Diskriminierung

Staatsschutz ermittelt: Queerfeindlicher Übergriff in Biebrich

Erst üble Beleidigungen, dann flogen Steine und es folgten Tritte: Ein 21-Jähriger ist im Wiesbadener Stadtteil Biebrich von einer größeren Gruppe Jugendlicher attackiert worden. Da sich der Vorfall gezielt gegen die sexuelle Orientierung des Opfers richtete, hat nun der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.

Von: |Erschienen am: 17. Juli 2026 17:32|

Symbolfoto

Ein 21-jähriger Mann ist im Wiesbadener Stadtteil Biebrich Opfer eines gezielten, diskriminierenden Übergriffs geworden. Wie die Polizei erst jetzt vermeldete, ereignete sich die Tat bereits am Montagabend, 22. Juni, gegen 18:20 Uhr. Der junge Mann hielt sich im Bereich der Straße „Am Parkfeld“ auf, als sich ihm eine Gruppe von etwa sechs bis acht Jugendlichen näherte.

Die Unbekannten attackierten den 21-Jährigen zunächst verbal mit queerfeindlichen Beleidigungen. Im weiteren Verlauf ging die Aggression auch in körperliche Übergriffe über, als eine Person aus der Gruppe den jungen Mann gezielt anspuckte.

Tritte vom E-Scooter und Steinwürfe

Damit war die Konfrontation jedoch noch nicht beendet. Während des Vorfalls passierte einer der Beteiligten das Opfer auf einem E-Scooter und versetzte dem Mann im Vorbeifahren einen Tritt.

Zudem wurden laut den Angaben des Betroffenen Steine in seine Richtung geworfen. Da der Vorfall den Behörden erst rund drei Wochen später am 15. Juli zur Kenntnis gebracht wurde, gestaltet sich die Rekonstruktion des Geschehens aufwändiger.

Staatsschutz ermittelt und verweist auf Hilfsangebot

Aufgrund des klar queerfeindlichen Motivs hat der Wiesbadener Staatsschutz die Ermittlungen wegen Körperverletzung und Beleidigung übernommen. Personen, die das Geschehen im Juni beobachtet haben oder Hinweise zu der jugendlichen Gruppe geben können, werden dringend gebeten, sich unter der Telefonnummer 0611 / 3450 zu melden.

LSBTIQ-Ansprechstelle bei Hasskriminalität

Das Polizeipräsidium Westhessen nimmt diesen Fall aus Wiesbaden-Biebrich zudem zum Anlass, auf die bereits seit 2010 bestehende, nebenamtliche LSBTIQ-Ansprechstelle aufmerksam zu machen. Diese fungiert als vertrauenswürdige und vorurteilsfreie Anlaufstelle für Opfer von Hasskriminalität, Übergriffen sowie für queere Organisationen.

Als direkte Ansprechpartner stehen Polizeioberkommissarin Victoria Willich, Wachpolizist Alexandro Klimpel und Polizeihauptkommissar Florian Meerheim während der regulären Bürozeiten zur Verfügung. Die Kontaktaufnahme ist telefonisch unter 0611 / 345 1516 oder per E-Mail unter rainbow.ppwh@polizei.hessen.de möglich.

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