Schwerpunktaktion
Rausch am Steuer: Polizei zieht nach Mega-Kontrolle erschreckende Bilanz
Tausende Fahrzeuge im Visier, dutzende bedenkliche Treffer: Die hessischen Beamten haben bei einem landesweiten Einsatz massiv gegen Fahrten unter Alkohol- und Drogeneinfluss durchgegriffen. Ein rasanter Anstieg bei den Crash-Statistiken und die neuen Tücken der Cannabis-Legalisierung bereiten den Behörden dabei zunehmend Kopfzerbrechen. Was die intensiven Überprüfungen ans Licht brachten und warum die Gefahr auf unseren Straßen aktuell so groß, wurde in Wiesbaden der Öffentlichkeit vorgestellt.
Archivfoto
Die hessische Polizei führte am Dienstag, 25. August, einen landesweiten Schwerpunkteinsatz durch, der gezielt die Fahrtüchtigkeit von Verkehrsteilnehmern überprüfte. Im Zentrum der Maßnahmen stand der sogenannte Aktionstag zur Bekämpfung von Fahrten unter Alkoholeinfluss.
Insgesamt nahmen die Beamten dabei 3.290 Fahrzeuge genauer unter die Lupe. Die Bilanz des Einsatzes zeigte, dass 21 Personen alkoholisiert am Steuer saßen. Zudem registrierten die Einsatzkräfte 29 Fälle, in denen Fahrer unter dem Einfluss von illegalen Drogen oder Cannabis standen.
Fokus auf alle Fahrzeugtypen
Die landesweiten Überprüfungen fanden rund um die Uhr an zahlreichen unterschiedlichen Standorten statt. Dabei richteten die Polizisten ihr Augenmerk keineswegs ausschließlich auf klassische Autofahrer.
Ebenso gehörten gewerbliche Transporte sowie Lenker von Elektrokleinstfahrzeugen, wie beispielsweise E-Scootern, zur Zielgruppe der präventiven und repressiven Verkehrskontrollen.
Steigende Unfallzahlen durch Alkohol
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) ordnete die Dringlichkeit dieses Einsatzes klar ein: „Alkohol hat am Steuer nichts verloren. Wer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss ein Fahrzeug führt, gefährdet sich selbst und bringt andere Verkehrsteilnehmer in Lebensgefahr. Die Verkehrsunfallstatistik belegt die Gefahr:
Im Jahr 2025 musste die hessische Polizei einen Anstieg der Unfallzahlen, die sich unter Alkoholeinfluss ereignet haben, verzeichnen. Insbesondere Verkehrsunfälle, in deren Folge es zu Verletzungen von Personen kam, sind im Vergleich zum Jahr 2024 um ca. 14 Prozent gestiegen. So ereigneten sich im Jahr 2024 1.005 Verkehrsunfälle, bei denen Alkoholeinfluss unfallursächlich war. Im Jahr 2025 wurden 1.149 Unfälle im Rahmen der polizeilichen Unfallaufnahme festgestellt.“
Cannabis erschwert Polizeiarbeit
Mit Blick auf die aktuelle Rauschmittel-Gesetzgebung führte der Innenminister weiter aus: „Besonders gefährlich sind Alkohol und Drogen im Straßenverkehr. Wer bekifft oder betrunken fährt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch andere. Die Legalisierung von Cannabis bedeutet für die Polizei deutlich erschwerte Kontrollmöglichkeiten. Legal und illegal verschwimmen jetzt, was zu zahlreichen komplexen Abgrenzungsfragen im polizeilichen Alltag führt.
Die Erhöhung des THC-Grenzwerts halte ich für besonders gefährlich, da die Wirkung von Cannabis und der Abbau der Droge schwer einzuschätzen sind. Vor allem in Verbindung mit Alkohol birgt Cannabis eine unberechenbare Gefahr für den Straßenverkehr. Die Unfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss blieben im vergangenen Jahr auf einem konstant hohen Niveau. 2025 gab es 3.399 Unfälle, bei denen Alkohol oder berauschende Mittel eine Rolle spielten (davon 1.281 mit Personenschaden). 18 Menschen kamen dabei ums Leben.“
Appell an die Vernunft
Abschließend betonte Roman Poseck in Wiesbaden die klare Haltung der Sicherheitsbehörden: „Der in der Unfallstatistik feststellbaren Tendenz tritt die hessische Polizei unter anderem mit dem Aktionstag ‚Bekämpfung des Fahrens unter Einfluss von Alkohol‘ entgegen.
Die Polizei hat durch die gestrige Aktion daran erinnert, dass Trunkenheit im Verkehr entschlossen verfolgt wird. Die Ergebnisse des Aktionstages zeigen, dass viele Fahrer die Gefahren von Alkohol und weiteren berauschenden Mitteln wie Cannabis unterschätzen. Ich appelliere an Rücksicht und Verantwortung aller Verkehrsteilnehmer.“
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von Wiesbadenaktuell.de und folgen Sie uns auch auf Instagram sowie auf Threads!


