Infrastrukturprojekt
39-Millionen-Euro-Spatenstich: Neues XXL-Umspannwerk in Wiesbaden sichert die Energiewende
Die Weichen für die Energie- und Wärmewende in der hessischen Landeshauptstadt sind gestellt! Mit einem feierlichen ersten Spatenstich haben die Stadtwerke Wiesbaden netz GmbH den Startschuss für den Bau eines hochmodernen Umspannwerks in der Hölderlinstraße gegeben. Satte 39 Millionen Euro fließen in das gigantische Infrastrukturprojekt, das künftig nicht nur den Behördenberg, sondern auch weite Teile der Wiesbadener Innenstadt verlässlich mit Strom versorgen wird.
Fotos: Paul Müller
Die Energiewende in Wiesbaden nimmt weiter Fahrt auf: Mit dem offiziellen Spatenstich für das neue Umspannwerk in der Hölderlinstraße hat die Stadtwerke Wiesbaden Netz GmbH (sw netz) am MIttwoch, 15. Juli, den Beginn eines der derzeit wichtigsten Infrastrukturprojekte der hessischen Landeshauptstadt eingeläutet. Das Vorhaben soll die Stromversorgung im Bereich des Behördenbergs und Teilen der Innenstadt langfristig sichern und zugleich die Anforderungen einer modernen, klimafreundlichen Energieversorgung erfüllen.
„Was hier entstehen wird, ist ein Umspannwerk, das zukünftig eine tragende Säule unserer städtischen Stromversorgung sein wird“, betonte sw-netz-Geschäftsführer Peter Lautz beim feierlichen Baubeginn.
Umspannwerke fungieren als unverzichtbare Knotenpunkte im Stromnetz. Sie transformieren den Strom aus dem Hochspannungsnetz (110.000 Volt) in die verbraucherfreundliche Mittelspannung (20.000 Volt) um, damit er sicher in den Haushalten und Betrieben ankommt.
Gigantische Ausmaße – Drei Stockwerke in die Tiefe
Das neue Gebäude in der Hölderlinstraße wird ein echter Koloss, der zu einem großen Teil unsichtbar bleibt. Die Baugrube misst beeindruckende 33 mal 21 Meter. Über der Erde: entstehen zwei Stockwerke mit einer Höhe von 10,25 Metern. Auch unter der Erde geht es gleich drei Stockwerke (10,60 Meter) in die Tiefe.
Diese enorme Dimension ist auch einer technischen Premiere geschuldet: Erstmals im Versorgungsgebiet von sw netz kommen Schalter zum Einsatz, die der neuen F-Gas-Verordnung entsprechen. Diese verzichten komplett auf das klimaschädliche Isoliergas Schwefelhexafluorid (SF6), benötigen dadurch allerdings deutlich mehr Platz.
Power für bis zu 40.000 Haushalte
Im Inneren des neuen Werks werden nach der Fertigstellung zwei riesige Mittelleitungstransformatoren mit einer Leistung von je 63 Megavoltampere (MVA) arbeiten. Diese gewaltige Power reicht aus, um rund 15.000 bis 20.000 Haushalte und Gewerbebetriebe zuverlässig mit grünem Strom zu versorgen.
Für die Verteilung sorgen unter anderem sechs Hochspannungs- und 36 Mittelspannungs-Schaltfelder, die wie ein hochsensibler, automatischer Sicherungskasten für das gesamte Stadtviertel funktionieren.
39 Millionen Euro – Die Kosten im Detail
Die geplanten Gesamtinvestitionen teilen sich wie folgt auf:
| Bereich | Kosten | Details |
| Bautechnik & Tiefbau | 20 Mio. Euro | Baugrube, Rohbau, Erdarbeiten |
| Elektrotechnik | 19 Mio. Euro | Gesamte technische Ausstattung |
| davon Transformatoren | ~ 4 Mio. Euro | Die beiden Herzstücke des Werks |
| davon Hochspannungs-Schaltanlage | ~ 6 Mio. Euro | F-Gas-konforme Sicherheits-Schaltfelder |
| davon Mittelspannungs-Schaltanlage | ~ 4 Mio. Euro | Verteilungs-Schaltfelder für das Stadtgebiet |
Als starke Partner für die Umsetzung haben die Stadtwerke die Frankfurter Ingenieurgesellschaft Schüßler-Plan sowie das renommierte Bauunternehmen Implenia Deutschland an Bord geholt.
Warum die Hölderlinstraße alle anderen Projekte überholte
Eigentlich waren im Rahmen des regionalen Netzentwicklungskonzepts von sw netz, der Syna GmbH und der Mainzer Netze GmbH andere Standorte schon viel länger in der Pipeline. „Oft hängt es aber am Grundstückserwerb, an erforderlichen Genehmigungen oder an langwierigen Planfeststellungsverfahren“, erklärte Peter Lautz ehrlich.
Dass es in der Hölderlinstraße nun so schnell ging, liegt an zwei städtebaulichen Großprojekten: dem geplanten Öko-Quartier „Seven Gardens“ am Schiersteiner Berg (sechs Gebäude und sieben Gärten auf 38.000 Quadratmetern) sowie der anstehenden Umgestaltung des Behördenbergs. Dank der hervorragenden und extrem schnellen Zusammenarbeit mit dem Land Hessen und den städtischen Ämtern konnte das Projekt in Rekordzeit gestartet werden.
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InfoBox
Der Fahrplan bis zur Inbetriebnahme
Bis der erste Strom durch das neue Werk fließt, vergehen allerdings noch einige Jahre Präzisionsarbeit:
Bis Herbst 2026: Abschluss der aufwendigen Erdaushubarbeiten.
November 2026 bis April 2028: Errichtung des massiven Rohbaus.
Ab Frühjahr 2028: Rund 1,5 Jahre Einbau der sensiblen Elektrotechnik und Netzintegration.
Anfang 2031: Geplante offizielle Inbetriebnahme des Umspannwerks.
Mit diesem zukunftsweisenden Großprojekt rüstet sich Wiesbaden schon heute für den rasant steigenden Bedarf an sauberem Strom durch Wärmepumpen, E-Mobilität und den Ausbau erneuerbarer Energien.


