Erinnerung

Wiesbaden nimmt Abschied von Rudi Schmitt: Bewegende politische Gedenkfeier für den Alt-Oberbürgermeister im Rathaus

Mit einer politischen Gedenkfeier im Festsaal des Rathauses hat Wiesbaden am Samstag an den im April verstorbenen Ehrenbürger und früheren Oberbürgermeister Rudi Schmitt erinnert. Familie, Freunde, politische Weggefährten und Vertreter der Stadt würdigten das Lebenswerk des langjährigen Kommunal- und Landespolitikers.

Von: |Erschienen am: 22. August 2026 14:54|

Foto: Gert-Uwe Mende von FB-Seite, Joachim B. Weber

Mit einer feierlichen und emotionalen politischen Gedenkstunde hat die Landeshauptstadt Wiesbaden am Samstag, 22. August, das Lebenswerk ihres verstorbenen Ehrenbürgers und ehemaligen Oberbürgermeisters Rudi Schmitt gewürdigt. Im festlichen Rahmen des Rathaussaals kamen Familie, enge Freunde, politische Weggefährten sowie Vertreter aus Verwaltung und Stadtpolitik zusammen, um gemeinsam Abschied von einer der prägendsten Persönlichkeiten der Wiesbadener Nachkriegsgeschichte zu nehmen.

Auf ausdrücklichen Wunsch der Familie wurde auf eine große kirchliche Trauerfeier in der Marktkirche verzichtet, die Rudi Schmitt als Ehrenbürger protokollarisch zugestanden hätte. Stattdessen schuf die Stadt mit der politischen Gedenkfeier im Festsaal einen würdevollen Raum des Erinnerns. Schmitt war am 10. April im gesegneten Alter von 98 Jahren friedlich in seinem Zuhause entschlafen.

 „Bürgernah, beharrlich und mit großer Leidenschaft“

In seiner Gedenkansprache hob Wiesbaden Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) die außergewöhnliche Lebensleistung und die menschliche Wärme seines Amtsvorgängers hervor: „Rudi Schmitt war für mich persönlich ein Vorbild. Bürgernah, beharrlich und mit großer Leidenschaft hat er sich um Wiesbaden verdient gemacht. Zahlreiche Projekte, die er initiiert und verwirklicht hat, prägen unsere Stadt bis heute. Er wurde allseits geschätzt, hat seine Zeit aktiv mitgestaltet und bis ins hohe Alter großen Anteil am politischen und gesellschaftlichen Leben der Stadt genommen. Wiesbaden hat ihm viel zu verdanken.“

Ein Leben im Dienst der Gemeinschaft – Vom Lehrer zum Oberbürgermeister und MdB

Rudi Schmitt, geboren am 8. Januar 1928 in Frankfurt am Main, begann seine berufliche Laufbahn 1946 als Lehrer und trat 1947 in die SPD ein. Bereits 1954 zog er in den Hessischen Landtag ein.

Sein jahrzehntelanges Wirken für Wiesbaden begann 1960:

  • Dezernent im Wiesbadener Magistrat (1960–1968): Als Stadtrat verantwortete er zunächst die Bereiche Schule und Sport, ab 1966 zusätzlich Kultur.

  • Oberbürgermeister der Landeshauptstadt (ab 1. Februar 1968): An der Stadtspitze trieb er wichtige städtebauliche und soziale Projekte voran, die Wiesbaden nachhaltig prägten.

  • Mitglied des Deutschen Bundestages: Nach seiner Amtszeit als OB vertrat Schmitt Wiesbaden bis 1987 für zwei Wahlperioden als direkt gewählter Bundestagsabgeordneter in Bonn.

  • Bundesversammlungen: 1959 und 1984 gehörte er als Delegierter der Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten an.

  • Jahrzehntelanger DRK-Einsatz: Neben der Politik schlug sein Herz für den Rettungsdienst und das Rote Kreuz. Von 1967 bis 1988 führte er den DRK-Kreisverband Wiesbaden, anschließend lenkte er von 1988 bis 2001 als Präsident die Geschicke des DRK-Landesverbandes Hessen.

Ehrenbürgerschaft und Ehrengrab auf dem Nordfriedhof

Für seine herausragenden Verdienste ernannte die Stadtverordnetenversammlung Rudi Schmitt am 18. Mai 1995 zum Ehrenbürger von Wiesbaden. Neben der Ehrenplakette der Landeshauptstadt wurde ihm zudem das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Gemäß der städtischen Ehrungs- und Gedenkordnung ruht Rudi Schmitt in einem offiziellen Ehrengrab der Landeshauptstadt Wiesbaden auf dem Nordfriedhof (festgelegte Laufzeit: 30 Jahre).

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