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Mindestlohn und Verträge: Wie Zugewanderte ihre Job-Chancen stärken
Orientierung im Paragrafendschungel: Ein voller Saal im Haus der Heimat zeigte, wie groß der Klärungsbedarf bei Verträgen, Lohnfortzahlung und Mindestsätzen für viele Menschen in Wiesbaden ist. Eine erfolgreiche Reihe schafft Abhilfe und bereitet bereits die nächsten Schritte für den Herbst vor. Welches Wissen vor Ausbeutung schützt und welche neuen Termine anstehen, zeigt der Blick auf das Angebot.
Fotos: BdV-Landesverband Hessen
Das Bewusstsein für die eigenen Rechte und Pflichten am Arbeitsplatz steht bei vielen Neuzugewanderten hoch im Kurs. Dies verdeutlichte der große Zuspruch beim fünften Gruppenangebot im Rahmen der Reihe „Berufliche Integration Plus“, das am 26. August im Wiesbadener Haus der Heimat stattfand. Organisator der Veranstaltung war die Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte (MBE) des Landesverbandes Hessen im Bund der Vertriebenen (BdV).
Rund 30 Interessierte nutzten den Informationsabend unter dem Titel „Arbeitsrechte und -pflichten“, um sich über die rechtlichen Rahmenbedingungen einer Beschäftigung in Deutschland zu informieren. Als Referentin führte Maryna Shubina durch das Programm, die als Expertin für Arbeits- und Sozialrecht bei der bundesweiten Beratungsstelle „Faire Integration“ Hessen tätig ist.
Wichtige Themen des Arbeitsalltags
Im Zentrum der Ausführungen standen praxisnahe Kernthemen des Berufslebens. Dazu zählten neben den gesetzlichen Vorgaben zum Mindestlohn und dem Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub auch die Regelungen zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie grundlegende Pflichten der Arbeitnehmer. Ebenso wurden gesetzliche Kündigungsfristen und das richtige Verhalten bei ausbleibenden Gehaltszahlungen detailliert erörtert.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Gefahren und rechtlichen Konsequenzen von undokumentierter Arbeit. Neben der reinen Informationsvermittlung zielte das Angebot darauf ab, den Anwesenden Handlungssicherheit zu vermitteln und bestehende Hilfsangebote aufzuzeigen. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei der Initiative „Faire Integration“, die Menschen mit Migrationsgeschichte eine kostenfreie, anonyme und mehrsprachige Beratung bei arbeitsrechtlichen Fragen anbietet.
Neue Termine im Herbst
Aufgrund des anhaltend hohen Bedarfs an verständlicher Aufklärung wird die Informationsreihe auch in den kommenden Monaten fortgeführt. Das Projekt „Berufliche Integration Plus“, welches die MBE gemeinsam mit der Landeshauptstadt Wiesbaden umsetzt, bietet monatliche Treffen im Haus der Heimat in der Friedrichstraße 35 an. Auf dem Programm stehen künftig Schwerpunkte wie der Bewerbungsprozess, vertiefendes Arbeitsrecht sowie Wege in die Selbstständigkeit.
Für das verbleibende Jahr 2026 sind vier weitere Termine angesetzt: Mittwoch, 23. September, Mittwoch, 21. Oktober, Mittwoch, 18. November sowie Mittwoch, 9. Dezember. Interessierte können sich direkt bei der MBE-Beratungsstelle des BdV Hessen per E-Mail unter mbe@bdv-hessen.de oder telefonisch unter 0611 / 360 1915 und 0611 / 360 1919 anmelden. Zudem stehen Kontaktmöglichkeiten per WhatsApp unter +49 163 716 62 80 sowie +49 178 877 1306 und ein eigener Informationskanal unter chat.whatsapp.com/CWzR5AEtcum00WtLXYQE1R zur Verfügung.
Hintergrund der Migrationsberatung
Bei der MBE handelt es sich um ein bundesweit angelegtes Projekt des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), das in Kooperation mit den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege, darunter Arbeiterwohlfahrt, Deutscher Caritasverband, Diakonie Deutschland, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, Deutsches Rotes Kreuz und Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland – sowie dem BdV realisiert wird. In Wiesbaden betreibt der BdV-Landesverband Hessen eine entsprechende Anlaufstelle.
Das lokale Beratungsteam um Viktoriia Sierhieieva und Julia Baron-Käfer richtet sich an zugewanderte Erwachsene ab 28 Jahren. Das Angebot steht in den ersten drei Jahren nach der Einreise oder dem Erhalt des ersten Aufenthaltstitels zur Verfügung und spricht unter anderem Spätaussiedler sowie deren Familienangehörige an. Die MBE unterstützt bei der beruflichen Orientierung, dem Arbeitsmarkteinstieg und der gesellschaftlichen Integration durch Alltagshilfen.
Leistungsgrenzen des Beratungsangebots
Um Missverständnissen vorzubeugen, weist die Stette für Beratung in Wiesbaden klar auf den festgelegten Aufgabenrahmen hin. Bestimmte Dienstleistungen sind ausdrücklich vom Portfolio ausgeschlossen: So erfolgt keine persönliche Begleitung zu Behördenterminen und keine Ausfüllhilfe für Formulare. Migrationsberatung zum Arbeitsrecht und Mindestohn ist jedoch eingeschossen.
Ebenfalls nicht angeboten werden eine eigenständige Beratung zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, hier erfolgt lediglich eine Weiterleitung an zuständige Fachberatungsstellen, sowie Beratungen zu Asylverfahren, Einbürgerung, Rentenfragen oder der Wohnungssuche.
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