Kriminalität
Falsche Handwerker täuschen Wasserschaden vor und bestehlen Seniorin
Perfide Tat im Wiesbadener Stadtteil Sonnenberg. Zwei dreiste Trickdiebe haben am Sonntagabend eine Seniorin in ihrer eigenen Wohnung skrupellos bestohlen. Die Unbekannten inszenierten einen falschen Wasserschaden, schütteten sogar Wasser in Schränke und brachten das Opfer so dazu, ihren Tresor zu öffnen. Mit einem Umschlag voller Bargeld flüchtete das kriminelle Duo. Die Polizei warnt eindringlich vor dieser Masche und bittet um Hinweise.
Symbolfoto: Canva
Zu einem besonders hinterhältigen Diebstahl kam es am frühen Sonntagabend, 12. Juli, im Stadtteil Sonnenberg. Um etwa 18:20 Uhr klopften zwei bislang unbekannte Täter hartnäckig an der Haustür einer älteren Dame in der Idsteiner Straße, bis die arglose Seniorin schließlich die Tür öffnete. Was folgte, war ein psychologisch perfide durchdachtes Schauspiel, das nur ein Ziel hatte: die Ersparnisse der Frau zu stehlen.
Wasser in Kleiderschrank geschüttet – Diebe inszenieren Schadensfall
Nachdem sich das Duo Zutritt verschafft hatte, tischten sie der Seniorin die Lüge auf, dass es in ihrer Wohnung einen akuten Wasserschaden gebe. Um ihrer Behauptung Nachdruck zu verleihen und Panik zu schüren, griffen die Kriminellen zu einer extrem dreisten Methode. Sie schütteten unbemerkt selbst Wasser in die Schubladen und in einen Kleiderschrank der Dame, um den täuschend echten Eindruck eines massiven Feuchtigkeitsschadens zu erwecken.
Unter dem Vorwand, die Wertsachen vor dem vermeintlichen Wasser zu retten, forderten die Betrüger die geschockte Geschädigte auf, einen im Kleiderschrank installierten Tresor zu öffnen. Die Täter behaupteten, das Schließfach drohe ebenfalls vollzulaufen. Als die Seniorin den Safe öffnete, nutzten die Diebe einen Moment der Ablenkung, griffen sich einen Umschlag mit einer größeren Menge Bargeld und flüchteten unmittelbar danach mit der Beute aus dem Haus.
Täterbeschreibung
Die Wiesbadener Polizei hat sofort die Ermittlungen aufgenommen und fahndet nach dem flüchtigen Duo. Die beiden Täter werden von dem Opfer wie folgt beschrieben. Täter 1: Männlich, etwa 50 Jahre alt, „südländisches Erscheinungsbild“. Er hat kurze, schwarze Haare, trug eine schwarze Hose und war zur Tatzeit auffällig mit einer roten Warnweste bekleidet. Täterin 2: Weiblich, dunkle Kleidung, auffällig kurze, gelockte Haare.
Wichtige Warnung der Polizei – „Eine gesunde Skepsis ist keine Unhöflichkeit!“
Aus gegebenem Anlass warnt das Polizeipräsidium Westhessen nochmals eindringlich vor dieser und ähnlichen Maschen an der Haustür. Die Beamten raten dringend dazu, niemals angebliche Handwerker, Ableser oder Gutachter in die Wohnung zu lassen, wenn diese nicht vorab angekündigt oder selbst angefordert wurden.
Selbst bei vermeintlichen Notfällen, wie einem angeblichen Wasserrohrbruch im Haus, sollten Bewohner stets misstrauisch bleiben. Im Zweifel sollte die Tür verschlossen bleiben, um zunächst telefonisch bei der Hausverwaltung, dem Hausmeister oder direkt bei den Stadtwerken (ESWE) nachzufragen, ob die Handwerker echt sind. Seriöse Handwerker und Notdienste haben für diese Sicherheitsmaßnahme immer volles Verständnis.
Zeugen gesucht
Die Ermittler bitten im Rahmen der Aufklärung um sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung. Da die Idsteiner Straße in Sonnenberg ein dicht bebautes Wohngebiet ist, hofft die Polizei auf Zeugen, denen das Duo – insbesondere der Mann mit der auffälligen roten Warnweste – vor oder nach der Tat am Sonntagabend gegen 18:20 Uhr aufgefallen ist. Hinweise werden unter der Telefonnummer 0611 / 345-0 entgegengenommen.
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