Katastrophenschutz

Einsatzbereit auf dem Rhein: Land Hessen fördert Wiesbadener Feuerlöschboot zu

Seit Jahrzehnten sichert die „Franz-Anton-Schneider“ den Brandschutz und Personenrettungen auf den heimischen Wasserstraßen bei Wiesbaden. Doch um das traditionsreiche Spezialschiff der Städte Wiesbaden und Mainz dauerhaft einsatzbereit zu halten, braucht es regelmäßige Pflege. Nun gab es finanzielle Rückendeckung aus der Landespolitik, verbunden mit einem großen Lob für die Einsatzkräfte.

Von: |Erschienen am: 10. August 2026 18:24|

Foto: Stadt Wiesbaden

Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) hat am Montag, 10. August, im kleinen Festsaal des Wiesbadener Rathauses einen Zuwendungsbescheid über 21.780 Euro an Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) überreicht.

Die finanziellen Mittel sind für die fortlaufende Instandhaltung des Feuerlöschbootes „Franz-Anton-Schneider“ bestimmt. Das Schiff steht exemplarisch für die interkommunale Zusammenarbeit der beiden Landeshauptstädte Wiesbaden und Mainz bei der maritimen Gefahrenabwehr. Seit dem Jahr 1995 unterstützt das Boot die Einsatzkräfte auf dem Rhein bei Aufgaben des nicht-polizeilichen Sicherheits- und Katastrophenschutzes.

Lob für die Zuverlässigkeit der Einsatzkräfte

Im Rahmen der Übergabe würdigte Innenminister Roman Poseck die kontinuierliche und verlässliche Arbeit der Feuerwehrleute bei der Absicherung des Wiesbadener Rheinabschnitts:

„Gerade in Zeiten zunehmend unkalkulierbarer Wetter- und Umweltbedingungen kommt dem Brandschutz auch auf den Wasserstraßen eine besondere Verantwortung zu. Seien es spontane Brände an Uferböschungen, Taucheinsätze oder schnelle und unkomplizierte Transporte von Einsatzfahrzeugen. Für all das ist das gemeinsame Feuerlöschboot ‚Franz-Anton-Schneider‘ der Städte Wiesbaden und Mainz gewappnet.“

Vielseitige Einsatzmöglichkeiten

Mit Blick auf den langjährigen Betrieb und die technischen Vorzüge des Schiffes führte der Minister weiter aus: „Es zeugt von großer Sorgfalt und Disziplin, dass das Feuerlöschboot über drei Jahrzehnte jederzeit einsatzbereit betrieben und in Stand gehalten wird. Es hat den beiden Städten bereits gute Dienste erwiesen. So wurde es auch in diesem Jahr schon zu verschiedenen Einsätzen mit Personenbeteiligung im Rhein gerufen. Die grundlegende Bauform als Fährschiff bietet exzellente Voraussetzungen zur Rettung von Personen aus dem Rhein.

Ein weiterer Vorteil ist die Hohe Aufnahmekapazität für Maschinen und Fahrzeuge von bis zu 60 Tonnen Gesamtlast. Schnell und unkompliziert nimmt das Feuerlöschboot dabei regelmäßig Rettungsfahrzeuge auf, die zu Einsätzen auf der Rheininsel Rettbergsaue gerufen werden. Deshalb freue ich mich, dass das Land mit dem Förderbescheid in Höhe von knapp 22.000 Euro einen Beitrag leisten kann, damit das Feuerlöschboot auch in Zukunft die Einsatzkräfte bei ihren wichtigen Aufgaben unterstützt.“

 Dank an die Ehrenamtlichen und Nachwuchs

Darüber hinaus sprach Poseck dem breiten Engagement innerhalb der Wiesbadener Feuerwehr seine Anerkennung aus: „Ich danke den über 1.200 aktiven Feuerwehrkameraden, die jederzeit für den Schutz der Bürger bereitstehen.

Es freut mich, dass sich mehr als 600 Kinder und Jugendliche in den Nachwuchsorganisationen engagieren und gut 340 Alters- und Ehrenmitglieder noch beratend zur Seite stehen. Die Zahlen sprechen für eine lebendige Feuerwehrlandschaft in der Stadt Wiesbaden.“

Verlässlichkeit im Wasser und auf Land

Abschließend betonte der Innenminister die Einsatzbereitschaft der Wehren vor Ort: „Herzlichen Dank für den herausragenden Einsatz, ob im Wasser mit dem Feuerlöschboot und auf dem Land mit Löschfahrzeugen. Auf die Feuerwehr Wiesbaden ist Verlass.“

OB betont Wichtigkeit der Werterhaltung

Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende hob ebenfalls die Bedeutung der bereitgestellten Mittel für die technische Einsatzfähigkeit hervor: „Das bestehende Feuerlöschboot ‚Franz Anton Schneider‘ hat über Jahrzehnte zuverlässig seinen Dienst erfüllt und soll das auch noch weiterhin tun.

Wir sind froh, dass mit dem Zuwendungsbescheid nun dringend notwendige Instandhaltungsmaßnahmen erledigt werden können, damit unseren Einsatzkräften, die täglich herausragende Arbeit leisten, ein einwandfreies Boot zur Verfügung steht.“

Namenspatron und technische Besonderheiten

Die Benennung des Wasserfahrzeugs erinnert an den ehemaligen Amtsleiter der Wiesbadener Feuerwehr, Franz-Anton Schneider, der die Behörde von 1968 bis 1997 steuerte. Er gilt als Wegbereiter der Rettungshundearbeit und war maßgeblich für deren Einbindung in die Freiwillige Feuerwehr verantwortlich. Darauf aufbauend hat sich der Einsatz von Rettungshunden zu einer festen taktischen Komponente im hessenweiten Feuerwehrwesen entwickelt.

Die Namensgebung des bereits 1989 in Dienst gestellten Bootes steht als Würdigung dieses vorausschauenden Wirkens. Auch aus technischer Sicht weist das Boot besondere Merkmale auf: Die integrierten Löschpumpen können pro Minute bis zu 12.000 Liter Wasser fördern. Zudem erlaubt die Bauweise als ursprüngliche Rheinfähre aufgrund des geringen Tiefgangs flexible Einsätze selbst bei niedrigen Wasserständen.

Landesweite Investitionen in Katastrophenschutz

Das Land Hessen unterstützt die kommunalen Feuerwehren seit Jahren fortlaufend. Die Landeshauptstadt Wiesbaden erhielt im Zeitraum von 2020 bis 2025 Zuwendungen von mehr als 430.000 Euro. Allein in den vergangenen zwei Jahren flossen gut 115.000 Euro an Landesmitteln in die Beschaffung von vier neuen Feuerwehrfahrzeugen. Die Stärkung des Brand- und Katastrophenschutzes stellt einen Schwerpunkt der hessischen Landespolitik dar.

Neben Fahrzeugen, Gerätehäusern und Technik wird kontinuierlich in die Aus- und Fortbildung an der Hessischen Landesfeuerwehrschule (HLFS) investiert. Im Jahr 2025 wurden hessenweit 134 Fahrzeuge sowie 58 Baumaßnahmen an Feuerwehrhäusern mit mehr als 21 Millionen Euro gefördert. Damit konnten trotz angespannter Gesamthaushaltslage über 90 Prozent aller förderfähigen Anträge bewilligt werden. Seit 2016 summiert sich die Förderung für mehr als 1.770 Einsatzfahrzeuge und rund 600 bauliche Maßnahmen auf insgesamt über 200 Millionen Euro.

Weitere Beschaffungen

Auch im Jahr 2026 setzt die Landesregierung in Wiesbaden die zielgerichteten Investitionen fort und stellt erneut mehr als 21 Millionen Euro als Landesförderung für den Brand- und Katastrophenschutz und Feuerwehr bereit. Hinzu kommen Mittel für zentrale Beschaffungsaktionen von TSF-W-Fahrgestellen, Mittleren Löschfahrzeugen (MLF) und Löschgruppenfahrzeugen (LF 10).

In diesem Bereich werden neue Lieferverträge ausgeschrieben, um die hessischen Kommunen von aufwendigen Vergabeverfahren zu entlasten und den Einheiten moderne Technik zur Verfügung zu stellen.

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