Razzia

Schlag gegen Kinderpornografie: Hessenweite Durchsuchungen trifft auch drei Beschuldigte in Wiesbaden

Bei einer landesweiten Schwerpunktaktion gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen hat die hessische Polizei auch in Wiesbaden Wohnungen durchsucht. Gegen drei Männer wird wegen des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischen Materials ermittelt.

Von: |Erschienen am: 5. August 2026 12:47|

Symbolfoto

Mit einem großangelegten Polizeieinsatz sind hessenweite Strafverfolgungsbehörden in der vergangenen Juli-Woche gegen die Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie sowie den sexuellen Missbrauch von Minderjährigen vorgegangen. Bei der mehrtägigen Schwerpunktaktion wurden hessenweit 63 Wohnungen durchsucht und hunderte Datenträger beschlagnahmt. Auch in der Landeshauptstadt Wiesbaden schlugen die Ermittler gezielt zu.

Drei Männer in Wiesbaden im Visier der Ermittler

Im Rahmen der koordinierten Aktion wurden im Stadtgebiet Wiesbaden gezielt Maßnahmen gegen insgesamt drei Beschuldigte in einem Fall vollstreckt wie das Hessische Landeskriminalamt mitteilte. Wie aus Ermittlerkreisen hervorgeht, handelt es sich dabei um drei Männer im Alter von 21, 25 und 67 Jahren. Den Beschuldigten wird der Besitz sowie die Verbreitung von kinderpornografischem Material zur Last gelegt. Ob die Wiesbadener Verdächtigen im Anschluss an die Durchsuchungen vorübergehend für Vernehmungen auf die Dienststelle gebracht wurden, ist derzeit noch unklar.

Hessenweiter Großeinsatz – 400 Datenträger beschlagnahmt

Die hessenweite Schwerpunktmaßnahme fand zwischen Montag, 27. Juli, und Freitag, 31., statt. Unter der Koordination des Hessischen Landeskriminalamts (HLKA) und im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main (Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität) sowie mehrerer Staatsanwaltschaften richtete sich der Einsatz gegen insgesamt 61 Männer und zwei Frauen im Alter von 15 bis 79 Jahren. In acht Fällen steht der schwere Vorwurf des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen im Raum.

Neben Wiesbaden fanden die Razzien unter anderem in Frankfurt, Darmstadt, Hanau, Kassel, Offenbach sowie in numerous hessischen Landkreisen statt. Insgesamt stellten die Einsatzkräfte rund 400 deliktsspezifische Speichermedien und Gegenstände sicher, die nun forensisch ausgewertet werden. Sechs Beschuldigte mussten die Beamtinnen und Beamten im Anschluss für Vernehmungen zur Dienststelle begleiten.

Hintergrund – Einheit „FOKUS“ bündelt Kräfte gegen Kindesmissbrauch

Die Ermittlungen basieren auf der Arbeit der hessischen Spezialeinheit „FOKUS“. Seit Februar 2024 ist diese fester Bestandteil der Regelorganisation aller sieben Polizeipräsidien und des HLKA. Mehr als 320 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – darunter rund 170 Ermittler – verfolgen gezielt Sexualstraftaten an Kindern. Wie erfolgreich die Bündelung der Kräfte ist, zeigen die Zahlen des ersten Halbjahr 2026: In den ersten sechs Monaten wurden über 700 Durchsuchungsbeschlüsse gegen knapp 720 Beschuldigte vollstreckt und mehr als 8.390 Datenträger sichergestellt.

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