Erfrischung

Neue mobile Sprühnebelanlagen erfrischen ab sofort die Wiesbadener Innenstadt

Im Kampf gegen die zunehmende Sommerhitze und die Überhitzung der urbanen Zentren geht die Landeshauptstadt Wiesbaden neue, innovative Wege. In der Innenstadt sind zwei mobile Sprühnebelanlagen aufgebaut worden, die ab sofort und bis Anfang September für eine hocheffektive Abkühlung unter freiem Himmel sorgen. Während die Anlage auf dem Kochbrunnenplatz am Donnerstag offiziell in Betrieb ging, folgt die Stele auf dem Dern’schen Gelände in den kommenden Tagen.

Von: |Erschienen am: 25. Juni 2026 15:01|

Fotos: Daniel Becker

Wenn sich der Asphalt in der City aufheizt und die Luft flimmert, werden schattige und kühle Orte in der Stadt überlebenswichtig. Als Standorte für die neuen Sprühnebelanlagen wurden daher ganz bewusst zwei Innenstadtplätze ausgewählt, die an heißen Sommertagen nachweislich besonders stark überhitzte Hitzeinseln bilden. Die neuen Stelen sollen hier Abhilfe schaffen und zeigen, wie sich Wiesbaden gezielt an die spürbaren Auswirkungen des Klimawandels anpassen kann.

Kühlung ohne nasse Kleidung – Technik senkt Temperatur um bis zu 12 Grad

Das Prinzip der modernen Anlagen ist ebenso einfach wie wirkungsvoll und verbraucherfreundlich. Der feine, kühlende Wassernebel wird von den Passanten ganz unkompliziert über einen Touchsensor direkt an der Stele aktiviert. Nach einer kurzen Verzögerung von wenigen Sekunden startet der Sprühmechanismus und läuft für eine Dauer von etwa drei Minuten.

Der physikalische Effekt dahinter ist beachtlich: Durch die blitzschnelle Verdunstung der winzigen Wassertropfen wird der unmittelbaren Umgebungsluft Wärme entzogen. Dadurch kühlt sich die Luft im Radius der Anlage spürbar um bis zu zwölf Grad Celsius ab vorausgesetzt der Wind weht die feinen Tropfen nicht in die falsche Richtung. Da es sich um einen extrem feinen Mikronebel handelt, entsteht zwar ein intensiver Kühleffekt, die Kleidung der Passanten bleibt dabei jedoch vollkommen trocken. Großzügige Sitzpodeste rund um die Anlagen laden zudem dazu ein, eine entspannte Pause direkt im erfrischenden Nebel einzulegen.

Stadträtin Ulla Bai – „Wasser ist der Schlüssel für ein angenehmes Klima“

In Vertretung von Wiesbadens Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Christiane Hinninger gab Stadträtin Ulla Bai zum Start des Pilotprojekts ein klares Statement ab: „Wasser ist der Schlüssel für ein angenehmes Klima in der heißen Innenstadt. Mit den neuen Sprühnebelanlagen schaffen wir zwei weitere Orte, an denen sich Menschen in Wiesbaden direkt erfrischen können. Das macht die Stadt in heißen Wochen spürbar lebenswerter.“

Die Stadträtin betonte zudem den präventiven Charakter der Maßnahme für das Gesundheitssystem: „Die Anlagen zeigen, wie wir unsere Stadt zielgerichtet widerstandsfähig machen können gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels. Es sind Beispiele dafür, wie sich das Gefährdungspotenzial für unsere Gesundheit verringern lässt.“ Gerade ältere Menschen und Familien mit Kindern profitieren massiv von solchen innerstädtischen Oasen.

Kochbrunnenplatz macht den Anfang – Technische Probleme verzögern Start am Dern’schen Gelände

Eigentlich sollte zeitgleich eine zweite baugleiche Anlage auf dem Dern’schen Gelände in Betrieb gehen. Wie das Umweltamt jedoch vor Ort einräumen musste, verzögert sich der dortige Start um einige Tage. Ausgerechnet für die dortige Stele muss erst ein wichtiges Ersatzteil nachbestellt werden. Da die lückenlose Einhaltung aller strengen Hygiene- und Sicherheitsstandards bei warmem Wetter oberste Priorität hat, ist der Einbau dieses Teils unerlässlich. Nach dem Einbau ist zudem eine behördliche Freigabe per Laborprobe vorgeschrieben, weshalb mit einer Inbetriebnahme auf dem Dern’schen Gelände Anfang Juli gerechnet wird.

Ein dritter Standort ist unterdessen bereits auf dem Pariser Platz in Planung. Dort wird derzeit auf private Initiative hin eine dritte, ähnlich leistungsstarke Sprühlanze hinter dem markanten „Schwarzen Bock“ installiert, die voraussichtlich in den nächsten vier Wochen einsatzbereit sein soll.

Extrem sparsam im Verbrauch

Trotz des erfrischenden Effekts arbeiten die Stelen absolut ressourcenschonend. Bei einer durchschnittlichen Betriebsdauer von vier bis fünf Stunden am Tag verbraucht eine Anlage lediglich rund 100 Liter Wasser täglich. Das ist sogar etwas weniger als der durchschnittliche Tagesverbrauch eines einzelnen Wiesbadener Bürgers (ca. 127 Liter). Auch der Stromverbrauch ist mit nur 0,6 Kilowattstunden pro Tag minimal. Die mobilen Anlagen sind für insgesamt zehn Wochen angemietet und bleiben bis Anfang September im Einsatz – sie sorgen somit auch während der gesamten Rheingauer Weinwoche für eine willkommene Abkühlung.

Höchste Standards bei der Wasserhygiene – Mängel sofort melden

Bei Systemen, die Wasser in der Öffentlichkeit vernebeln, spielt das Thema Gesundheitsschutz eine zentrale Rolle. Um den strengen Anforderungen an die Wasserhygiene lückenlos Rechnung zu tragen, hat das Umweltamt ein umfassendes Sicherheitskonzept integriert. Das genutzte Wasser wird in engen Intervallen regelmäßig streng auf Verkeimungen getestet. Zudem sorgen automatisierte Spülintervalle für einen permanenten und ausreichenden Wasseraustausch direkt in den Zuleitungen. Ergänzt wird dies durch turnusmäßige professionelle Reinigungen und Wartungsarbeiten durch Fachpersonal.

Sollten Bürgerinnen und Bürgern Beschädigungen oder Störungen an den Anlagen auffallen, bittet die Stadt um eine schnelle Meldung. Hinweise können per E-Mail an hitzeaktionsplan@wiesbaden.de gesendet oder direkt im Umweltladen (Luisenstraße 19) unter der Rufnummer 0611 / 313600 abgegeben werden.

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