Projektbilanz

Inklusion im Fokus: Wiesbadener Kunstprojekt feiert emotionalen Höhepunkt

Mit einer gut besuchten Preview und einer erfolgreichen Auktion hat das inklusive Kunstprojekt „Touched-by-Art“ in der vergangenen Woche seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Alle Werke fanden neue Besitzer und der Erlös stärkt die Fortführung des Projekts.

Von: |Erschienen am: 30. Juni 2026 14:28|

Fotos: Stadt Wiesbaden / Oana Szekely für cicero Agentur & Verlag

Mit einer gut besuchten Preview am Mittwoch, 24. Juni, und einer öffentlichen Kunstauktion am Donnerstag, 25. Juni, im Museum Reinhard Ernst hat das inklusive Kunstprojekt „Touched-by-Art – Kunst berührt inklusiv“ seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht.

Alle ausgestellten Werke wurden versteigert, der Gesamterlös von rund 100.000 Euro fließt vollständig in die Fortführung des gemeinnützigen Projekts.

Künstlerische Zusammenarbeit ohne Barrieren

Das Projekt brachte Kunstschaffende mit und ohne Beeinträchtigung in Wiesbaden zusammen. Die entstandenen Arbeiten zeigen eindrucksvoll, wie Kunst zur inklusiven Stadtgesellschaft beitragen und kulturelle Teilhabe stärken kann.

Bei der Preview kamen zahlreiche Gäste aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen. In einem Podiumsgespräch berichteten Künstler sowie Projektverantwortliche und Unterstützende über ihre Erfahrungen und die Bedeutung des gemeinsamen kreativen Prozesses.

Wiesbaden Stadt für alle

Oberbürgermeister und Schirmherr Gert-Uwe Mende (SPD) betonte: „Wiesbaden ist eine Stadt für alle. Das inklusive Kunstprojekt ‚Touched-by-Art‘ zeigt, wie Begegnung auf Augenhöhe geschehen kann. Dieses Herzensprojekt hat Vorbildcharakter und zeigt, wie Inklusion ganz selbstverständlich gelebt werden kann.“

Deshalb braucht es „Touched-by-Art“

Gastgeber Reinhard Ernst hob die Bedeutung des Projekts hervor: „Inklusion sollte so selbstverständlich sein, dass wir dafür keine Projekte mehr brauchen. Noch ist es nicht so weit, deshalb braucht es ‚Touched-by-Art‘. Bei den entstandenen Werken ist weder sichtbar noch relevant, ob sie von einem Menschen mit oder ohne Beeinträchtigung geschaffen wurden.“

Beispiel für kulturelle Teilhabe

Die Hessische Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, Heike Hofmann, würdigte das Projekt als starkes Zeichen: „‚Touched-by-Art‘ zeigt eindrucksvoll, wie das Menschenrecht auf kulturelle Teilhabe verwirklicht werden kann.“

Persönliche Eindrücke der Tandems

Die beteiligten Tandems gaben Einblicke in ihre Zusammenarbeit, neue Perspektiven und gewachsene Freundschaften. Thomas Martin von der Werkgemeinschaft Wiesbaden sagte, das Projekt habe ihm Mut und Zuversicht gegeben.

Der Bildhauer Thomas Reifferscheid formulierte es so: „Kunst ist immer gut, wenn sie aus dem Herzen betrachtet wird. Und noch besser, wenn sie aus dem Herzen heraus entsteht.“

Erfolgreiche Auktion im MRE

Die öffentliche Versteigerung am Donnerstag, 25. Juni, wurde von Prof. Dr. Dirk Boll, Deutschland-Chef von Christie’s, geleitet. Das große Interesse und der vollständige Verkauf aller Werke unterstrichen die künstlerische Qualität und gesellschaftliche Bedeutung des Projekts.

Kuratorin Christine Rother zog am Abend eine positive Bilanz: „Unser Ziel war es, alle im April und Mai entstandenen Kunstwerke erfolgreich unter den Hammer zu bringen. Das ist uns zur Freude aller auch gelungen.“

Projekt wird fortgeführt

Auch wenn die beiden Abende wie ein Finale wirkten, spricht das Projektteam von einem Etappenerfolg. Es sei ein Netzwerk entstanden, aus dem heraus „Touched-by-Art“ in vielfältiger Form weiterentwickelt werden könne.

Alle entstandenen Kunstwerke sind von Freitag, 17. Juli, bis Sonntag, 30. August, im Kunstverein Bellevue-Saal, Wilhelmstraße 32, zu sehen. Die Vernissage findet am Freitag, 17. Juli, um 19:00 Uhr statt.

Infos und Kontakt

Weitere Informationen zu dem Kunstprojekt, das Inklusion und Teilhabe in den Fokus stellt, stehen unter www.wiesbaden.de/touched-by-art und www.touched-by-art.de  bereit.

Für Rückfragen ist Andrea Hausy, Kommunale Inklusionsbeauftragte der Landeshauptstadt Wiesbaden, erreichbar unter inklusionsbeauftragte@wiesbaden.de oder telefonisch unter 0611 / 315896.

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