Verkehrskontrolle
Mit 100 km/h durch die City: Führerscheinloser Kiffer rammt Schilder bei wilder Verfolgungsjagd in Wiesbaden
Eine rücksichtslose und hochgefährliche Flucht vor einer Polizeistreife hat in der Nacht zum Freitag in Wiesbaden-Dotzheim ein krachendes Ende genommen. Ein 25-jähriger Autofahrer missachtete im Morgengrauen die Vorfahrt eines Streifenwagens und trat beim Erblicken der Blaulicht-Anhaltesignale sofort das Gaspedal durch. Mit geschätzten Geschwindigkeiten von weit über 100 km/h raste der junge Mann durch die engen Straßen, walzte auf seiner Flucht mehrere Verkehrsschilder nieder und zerlegte seinen Hyundai Tucson schließlich komplett. Bei der Festnahme kam das ganze Ausmaß der nächtlichen Amokfahrt ans Licht.
Symbolfoto
Einer Polizeistreife in Wiesbaden-Dotzheim fiel in der Nacht zum Freitag, 26. Juni, um etwa 04:00 Uhr, ein schwarzer Hyundai Tucson auf. Das Fahrzeug bog von der Hans-Böckler-Straße nach links in die Ludwig-Erhard-Straße ein und missachtete dabei die Vorfahrt des Funkstreifenwagens.
Was als klassischer Verkehrsverstoß begann, eskalierte innerhalb weniger Minuten zu einer lebensgefährlichen Verfolgungsjagd, bei der nur durch pures Glück keine unbeteiligten Passanten oder andere Verkehrsteilnehmer verletzt wurden.
Streife die Vorfahrt genommen – Hyundai-Fahrer ignoriert Anhaltesignale
Die Polizisten fackelten nicht lange, schalteten umgehend die roten Anhaltesignale und das Blaulicht des Wagens ein und setzten sich für eine Verkehrskontrolle hinter das Fahrzeug.
Doch anstatt den Fuß vom Gas zu nehmen, schaltete der Fahrer auf stur. Er ignorierte die unmissverständliche Aufforderung der Beamten komplett und setzte seine Fahrt unbeirrt und mit zunehmendem Tempo fort.
Mit 100 km/h durch Dotzheim – Spur der Verwüstung in der Dörrgasse
Es war der Auftakt zu einer wilden Flucht durch die Dotzheimer Straßenzüge. Der Hyundai-Fahrer bog mit quietschenden Reifen in die Stegewaldstraße ab, verlor dort kurzzeitig die Kontrolle über den schweren SUV und rammte ein erstes Verkehrsschild am Straßenrand. Doch selbst dieser erste Crash stoppte den Raser nicht.
Völlig entfesselt jagte der 25-Jährige seinen Wagen über die Dörrgasse und die Wiesbadener Straße. Nach ersten Schätzungen der verfolgenden Beamten beschleunigte der Mann das Fahrzeug im innerstädtischen Bereich auf deutlich über 100 km/h.
Das rücksichtslose Manöver endete schließlich in der Schönberger Straße. Hier verließen den Fahrer endgültig das Glück und das fahrerische Können. Der SUV kam nach rechts von der Fahrbahn ab, krachte mit voller Wucht frontal gegen ein weiteres Verkehrsschild und kam schwer beschädigt zum Stehen. Durch die Wucht des Aufpralls war der Hyundai nicht mehr fahrbereit – an dem Wagen entstand ein wirtschaftlicher Totalschaden von über 30.000 Euro. Auch die städtische Verkehrseinrichtung wurde massiv demoliert.
Ohne Führerschein, aber mit Cannabis im Blut
Da das Fluchtfahrzeug fahruntüchtig im Graben stand, war das Spiel für den 25 Jahre alten Wiesbadener vorbei. Er wurde von den nacheilenden Polizeikräften noch vor Ort widerstandslos festgenommen. Bei der anschließenden Überprüfung der Personalien im Zuge der weiteren Ermittlungen staunten die Beamten nicht schlecht. Der junge Mann war nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis. Zudem schlug den Polizisten ein eindeutiger Geruch entgegen – Schnelltests lieferten klare Hinweise auf den akuten Einfluss von Cannabis.
Der Raser wurde umgehend zur Polizeidienststelle transportiert, wo ihm durch einen herbeigerufenen Arzt eine gerichtsmedizinische Blutprobe entnommen wurde. Zur Sicherung von Beweismitteln stellten die Beamten das Mobiltelefon des Mannes sowie das Wrack des Hyundai Tucson sicher.
Ermittungsverfahren eingeleitet
Gegen den 25-Jährigen wurden gleich mehrere Strafverfahren eingeleitet, darunter wegen des Verdachts eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens (Flucht vor der Polizei), Fahrens ohne Fahrerlaubnis sowie Fahrens unter dem Einfluss berauschender Mittel. Nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen durfte er die Dienststelle vorerst wieder verlassen – zu Fuß.
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