WM-Party
Wiesbaden bebte – 300 Autos verwandeln die Innenstadt nach WM-Krimi in eine lautstarke Pyro-Arena
Der verdiente Vorrunden-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste hat in der Nacht zum Sonntag den Wiesbadener Innenstadtring komplett lahmgelegt. Unmittelbar nach dem Abpfiff des packenden WM-Krimis strömten hunderte Fußballfans in die City, um den Erfolg lautstark zu feiern. Innerhalb kürzester Zeit bildete sich auf der Schwalbacher Straße und der angrenzenden Rheinstraße ein gigantischer Autokorso aus rund 300 Fahrzeugen. Während die Stimmung unter den rund 100 Schaulustigen am Straßenrand weitgehend ausgelassen war, mussten die Einsatzkräfte der Polizei massiv einschreiten. Neben dem illegalen Zünden von Pyrotechnik rief auch ein bewaffneter Partygast die Beamten auf den Plan. Eine Festnahme und ein stundenweises Verkehrschaos waren die Folge.
Symbolfoto
Ausnahmezustand nach dem Deutschlandspiel in der Nacht zum Sonntag, 21. Juni, in der Wiesbadener Innenstadt. Das Zentrum wurde kurz nach dem 2:1 Sieg um etwa 00:15 Uhr zu einer lautstarke Fanmeile. Hupkonzerte, geschwenkte Fahnen und hunderte feiernde Menschen prägten das Bild auf den zentralen Verkehrsachsen, nachdem die deutsche Elf kurz zuvor den Einzug in die nächste WM-Runde perfekt gemacht hatte.
300 Fahrzeuge blockieren Hauptverkehrsader – Pyrotechnik gezündet
Der Schwerpunkt des Fan-Ansturms kristallisierte sich schnell im Kreuzungsbereich der Schwalbacher Straße und der Rheinstraße heraus. Nach offiziellen Schätzungen der Polizei stauten sich in der Spitze rund 300 Fahrzeuge Stoßstange an Stoßstange, um sich gegenseitig im Schritttempo vorwärtszubewegen und den Sieg zu zelebrieren. Etwa 100 Schaulustige säumten zudem die Gehwege, um das nächtliche Spektakel zu filmen und anzufeuern.
Obwohl die Grundstimmung der feiernden Massen friedlich und ausgelassen war, hielten sich einige Unbelehrbare nicht an die Spielregeln. Aus der Menge heraus sowie aus den Fenstern einiger Fahrzeuge wurde mehrfach verbotene Pyrotechnik gezündet. Dichter Rauch und gellende Knallgeräusche sorgten phasenweise für gefährliche Situationen im ohnehin dichten Party-Gedränge. Die Polizei, die mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften vor Ort war, musste umfassende Maßnahmen zur Verkehrsregelung und Sperrung einzelner Abschnitte treffen, um einen kompletten Kollaps zu verhindern.
Festnahme im Party-Trubel – Mann führt einsatzbereiten Schlagstock mit sich
Im Rahmen der konsequenten polizeilichen Kontrollen rund um das Party-Areal stießen die Beamten zudem auf eine handfeste Bedrohung. Bei der Überprüfung eines Mannes stellten die Polizisten fest, dass dieser einen illegalen Schlagstock zugriffsbereit und einsatzbereit bei sich trug.
Für den mutmaßlichen Hooligan oder Feiernden war die WM-Party damit abrupt beendet: Er wurde von den Einsatzkräften vorläufig festgenommen und zur Dienststelle abtransportiert. Gegen ihn wurde umgehend ein entsprechendes strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz eingeleitet.
Erst gegen 01:45 Uhr in den frühen Morgenstunden beruhigte sich die Lage auf den Straßen allmählich. Der Autokorso löste sich nach und nach auf, woraufhin die Polizei die Schwalbacher Straße wieder komplett für den regulären Verkehr freigeben konnte.
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