Sozialprojekt
Neues Quartiershaus stärkt wohnortnahe Angebote für Ältere im Schelmengraben
In Wiesbaden-Dotzheim wurde ein neues Quartiershaus eröffnet, das älteren Menschen mehr Unterstützung direkt vor der Haustür bieten soll. Welche Angebote bereits starten und wie das Zusammenspiel der Partner das Quartier nachhaltig stärken soll, zeigt ein Blick auf die neue Struktur.
Archivfoto
In der Siedlung Schelmengraben im Wiesbadener Stadtteil Dotzheim wurde am Freitag, 26. Juni, ein neues Quartiershaus eröffnet, das älteren Menschen ein möglichst langes und selbstständiges Leben in der eigenen Wohnung ermöglichen soll.
Das Konzept der sogenannten Quartiershäuser verfolgt das Ziel, Wohnen, Pflege und soziale Teilhabe direkt im Wohnumfeld enger miteinander zu verbinden. Die GWH Wohnungsgesellschaft hat das Modell im Schelmengraben nun sichtbar umgesetzt und die neuen Strukturen im Rahmen einer Eröffnungsfeier mit Angeboten für alle Generationen vorgestellt.
Bestehende Strukturen weiterentwickeln
Für das Projekt nutzt die GWH die Räumlichkeiten der bereits vorhandenen Altenwohnanlage in der August‑Bebel‑Straße 7. Der Caritasverband Wiesbaden‑Rheingau‑Taunus ist dort seit 2025 aktiv, betreibt den Quartierstreff und übernimmt bei Bedarf pflegerische Unterstützung.
Im Zuge des Quartiershaus‑Konzepts werden nun weitere Angebote aufgebaut und miteinander verzahnt, um den Bewohnern lange Wege zu ersparen und Unterstützung direkt vor Ort zu ermöglichen.
Neue Angebote für ältere Menschen
Eine zentrale Rolle übernehmen künftig die BauHaus Werkstätten, die die soziale Arbeit sowie die kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen verantworten. Mit der neu eingestellten Koordinatorin Julia Charakter erhält die Initiative ein festes Gesicht.
Bereits angelaufene Angebote wie Sitzyoga, Handarbeitsgruppen oder ein Smartphone‑Führerschein stoßen auf zunehmende Nachfrage. Ergänzend stellt die Caritas Beratungsangebote bereit und sorgt für Versorgungssicherheit im Quartier, ohne zusätzliche Fixkosten für die Bewohnerschaft.
Unterstützung im Alltag als Ziel
GWH‑Geschäftsstellenleiter Michael Back betont die Bedeutung des Projekts: „Ziel ist es, gemeinsam mit unseren Partnern ein Netz aus unkomplizierten Alltagshilfen zu spannen und stetig weiter auszubauen, das insbesondere unseren älteren Mieterinnen und Mietern Sicherheit im vertrauten Wohnumfeld bietet, und zwar ganz bewusst auch denjenigen, die sich keine kostenintensive Pflegeeinrichtung leisten können.“
Reaktion auf demografische Entwicklungen
Grundlage für die Umsetzung ist eine Absichtserklärung, die Wiesbadens Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher (SPD) gemeinsam mit der GWH und weiteren Wohnungsunternehmen im Februar unterzeichnet hat.
Ziel ist es, auf die demografische Entwicklung zu reagieren und nach dem Bielefelder Modell Versorgungssicherheit und soziale Infrastruktur stärker im Quartier zu verankern.
Hoher Bedarf im Schelmengraben
GWH‑Abteilungsleiterin Ursula Beyler‑Jertz verweist auf die besondere Situation im Stadtteil:
„Gerade im Schelmengraben ist der Bedarf an Angeboten zu Gesundheitsvorsorge und sozialer Teilhabe groß, denn der Anteil alleinlebender Menschen über 75 Jahre ist hier mit 43 Prozent überdurchschnittlich hoch.“
Quartier für alle Generationen stärken
Die Abteilungsleiterin betonte weiter: „Der Schelmengraben ist ein buntes und lebendiges Quartier und davon sollen auch unsere älteren Bewohnerinnen und Bewohner profitieren, indem sie dank einer Stärkung wohnortnaher Angebote möglichst lange in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können.“ Gleichzeitig wolle man Angebote für alle Altersgruppen im Quartier weiterentwickeln.
Feierliche Eröffnung mit vielseitigem Programm
Zur offiziellen Einweihung des Quartiershauses im Schelmengraben in Wiesbaden mit Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher präsentierte sich das Quartier besonders vielfältig. Nach einer Feierstunde im Freien mit anschließendem Kuchen‑ und Sektempfang wurde in unmittelbarer Nähe auch der neue Rutschenpark vor den Gebäuden August‑Bebel‑Straße 56–70 eröffnet, pünktlich zum letzten Schultag vor den Sommerferien.
Kreative Aktionen und Begegnung
Erstmals fand auch das Kunstmobil seinen neuen Standort am Parkhaus vor der August‑Bebel‑Straße 3. Bei sonnigem Wetter luden Liegestühle zum Verweilen ein, während ein Eiswagen für Erfrischungen sorgte.
Das Quartiersmaskottchen „Schelmi“ war ebenfalls vor Ort und stand für Fotos bereit, ein Angebot, das besonders bei jüngeren Besuchern gut ankam.
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