Demokratieprojekt

Smartphone raus, QR-Code scannen: Interaktiver Stadtspaziergang führt zu zehn historischen Orten

Die Stadt Wiesbaden bietet ab kommenden Samstag einen interaktiven historischen Rundgangan an. An zehn markanten Punkten in der Innenstadt können Passanten tief in prägende Ereignisse eintauchen. Alles, was es dafür braucht, ist ein Mobiltelefon und etwas Entdeckergeist, um die verborgenen Tonspuren der Stadtgeschichte freizuschalten.

Von: |Erschienen am: 10. Juli 2026 16:14|

Foto: Stadt Wiesbaden

Wiesbaden bereichert sein kulturelles Angebot in diesem Sommer um ein interaktives Projekt. Zum Start der „World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026“ am Samstag, 11. Juli, wird in der hessischen Landeshauptstadt ein sogenannter Audiowalk mit dem Titel „Hörmal Demokratie“ freigeschaltet.

An insgesamt zehn markanten Punkten im innerstädtischen Bereich können Interessierte mittels QR-Code und Smartphone kurze Tondokumente abrufen. Diese behandeln historische sowie aktuelle Aspekte gelebter Demokratie. Die Audioinhalte stehen wahlweise auf Deutsch, Englisch oder in Einfacher Sprache zur Verfügung und lassen sich flexibel als Einzelelemente oder als zusammenhängender Spaziergang nutzen.

Politisches Bewusstsein im Alltag verankern

Das städtische Projekt soll die Bürger dazu anregen, sich mit den Grundlagen des gesellschaftlichen Zusammenlebens auseinanderzusetzen. Bürgermeisterin Christiane Hinninger (Bündnis 90/Die Grünen) betont: „In einer Zeit, in der demokratische Werte immer wieder infrage gestellt werden, müssen wir uns bewusst machen: Demokratie ist nicht selbstverständlich. Sie kann nur lebendig sein, wenn sich Menschen immer wieder neu für Freiheit, Mitbestimmung und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen. Der Audiowalk macht dies auf innovative Weise deutlich.“

Die Initiative basiert inhaltlich auf dem Leitgedanken der diesjährigen Design-Region „Design for Democracy. Atmospheres for a better life“ und holt politische Bildung direkt in den öffentlichen Raum.

Die zehn historischen Erinnerungsorte

Die ausgewählten Stationen spiegeln die Vielfalt des demokratischen und gesellschaftlichen Lebens in der Stadt wider. Zu den Schauplätzen gehören klassische politische Institutionen wie der Hessische Landtag sowie das Neue Rathaus am Schlossplatz, die als Zentren parlamentarischer Arbeit und kommunaler Mitbestimmung dienen. Historische Wendepunkte und Orte des Neubeginns nach dem Zweiten Weltkrieg werden an der Oranienschule und dem Georg-Buch-Haus thematisiert.

Das dunkle Kapitel der nationalsozialistischen Diktatur und das Gedenken an die Opfer werden wiederum im Aktiven Museum in der Spiegelgasse, am Schlachthof sowie an der KZ-Gedenkstätte „Unter den Eichen“ beleuchtet. Ergänzt wird die Route durch Orte gesellschaftlicher Teilhabe und Bewegung: das Büro für staatsbürgerliche Frauenarbeit, der Hauptbahnhof als moderner Ausgangspunkt von Demonstrationen und die BRITA Arena, die stellvertretend für das lebendige Vereinswesen steht.

Dauerhafte Nutzung und digitale Vernetzung

Das von der Landeshauptstadt Wiesbaden geförderte Projekt „Audiowalk“ zur Förderung der Demokratie ist langfristig angelegt und soll auch nach dem Ende des Design-Jahres bestehen bleiben. Zukünftig ist zudem eine Ausweitung auf weitere geschichtsträchtige Orte in der Region angedacht. Für die physische Umsetzung vor Ort greift die Stadt auf bereits vorhandene Informationsstelen zurück, die für das Angebot mit entsprechenden QR-Codes für Smartphones ausgestattet werden.

Parallel dazu lässt sich der Rundgang auch rein virtuell über das Internetportal www.hoermal-demokratie.de nachvollziehen. Darüber hinaus wurden sämtliche Punkte in den sogenannten Digitalen Zwilling des Wiesbadener Stadtgebiets integriert.

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