Vorfall
Ausschreitungen bei WM-Feier: Böller gezielt auf Polizisten geworfen – Drei Beamte bei Autokorso in Wiesbaden verletzt
Hässliche Szenen mitten in der Wiesbadener Innenstadt: Was als ausgelassene Party nach einem Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft begann, endete in der Nacht zum Freitag in roher Gewalt gegen Ordnungshüter. Im Bereich der Schwalbacher Straße und Coulinstraße versammelten sich hunderte Fans zu einem Autokorso. Aus der Menge heraus wurden mehrfach gefährliche Knallkörper gezündet. Bei einer Personenkontrolle eskalierte die Situation völlig, als ein Unbekannter einen Böller gezielt auf Einsatzkräfte warf. Die Detonation verletzte drei Beamte. Westhessens Polizeipräsident Björn Gutzeit fand im Nachgang deutliche Worte für den rücksichtslosen Vorfall.
Symbolfoto
Nach dem dritten Vorrundeinspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Ecuador bei der Fußball Weltmeisterschaft in den USA kam es in der Nacht zum Freitag, 26. Juni, zu einer unruhigen Großlage im Herzen von Wiesbaden. Nach dem Abpfiff einer WM-Begegnung strömten in der Spitze schätzungsweise 250 bis 300 Personen in den Kreuzungsbereich Schwalbacher Straße / Coulinstraße. Zeitgleich bildete sich ein hupender Autokorso aus zeitweise rund 50 Fahrzeugen, der den innerstädtischen Verkehrsfluss erheblich blockierte.
Gezielter Angriff bei Personenkontrolle – Drei Einsatzkräfte erleiden Verletzungen
Während der laufenden Feierlichkeiten zwischen kurz nach Mitternacht bis circa 03:30 Uhr zündeten bislang unbekannte Täter mehrfach unkontrolliert Knallkörper unbekannter Art im dichten Gedränge. Als die Polizei einschritt und eine gezielte Personenkontrolle durchführte, kam es zum gefährlichen Angriff. Ein Pyrotechniker warf einen Böller offenbar absichtlich direkt in Richtung der kontrollierenden Beamtinnen und Beamten.
Der Knallkörper detonierte in unmittelbarer Nähe der Einsatzkräfte. Drei Polizisten klagten im Nachgang über gesundheitliche Beschwerden – darunter typischerweise Gehörschäden oder Knalltraumata. Die Ermittlungen zu den flüchtigen Tätern laufen auf Hochtouren.
Polizeipräsident Björn Gutzeit – „Ein solches Verhalten ist völlig inakzeptabel“
Der Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Westhessen, Björn Gutzeit, verurteilte die Attacke auf seine Mitarbeiter umgehend und mit maximaler Schärfe: „Bei allem Verständnis für die Freude über sportliche Erfolge der eigenen Mannschaft ist insbesondere in der Nachtzeit besondere Rücksicht zu nehmen.“
Gutzeit stellte unmissverständlich klar, dass die rote Linie in Wiesbaden überschritten wurde: „Keinesfalls darf ein Feiern des Ausgangs eines Fußballspiels zu der Gefährdung der Sicherheit und Gesundheit anderer Menschen führen. Das Werfen von Knallkörpern in Richtung von Personen oder Einsatzkräften ist gefährlich, rücksichtslos und kann erhebliche Verletzungen verursachen. Ein solches Verhalten ist völlig inakzeptabel und entsprechende Straftaten werden durch die Polizei konsequent unterbunden und verfolgt.“
Die rechtliche Realität – Straßenverkehrsordnung gilt auch beim Autokorso
Die Polizei nimmt die nächtlichen Vorfälle zum Anlass, um an die geltenden Regeln für Fußballfans zu erinnern. Auch wenn Autokorsos spätestens seit dem geschichtsträchtigen „Sommermärchen“ der Weltmeisterschaft 2006 vielerorts zum gewohnten und tolerierten Straßenbild bei internationalen Turnieren gehören, sind sie keineswegs von den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung (StVO) ausgenommen.
Die Polizei warnt vor den typischen Gefahren solcher Fan-Korsos:
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Sicherheitsrisiko: Neben ruhestörendem Lärm und massiven Verkehrsbeeinträchtigungen bringen Korsos vor allem die akute Gefahr von schweren Verkehrsunfällen mit sich.
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Lebensgefahr im Rausch: Dies gilt laut Polizei vor allem dann, wenn sich Personen während der Fahrt leichtsinnig aus den Fenstern von Autos herauslehnen oder gar auf den Motorhauben oder Fahrzeugdächern mitfahren.
Die Polizei Westhessen betont, dass man im Rahmen des polizeilichen Dienstes auch weiterhin sensibel abwägen werde, um dem Spannungsfeld zwischen der Freude über den Sport und der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer Rechnung zu tragen. Sobald jedoch die Gesundheit von Menschen aufs Spiel gesetzt wird, greift die Wiesbadener Polizei konsequent durch.
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