Niedrigwasser
Rhein fällt auf Rekord-Tiefststand: Im Schiersteiner Hafen liegen die ersten Boote auf Grund
Die anhaltende Trockenheit macht sich am Rhein deutlich bemerkbar. Bei Wiesbaden lag der Wasserstand am Montagabend nur noch bei 1,16 Metern, am Pegel Oestrich wurden 38 Zentimeter gemessen. Auch im Schiersteiner Hafen sinkt das Wasser weiter – erste Boote liegen nach Beobachtungen bereits auf dem Grund.
Fotos: Otto Witte
Die anhaltende Hitzewelle und monatelange Trockenheit setzen den Gewässern in der Region massiv zu. Dem Rhein geht zusehends das Wasser aus – der Strom gleicht an vielen Stellen nur noch einem Rinnsal. Während der mittlere Wasserstand am maßgeblichen Pegel Mainz/Wiesbaden normalerweise im August bei 2,88 Metern liegt, schrumpft die Wasserlinie derzeit auf historische Tiefstwerte: Aktuell liegt dieser bei 116 cm (Stand: 11. August 2026, 8:00 Uhr). Im Schiersteiner Hafen schlagen Wassersportler und Bootsbesitzer bereits Alarm: Die ersten Yachten und Segelboote sitzen mitten im Hafenbecken auf Grund.
Dramatische Lage im Schiersteiner Hafen
Besonders im Schiersteiner Hafen offenbaren sich die extremen Folgen des Wassermangels. Da das Hafenbecken nicht die Tiefe der Hauptfahrrinne aufweist, fällt der Pegel hier besonders drastisch ins Gewicht. Weite Schlick- und Kiesbänke liegen komplett frei. So weit bzw. tief konnte man in den Rhein noch nie trockenen Fußes laufen.
Erste Bootsbesitzer mussten ihre Liegeplätze bereits aufgeben oder vorsorglich verlegen. Bei Schiffen und Booten mit tieferem Tiefgang berühren die Rümpfe längst den Schlammboden. Wassersportaktivitäten wie Segeln oder Kanufahren sind nur noch stark eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich.
Frachtschiffe fahren mit Spargang – Schifffahrt stark belastet
Auch auf der Hauptwasserstraße des Rheins spitzt sich die Lage zu. Um ein Festfahren auf den Untiefen zu verhindern, können Lastschiffe nur noch mit einem Bruchteil ihrer eigentlichen Ladung beladen werden.
Logistik-Engpässe: Da viele Binnenschiffe statt der üblichen Frachtmengen nur noch zu 30 bis 40 Prozent befüllt werden dürfen, steigt der Bedarf an Schiffskapazitäten extrem an.
Ausflugsschiffe: Auch die Passagierschifffahrt und Flusskreuzfahrtschiffe müssen ihre Fahrpläne anpassen, Routen verlegen oder Anlegestellen in der Region streichen. Die Passagierfähre Tamara hat ihren Betrieb vor ein paar Woche ganz eingestellt.
Keine schnelle Besserung in Sicht
Meteorologen und Hydrologen erwarten vorerst keine nachhaltige Entwarnung. Damit sich die Pegel von Rhein und Main spürbar erholen, bräuchte es flächendeckenden, mehrtägigen Landregen – vor allem auch in den Einzugsgebieten der Alpen und Zubringerflüsse. Bis dahin heißt es für die Binnenschifffahrt und alle Wassersportler im Schiersteiner Hafen weiterhin: Warten auf den großen Regen.
Mehr aktuelle Meldungen und und Nachrichten für die Landeshauptstadt finden Sie täglich in unseren verschiedenen Rubrik auf Wiesbadenaktuell.de.
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von Wiesbadenaktuell.de und folgen Sie uns auch auf Instagram sowie auf Threads!

Deutschland steuert auf die nächste große Hitzewelle zu. Auch in Wiesbaden wird es in den kommenden Tagen erneut sehr […]
Wegen anhaltender Trockenheit gilt in Wiesbaden ab sofort die höchste Waldbrandgefahr. Auf öffentlichen Grillplätzen […]

