Christa‑Moering‑Stipendium 2026

Danbi Jeung wird für ihre Klangkunst ausgezeichnet

Das Christa-Moering-Stipendium 2026 geht an die Komponistin und Klangkünstlerin Danbi Jeung. Warum die Jury einstimmig entschied und wie ihre Arbeit einen zeitgemäßen Blick auf „Metropolis“ eröffnet.

Von: |Erschienen am: 22. Juni 2026 14:22|

Foto: Juan David Bermúdez

Die Landeshauptstadt Wiesbaden hat die Komponistin und Klangkünstlerin Danbi Jeung mit dem diesjährigen Christa‑Moering‑Stipendium geehrt.

Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre vergeben und erinnert an die Wiesbadener Malerin und Ehrenbürgerin Christa Moering. Das Förderstipendium ist mit 10.000 Euro dotiert und richtet sich an Kunstschaffende mit Bezug zu Wiesbaden.

Thema „Metropole“

Für die aktuelle Ausschreibung konnten sich Künstler bewerben, deren Wohn‑, Arbeits‑ oder Geburtsort Wiesbaden ist.

Die mit dem Stipendium verbundene Ausstellung wird im kommenden Jahr präsentiert, eingebettet in das Jubiläum zum 100. Geburtstag des Stummfilms „Metropolis“ von Fritz Lang, dessen Rechte bei der Wiesbadener F.W. Murnau Stiftung liegen.

Jury entscheidet einstimmig

Die Jury bestand aus Monique Behr (Referentin für Bildende Kunst), Dr. Peter Forster (Museum Wiesbaden), Valentine Goldmann (Frauenmuseum Wiesbaden), Künstler Titus Grab sowie Kulturdezernent Dr. Hendrik Schmehl (SPD). Nach intensiver Beratung fiel die Entscheidung einstimmig auf Danbi Jeung.

Sie überzeugte die Fachjury „mit ihrem klugen und humorvollen Ansatz, der auf einer feinen Beobachtungsgabe gründet“.

Klangkunst als zeitgemäßer Kommentar

Der Jury zufolge wird Jeung mit ihrer installativen und klangkünstlerischen Arbeitsweise eine zeitgenössische Reflexion über gesellschaftliche Entwicklungen schaffen, ein künstlerischer Kommentar, der sich inhaltlich an „Metropolis“ anlehnt und das Thema „Metropole“ neu interpretiert.

Biografischer Hintergrund

Danbi Jeung wurde 1991 in Seoul geboren und kam nach Deutschland, um ihre Studien in Komposition, elektronischer Musik und Klangkunst zu vertiefen. Ihre Arbeiten verbinden Klang, Theater und Text und greifen neue szenische Formen auf.

Ihre Werke wurden bereits in zahlreichen Städten präsentiert, unter anderem in Kooperation mit Ensemble Surplus, Musikfabrik und dem Staatstheater Karlsruhe. Zudem erhielt sie mehrere renommierte Stipendien und Residenzen, darunter Förderungen der De la Motte Musikstiftung, des Kulturamts Wiesbaden, des Musikfonds sowie die Worpswede Residency.

Aktuelle künstlerische Ausrichtung

Danbi Jeungs Klangkunst umfasst sowohl instrumentale Kompositionen als auch multimediale Arbeiten mit elektronischer Musik, Performance, Video und Klanginstallationen.

In jüngerer Zeit widmet sie sich verstärkt gesellschaftlichen Themen, Memes und satirischen Elementen. Dies ist ein Ansatz, der auch in ihrem neuen Projekt für Wiesbaden eine zentrale Rolle spielen wird.

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