginnen kann. Der Startschuss für die Abbrucharbeiten auf dem Schiersteiner Schulcampus fällt planmäßig im November 2027.
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